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BBL: Giessen 46ers quittieren deutliche Niederlage gegen Alba Berlin

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Von: Stephan Weidemeyer

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BERLIN/GIESSEN - (stw). Die Giessen 46ers haben den Wiedereinstieg in die Saison nach der Länderspielpause verpatzt, zwei Wochen nach dem souveränen Heimsieg gegen Science City Jena quittierten sie gestern Abend auswärts gegen Alba Berlin eine verdiente 66:88 (34:52)-Niederlage. Festigten die "Albatrosse" damit ihren zweiten Tabellenplatz in der 1.

Basketball-Bundesliga (BBL), müssen die Gießener das insgesamt sechste Negativerlebnis der laufenden Spielzeit hinnehmen. "Wir haben heute nicht als Mannschaft agiert, jeder hat mehr oder weniger für sich gespielt. Das ist sehr schade, denn hier war heute mehr drin. Alba sah am Ende vor allem deshalb gut aus, weil wir sie haben gut aussehen lassen", fand Benjamin Lischka am "Telekom Sport"-Mikrofon deutliche Worte. Immerhin erfreulich: Mauricio Marin feierte nach überstandener Fußverletzung sein Comeback.

Alba Berlin - Giessen 46ers 88:66

Das Unheil aus Sicht der am Tag zuvor angereisten Mittelhessen begann in einer Phase, in der es eigentlich endlich rund zu laufen schien. Aus einem anfänglichen 2:12-Rückstand hatten die Gießener innerhalb weniger Minuten eine 15:14-Führung gemacht, nach einem komplett verpatzten Start in die Begegnung agierten sie deutlich mutiger - exemplarisch dafür ein Layup Lischkas, bei dem sich das Gießener Eigengewächs von nichts und niemandem in Gelb-Blau aufhalten ließ. Es war der Schlusspunkt hinter einen 13:2-Lauf, allerdings auch der Schlusspunkt hinter die stärkste Phase der Gäste. Alba schüttelte sich, fand wieder in den Rhythmus und brachte Gießen aus selbigem - und das, vor allem mit Blick auf den zweiten Durchgang, komplett.

Ein flotter 7:2-Run legte den Grundstein für den späteren 24:19-Viertelsieg, und in der Folge traten die Berliner vor den Augen von Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl das Gaspedal in der heimischen Mercedes Benz-Arena kräftig durch. In der Defensive ließen die Hausherren den 46ers kaum noch Luft, zwischenzeitlich verteidigten sie aggressiv über das ganze Feld. In der Offensive nutzten die Berliner um ihre späteren Topscorer Dennis Clifford (23 Pkt.) und Peyton Siva (16 Pkt.) die Freiheiten, die Gießen ihnen ließ - am Korb oder sicher aus der Mitteldistanz, die "Albatrosse" bahnten sich nun ihren Weg. Der Pausenpfiff beim 34:52 (20.) kam einer Erlösung gleich. In der Kabine hatten die Gießener Zeit, sich zu überlegen, wie sie sich noch aus dem Sumpf herausziehen sollen.

Doch die Suche nach Lösungsansätzen, wie man dem Hauptstadt-Club um den ehemaligen Gießener Joshiko Saibou (4 Pkt./12:40 Minuten) noch ein Schnippchen schlagen könnte, blieb augenscheinlich ergebnislos. Alba Berlin war darum bemüht, den Sack vor 9154 Zuschauern schnellstmöglich zuzumachen - und der Doppelknoten saß relativ schnell relativ fest. Schon in der 24. Minute hatte Clifford auf 61:36 erhöht, die Marschroute der Mittelhessen hieß ab sofort Schadensbegrenzung. Doch selbst das entpuppte sich an diesem Abend vorerst als schwieriges Unterfangen. Die Berliner, die unter dem spanischen Trainerfuchs Alejandro Garcia Reneses deutlich mehr Freiheiten auf dem Parkett als noch in den vergangenen, spielerisch durchaus konservativeren Jahren genießen, hatten zwischenzeitlich viel Spaß.

Sahen die Giessen 46ers in den beiden vergangenen Duellen in der Bundeshauptstadt jeweils gut aus und gestalteten das Geschen äußerst spannend, hingen die Trauben am Freitagabend in der zwischen Kreuzberg und Friedrichshain gelegenen Arena zu hoch. Weil Gießen, durchaus auch aus Angst vor der eigenen Courage, bei eigener Führung komplett den Faden verloren und fortan keinen Weg mehr zurück in die Partie gefunden hatte. "Insgesamt war es ein blöder Ritt", sagte Lischka und berichtete von einer sehr langen Busfahrt am Vortag sowie einer unruhigen Nacht.

Zwar gestaltete Gießen die Viertel drei und vier mit 18:19 und 14:17 noch ausgeglichen und präsentierte sich bis zum Schluss, auch in Person von Marco Völler, sehr kämpferisch. Hoffnung wollte aber nicht mehr aufkommen, zu hoch die Hypothek aus dem zweiten Durchgang (15:28). Dennoch, und wohl gerade mit Blick auf die zweite Halbzeit, hatte der Alba-Coach lobende Worte parat: "Ich haben großen Respekt vor Gießen und ihren Leistungen. Sie spielen immer mit großer Intensität und lassen sich auch von hohen Rückständen nicht beeindrucken - so auch heute."

Mehr Energie und Intensität brachte diesmal aber klar der Gegner auf das Parkett: "Ihre Aggressivität kombinieren sie mit einer hohen Qualität und sie haben die erste Halbzeit dominiert. Ich bin froh, dass wir dann zumindest die zweite Hälfte ausgeglichen gestalten konnten", sagte Freyer, für den es mit seinem Team am 10. Dezember in der Osthalle gegen Ulm weitergeht.

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