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Bei Donna und Dimi im Paradies

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Von: Michael Humboldt

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Katarina (l.), Dimi und Donna verwöhnen seit 30 Jahren im Bürgerhaus ihre Gäste. © Nicole Merz

Donna ist eine Kultfigur in Rödgen. Mit ihrem Chef Dimi und seiner Frau Katarina feiert sie in diesen Tagen Jubiläum im Bürgerhaus. Das Restaurant »Apollon« im Bad Nauheimer Stadtteil verwöhnt seit 30 Jahren die Gäste mit hochkarätiger Küche und herzlichem Umgang.

Ich soll einfach nur Donna schreiben, betont sie. Ihren vollständigen Namen kennen auch die meisten Gäste nicht. Donna reicht und ist Kult in Rödgen und im ganzen Umland. Seit 30 Jahren begrüßt sie fast alle mit Umarmungen, und viele nennt sie einfach nur »Schatzilein«. Auch wenn man Jahre nicht bei ihr war, erinnert sie sich an jeden und alles. Und alle lieben es, mit ihr über Gott und die Welt zu plaudern.

Als Donna im August drei Wochen im Heimaturlaub weilte, litten die Stammgäste spürbar unter Entzugserscheinungen. »Eine derartige Kombination von Lebensfreude und hochkarätigen Speisen gibt es weit und breit nicht«, schwärmt einer von ihnen, der von Beginn an ins »Apollon« gekommen ist. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es das griechische Restaurant im Bürgerhaus Rödgen, und fast an jedem Abend sind die Tische und Stühle restlos besetzt. Und das liegt natürlich auch am Chef.

Als Dimitrios Michalakis im Jahr 1992 erfahren hat, dass das Restaurant im Bürgerhaus Rödgen frei ist, hat er sich einen Lebenstraum erfüllt. Als gelernter Koch zaubert er seitdem ganz alleine in seiner Küche die Lieblingsspeisen seiner Stammkunden. Souvlaki, Moussaka und Gyros seien die Renner im »Apollon«, erzählt Dimitrios, den aber alle nur Dimi nennen.

Wenn viel los ist, hilft ihm natürlich auch Katarina, die die Frau von Dimi ist und die Schwester von Donna. Beide leben in Preungesheim in der Nähe der Friedberger Landstraße in Frankfurt und fahren seit 30 Jahren tagtäglich nach Rödgen und zurück. »Wir sind nie nach Bad Nauheim gezogen, weil es für unsere Kinder keine griechische Schule hier gab«, erzählt Katarina. Aber auch diese Konstellation ist ein Erfolgsgeheimnis des »Apollon«, denn Dimi bringt das Fleisch vom Fleischversorgungszentrum, dem früheren Schlachthof in Frankfurt, mit und die Fische aus der Fisch- und Feinmarkthalle Venos in Rödelheim, die ein Paradies ist für Feinschmecker. Schummel-Essen aus den Discountern lehnt er rigoros ab. Und so kommt manch einer nur wegen den grandiosen Sardellen ins »Apollon«.

Heimweh hat sie nicht

Donna wohnt in Bad Nauheim und war gerade im Urlaub in Nordgriechenland in der Nähe von Saloniki, woher sie stammt. Ob sie nicht Heimweh habe, wird sie manchmal gefragt. Und dann winkt sie nur ab: »Nein, nein, mein Leben ist seit 30 Jahren hier, und das ist auch gut so.«

Das Hackfleisch wird bei Dimi und Katarina mit einer Maschine selbst gemacht, und in der Friteuse zaubern sie die »besten Pommes im Wetteraukreis«, wie es heißt. »Schau, wir legen hier Wert auf Sauberkeit und Qualität«, erklärt Donna beim Gang durch Dimis Küche. Vor der Wand deutet sie auf eine Urkunde des Hessischen Rundfunks, der das »Apollon« zum »Lieblings-Restaurant 2022 von HR4 gekürt hat.

Für die Getränke sorgt Donna am Zapfhahn und natürlich am Kühlschrank. Wenn Gäste Sonderwünsche haben und keine zwei Souvlaki-Spieße schaffen, bekommen sie die Senioren-Variante in kleinerer Form. Bei der Bestellung kann man alles mit Donna aushandeln.

An diesem Abend ist der Lufthansa-Stammtisch vor Ort, der seit 30 Jahren jeden Dienstag bei Donna und Dimi einkehrt. Das Emblem der Fluggesellschaft steht auf dem Tisch. Zehn ehemalige Piloten und Flugingenieure plaudern hier jede Woche über ihre Abenteuer in der ganzen Welt. Er sei nach Rödgen gezogen, und ihm seien dann viele Kollegen gefolgt, die attraktive und günstige Bauplätze gesucht hätten, erklärt ein ehemaliger Pilot das Flieger-Phänomen auf dem Rödgener Berg. Alle seien sie in vielen Ländern unterwegs gewesen, doch das Restaurant »Apollon« habe keiner getoppt, betonen sie.

»Zu uns kommen auch viele Vereine aus Bad Nauheim, Butzbach und dem ganzen Wetteraukreis«, erklärt Donna, die am Donnerstag Freunde und Stammgäste zur Jubiläums-Feier geladen hatte, bei der sich natürlich auch der Bürgermeister angekündigt hatte. Wahrscheinlich hat Donna auch ihn bei der Begrüßung »Schatzilein« genannt. »Wir haben gegrillt, geplaudert und einfach nur Spaß gehabt«, freut sich Donna, die auch in den sozialen Netzwerken mit Lob überschüttet wird - eine Kostprobe: »Bei Donna und Dimi ist es, wie mit Freunden daheim im Wohnzimmer zu sitzen. Das Essen wird vom Chef mit viel Liebe zubereitet und ist stets frisch. Es geht sehr familiär zu im ›Apollon‹. Wir gehen bereits seit mehr als 25 Jahren zu Donna und Dimi, und geschmeckt hat es uns immer. Unbedingt besuchen.«

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