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Wechsel an der Spitze des Akzente-Vereins

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Von: Patrick Eickhoff

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Der eine folgt auf den anderen: Klaus Minkel (links) hat den Akzente-Vorsitz vor Ernst Busemann übernommen. © Patrick Eickhoff

Seit mehr als 20 Jahren gibt es den Akzente-Verein in Bad Vilbel. Ernst Busemann führte den Verein seit seiner Gründung. Kürzlich hat er das Zepter an Klaus Minkel übergeben. Wieso, das der richtige Schritt ist, erklären die beiden beim Gespräch im Akzente-Buchladen.

D ie Wege von Klaus Minkel und Ernst Busemann kreuzen sich an diesem morgen im Akzente-Buchladen nicht zum ersten Mal. Schließlich sind beide mit der Stadt Bad Vilbel fest verbunden. Der eine - Busemann - begann sein Engagement im Gemeinderat von Massenheim in den 1960er Jahren. Busemann war Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter. Verdienste erarbeitete er sich auch als Vorsitzender der AWO-Massenheim, die er 30 Jahre lang führte, und als Mitglied des Kirchenvorstands der evangelischen Gemeinde.

480 000 Euro an Spendengeldern

2001 gründet Busemann den Akzente-Verein, ein paar Jahre später die Akzente-Stiftung. Er verfolgt das Ziel, erblindete Menschen nachhaltig zu unterstützen. Dabei hat er sich auf die Bekämpfung des grauen Stars spezialisiert. Insgesamt 480 000 Euro sind seitdem an die Christoffel Blindenmission Deutschland (CBM) in Bensheim geflossen. »Mehr als 20 000 Menschen konnten so das Augenlicht gerettet werden«, sagt Busemann. Der Stolz ist seiner Stimme anzuhören.

Neben Sprachkursen ist der Buchladen an der Frankfurter Straße das Herzstück des Vereins. Dort sitzt an diesem Morgen Klaus Minkel, CDU-Stadtrat und Geschäftsführer der Bad Vilbeler Stadtwerke. »Ich bin seit etwa sieben Jahren Mitglied im Akzente-Verein«, berichtet er.

»Ernst Busemann und ich wir kennen uns durch all die Tätigkeiten. Die Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Er war damals Vorsitzender der Briefmarkensammler, als ich dort Mitglied wurde«, berichtet Minkel. »Heute ist er wieder Vorsitzender und hat mich gleich ins Boot geholt.«

Minkel: Verein darf nicht untergehen

Beide machen jedoch schnell deutlich, dass es im Gespräch aber nicht um die Busemann-Minkel-Verbindungen gehen soll. Denn: Der eine folgt auf den anderen. Busemann kündigt an: »Für mich steht seit einiger Zeit fest, dass ich altersbedingt kürzertreten werde.« Busemann, stolze 85 Jahre alt, ist deshalb länger auf der Suche nach einem Nachfolger gewesen. »Ich kann mir keinen besseren vorstellen als Klaus Minkel.« Dieser gibt zu: »Hätte mir das jemand vor vielen Jahren gesagt, dass ich mal den Akzente-Verein führe, das hätte ich selbst nicht geglaubt.« Minkel ist überzeugt: »Solch ein Verein, der darf nicht untergehen«. Besonders das Engagement für die Blindenmission sei wichtig.

»Es konnte so vielen Menschen geholfen werden. Das muss weitergehen.« Nur eins stehe fest: »Im Buchladen werde ich nicht mithelfen können«, sagt Minkel und lacht.

Dort ist für jeden etwas dabei: Krimis, Kinder- und Sachbücher. Ein ganz entscheidender Vorteil des Ladens sind jedoch die Preise. »Der Großteil der Bücher ist bei uns 40 bis 50 Prozent günstiger als der eigentliche Ladenpreis«, sagt Busemann. Die Baustelle auf der Frankfurter Straße sei allerdings nicht gerade von Vorteil. »Klar ist, dass wir aufgrund unserer Auswahl und Preise überhaupt keine Konkurrenz zu anderen Läden darstellen.«Der Akzente-Verein organisiert zudem Sprachkurse und unterstützt ein Kinderheim für behinderte Kinder in Rumänien. Erstere laufen so langsam wieder an. »Da hat uns Corona in den vergangenen Jahren einen Strich durch die Rechnung gemacht«, bedauert Busemann. Außerdem ist eine gemeinsame Aktion vom Akzente-Verein und den Briefmarkensammlern geplant. Busemann: »Da wir ja die Vorsitzenden von beiden Vereinen sind, können wir das auf kurzem Wege organisieren.«

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