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Begeisterter Applaus und »Bravo«-Rufe in Altenstadt

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Für ein wundervolles Drei-Generationen-Konzert sorgen Karl Ventulett, Marlene Neuwirth, Cornelia Neuwirth, Dorothea Warns-Ventulett und Elias Neuwirth (v.l.). FOTO: SCHNEIDER © Ingeborg Schneider

Drei-Generationen-Konzert für die Tafel in Büdingen: Auf Einladung des BUND und des Nabu ist in der Kirche von Altenstadt Musik aus vier Epochen zu hören.

Altenstadt (mü). Das 26. Benefizkonzert unter dem Dach der Altenstädter Umwelt- und Naturschutzverbände BUND und Nabu sorgte für eine vollbesetzte evangelische Nikolaikirche: Ein herausragendes Drei-Generationen-Quintett präsentierte 15 Musik- und Gesangsstücke aus den vier Epochen Barock, Klassik, Romantik und Impressionismus.

Hinreißende Musikerfamilie

Mit dem 17-jährigen Elias Neuwirth am Fagott und der 19-jährigen Marlene Neuwirth (Piano, Sopran) sowie ihrer Mutter Cornelia Neuwirth am Piano hatten sich die beiden Veranstalter nicht nur eine hinreißende Musikerfamilie aus Frankfurt ins Haus geholt, sondern auch zwei Mehrfach-Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert« und Mitglieder des Landesjugendsinfonieorchesters Hessens.

Für die Anbindung an Altenstadt sorgten Karl Ventulett, der als Solofagottist der Frankfurter Oper bis vor Kurzem Elias Neuwirths Fagottlehrer war, und Dorothea Warns-Ventulett, deren warmer Mezzosopran die perfekte Ergänzung zur jugendlichen Stimme von Marlene Neuwirth darstellte.

Eröffnet wurde das Konzert von Dr. Werner Neumann, der als Vorsitzender des BUND Altenstadt erläuterte, dass die nach dem Konzert gegebenen Spenden der Büdinger Tafel zugutekämen. Marlene Neuwirth eröffnete den Abend als Solo-Pianistin mit der tänzerischen Allemande aus der französischen Suite von Johann Sebastian Bach. Elias Neuwirth und sein Lehrer Karl Ventulett inszenierten die Sonata V. eines unbekannten Meisters als Zwiegespräch zweier Fagotte, das über die sechs prägnanten Sätze hin ein Spektrum von Frage und Antwort, Abwarten und Impuls, Pause und Akzent sowie einem fast schon jazzartigen Abschluss entwickelte.

»The wakefull Nightingale - Die hellwache Nachtigall« von John Weiden bot Marlene Neuwirth lebhaft und mit jugendlicher Frische dar, ebenso die italienische Arie »Bel piacere« aus der Oper Agrippina von Georg Friedrich Händel - die Sängerin wurde dabei von ihrer Mutter Cornelia Neuwirth begleitet. Nachdenkliche, melodiöse Linien zeichneten Mutter und Sohn Neuwirth mit dem Satz »Triste« aus der Sonate f-moll von Georg Philipp Telemann, heiter kontrastiert durch das temperamentvolle Allegro mit vielen schnellen, reich verzierten Läufen.

Abendstimmung und innige Lieder

»Laudamus te - Wir loben dich« aus dem »Gloria« von Antonio Vivaldi gestaltete sich als jubelndes Duett von Marlene Neuwirth und Dorothea Warns-Ventulett mit Cornelia Neuwirth am Piano, »Wie freudig ist mein Herz« von Johann Sebastian Bach als Hommage an den Thomaskantor wiederum als Gesangssolo von Marlene Neuwirth. Vor der Pause erklang noch die Sonate F-Dur für zwei Fagotte von Wolfgang Amadeus Mozart, die die ganze Bandbreite der solistisch selten gehörten großen Holzblasinstrumente offenbarte.

Im zweiten Teil legte man den Schwerpunkt auf die Abendstimmung und innige Lieder der Romantik - mit dem Abendlied von Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem fragilen Abendständchen von Paul Hindemith. Dazwischen erklang, wiederum als Gesangsduett, das humorvoll-ironische Lied »Die Schwestern« von Johannes Brahms und als Solo die zauberhafte »Lotusblume« von Robert Schumann, deren Geliebter nach dem Text von Heinrich Heine nicht die Sonne, sondern der Mond ist. Als Solopianistin intonierte Cornelia Neuwirth souverän und elegant Notturno, Ballade und Mazurka von Clara Schumann mit seinen inspirierenden Melodieführungen.

Zwei Duette für zwei Fagotte von Carl Jacobi wurden in perfekter Synchronizität dargeboten. Als Solistin am Piano beschloss Marlene Neuwirth das Konzert mit den flirrenden Sätzen Moderé und Movement de Menuet aus der Sonatine pour piano von Maurice Ravel und zeigte darin ihre ganze Virtuosität. Zum krönenden Finale fanden sich alle fünf Musiker zur Arie »Shepherd, shepherd« aus der Oper »King Arthur« von Henry zusammen. Begeisterter Applaus und »Bravo«-Rufe honorierten den außergewöhnlichen Abend.

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