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Wöllstadt Bürger sprechen sich gegen das Baugebiet ?Gollacker? aus und zeigen ihren Unmut während der Stadtverordnetenversammlung.

Bürgerinitiative spricht sich gegen Bebauungspläne aus

Baugebiet Gollacker erstmal vom Tisch

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Wiederaufnahme der Planungen des Baugebietes „Gollacker“ erstmal wieder vom Tisch. Bürgerinitiative „Gollacker“ spricht sich gegen Bebauungspläne aus.

Eigentlich stand der gemeinsame Antrag der SPD und Linken als Tagesordnungspunkt „8“ auf der Agenda der letzten Stadtverordnetenversammlung vor den Sommerferien. Beide Parteien sprachen sich für die Wiederaufnahme der Planungen und Schaffung von Baurecht für das Baugebiet „Gollacker“ im Stadtteil Assenheim aus.

Gleich zu Beginn der Sitzung zogen sie nun ihren Antrag zurück. Die Begründung: mehr Diskussionsbedarf. Die anwesenden Zuhörer in den Besucherreihen dürfte dies besonders erfreut haben, längst haben sich Bürger zur „Bürgerinitiative Gollacker“ (BI) zusammengeschlossen, um sich gemeinsam gegen eine Bebauung auszusprechen. Mit großen Plakaten wollten sie zur Sitzung auf ihre Argumente aufmerksam machen. Einen Brief haben sie im Vorfeld bereits verfasst und an Bürgermeister Bernhard Hertel (parteilos) und die Stadtverordneten gesendet.

Das Baugebiet Gollacker wird bereits seit Jahren diskutiert. Mit der Mehrheit der letzten Legislaturperioden wurde das Baugebiet aber nicht weiter verfolgt. „Der Druck im Wohnungsmarkt Rhein/Main hat erheblich zugenommen und wird auch weiter zunehmen“, lautete eine der Begründungen des Antrags der SPD und Linken.

Das Baugebiet Gollacker sei in Assenheim die einzige verbleibende Entwicklungsperspektive. Anders sieht das die BI Gollacker. „Wir haben, nachdem wir uns schon seit mehreren Jahren und im Rahmen der seinerzeitigen Initiative „Assenheim21“ intensiv mit den Aspekten dieses Baugebietes beschäftigt haben, festgestellt, dass weit ab eigener Interessen eine ganze Reihe wichtiger Punkte gegen die Erschließung dieses Baugebietes sprechen“, heißt es in dem Schreiben.

Kosten und Folgekosten seien nicht kalkulierbar. Angesprochen werden zudem Probleme der Abwasserversorgung, ein aufwendiger Aus- und Umbau der Kreisstraße, eine Abtragung des Hanges sowie die Vernichtung von wertvollem Ackerland, Landschaft und Artenvielfalt. „Der NABU hat bereits 2011 hinreichend belegt, dass wir uns weiteren Flächenverbrauch nicht leisten können“, so die Bürgerinitiative.

Bei einer früheren Begehung konnte zudem mittels einer sogenannten Magnetometerprospektion nachgewiesen werden, dass wohl wertvolle archäologische

Funde unter dem Boden

verborgen sind.

Vermutlich war der Gollacker Teil einer größeren Anlage der jungsteinzeitlichen Michelsberger Kultur. Ob nun erneut ein Antrag der Fraktionen erfolgt, bleibt abzuwarten.

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