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Badebetrieb am Gederner See gesichert

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werden können. © Oliver Potengowski

Gedern (ten). Kurzfristig konnte die Stadt die Badeaufsicht am Gederner See für die Sommermonate sichern. Damit ist die Sorge, dass das Baden im See verboten werden müsste, weil es an Rettungsschwimmern fehlt, beseitigt. Der Erste Stadtrat Herbert Weber regt an, zukünftig mit ehrenamtlichen Rettungsschwimmern Verträge zu schließen, die stärker auch deren Interessen berücksichtigen.

Auch durch Corona kein Training

Wegen der fehlenden Trainingsmöglichkeiten durch die Corona-Pandemie leidet die DLRG bundesweit unter einem Rückgang der Mitgliederzahlen. An einigen Stränden der Nord- und Ostsee kann der Verein derzeit keine Rettungsschwimmer stellen (diese Zeitung berichtete). In der Region wird das Problem zusätzlich durch die schon länger geschlossenen Hallenbäder in Büdingen und Nidda verschärft.

Bisher waren es vor allem DLRG-Mitglieder oder durch den Verein ausgebildete Rettungsschwimmer, die die Badeaufsicht am Gederner See übernommen und damit den Badebetrieb ermöglicht hatten. Weber berichtet, dass die Stadt sehr überrascht gewesen sei, als zu Beginn des Jahres alle bisherigen Rettungsschwimmer, als sie wegen der Badeaufsicht für den Sommer angefragt wurden, abgesagt hatten. Viele hatten sich während der Corona-Pandemie andere Beschäftigungen gesucht. Doch ohne Aufsicht hätte der Badebetrieb am Gederner See verboten werden müssen.

»Es war uns ein wichtiges Anliegen, diesen Kernbereich unseres Stadtmarketings zu erhalten«, betont Weber, dass ein solches Badeverbot auf jeden Fall vermieden werden sollte. Deshalb suchte die Stadt seit der Absage der Rettungsschwimmer dringend nach einer Ersatzlösung. Doch angesichts der beginnenden Badesaison und der Mitgliedersituation bei den ehrenamtlichen Rettern war das schwierig.

Der entscheidende Hinweis kam schließlich von Andreas Luft, dem bei der Stadt angestellten Schwimmmeister im Hallenbad. In Gesprächen mit Kollegen aus anderen Kommunen hatte er von einem Unternehmen erfahren, das bereits in mehreren Kommunen der Region die Aufsicht in Bädern übernommen hatte. Tatsächlich hatte die Firma noch ausreichende Kapazitäten, um auch am Gederner See die Badeaufsicht sicherstellen zu können.

Nicht ganz ohne Einschränkungen

Am Samstagmorgen schlossen Weber und Jörg Norwig als Vertreter des Unternehmens eine Vereinbarung, die ab dem 1. Juli bis zum 31. August garantiert, dass zwischen 10 und 18 Uhr die notwendigen Rettungsschwimmer den Badebetrieb überwachen. Dazu erklärte sich das Unternehmen bereit, auch an den beiden verbleibenden Wochenenden im Juni die Badeaufsicht am See zu übernehmen.

Ganz ohne Einschränkungen ist jedoch auch diese Lösung, über die die Stadt sehr erleichtert ist, nicht. Neben den verkürzten Badezeiten müssen auch andere Angebote reduziert werden. »Wir können nicht alle Spielgeräte auf das Wasser bringen«, erläutert Weber. »Je mehr Spielgeräte draußen sind, desto unübersichtlicher wird es.«

Der Erste Stadtrat weist darauf hin, dass die Probleme, die Badeaufsicht zu organisieren, auch eine Folge davon sei, dass Büdingen und Nidda im Gegensatz zu Gedern ihre Hallenbäder geschlossen haben. »Es fehlt dadurch der Nachwuchs in den Vereinen und damit die Rettungsschwimmer.« Um in Zukunft wieder eine bessere Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Helfern, die nur eine Aufwandsentschädigung bekommen hätten, zu erreichen, regt Weber auch ein anderes Vergütungsmodell an.

Denn die Rettungsschwimmer seien bisher nur bezahlt worden, wenn sie auch tatsächlich am See die Badeaufsicht hatten. Bei schlechtem Wetter hätten sie kein Geld bekommen. Auch dadurch hätten sich manche nach besseren Beschäftigungsmöglichkeiten mit berechenbaren Einnahmen orientiert. Weber hält es für fair, eine Grundvergütung für die Bereitschaftszeiten, unabhängig vom Wetter honoriert, zu zahlen.

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