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Bei Goethe zu Gast

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Von: red Redaktion

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Mitglieder des Lions Clubs Wetterau und ukrainische Gäste verbringen einen besonderen Tag in Wetzlar. FOTO: LIONS CLUB © pv

Wetteraukreis (red). Was haben edle Möbel, ein ökumenischer Dom und Werthers Entstehungsgeschichte gemeinsam? Sie gehören zu den kulturellen Besonderheiten, die die Stadt Wetzlar zu bieten hat - und die wollte der Lions Club Wetterau im 250. Jahr des Goethe-Aufenthaltes näher kennenlernen.

So traf man sich um 14 Uhr vor dem Palais Papius, das heute als Museum für »Europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock« dient. Die Präsidentin des Clubs, Gaby Küster, begrüßte nicht nur ihre Clubmitglieder, sondern auch ukrainische Gäste des Clubs. Anschließend begann eine geführte zweisprachige Tour durch die ausgestellten Prachtstücke meisterlicher Handwerkskunst. Wie komfortabel die heutigen Leichtgepäckstücke auf Rädern sind, wurde den Besuchern im unmittelbaren Vergleich mit den wuchtigen Reisetruhen der Ausstellung bewusst.

Ukrainische Gäste staunen

Nach dem Museumsbesuch begann eine Führung durch Wetzlars romantisch verwinkelte Altstadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern, bei der auch das Haus, das 1772 den deutschen Dichterfürsten beherbergte, gewürdigt wurde.

Im Dom erklang die von der Familie Leitz gestiftete Orgel. Die Gruppe bestaunte die kuriose Tatsache, dass der Gebläsemotor der Domorgel wahlweise mit »katholischem« oder »evangelischem« Strom betrieben werden kann, weil die beiden Domgemeinden über eigene Sakristeien mit separater Schaltung der elektrischen Energie verfügen.

Anschließend ging es weiter zum Lottehof, wo ein Goethe-Darsteller die Gruppe begrüßte und mit viel Esprit von der Zeit in Wetzlar erzählte, während man gemütlich unter schattigen Bäumen saß und sich schon nach den ersten Worten in das Jahr 1772 zurückversetzt fühlte.

Da sich der Lions Club im Vorfeld des Besuches mit dem berühmten Briefroman des jungen Goethe beschäftigt hatte, staunten nur die ukrainischen Gäste über die blau-gelbe Gewandung des Goethe-Darstellers, die jener Modewelle entsprach, die der Roman seinerzeit europaweit auslöste.

Nach dem ausgiebigen Foto-shooting mit einem gut gelaunten »Goethe« nutzte Küster die Gelegenheit, den ukrainischen Gästen ein baldiges Ende der Kriegsschrecken in ihrer Heimat zu wünschen.

In einer urigen Wetzlarer Gaststätte wartete anschließend bereits eine lange Tafel auf die Gruppe, sodass ein besonderer Tag bei leckerem Essen und lebhaften Gesprächen zu Ende ging.

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