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Beinahe-Rekord nach Corona-Pause bei Ortenbergs Schützen

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Der Auftaktabend des Ortenberger Schützenfestes ist der Auszeichnung verdienter Vereinsmitglieder sowie der erfolgreichsten Teilnehmer und Teams der Stadtmeisterschaft gewidmet. © Manuela Baumann

Zwei Jahre musste man mit dem Schützenfest in Ortenberg coronabedingt pausieren. Beim Neustart gab es nun fast einen Teilnehmerrekord bei den Stadtmeisterschaften zu verbuchen-

Ortenberg (mba). »Nach zwei Jahren Pause müssen wir das Schützenfest erst wieder üben«, meinte Matthias Metka, Erster Schützenmeister der Ortenberger Schützengesellschaft, am Auftaktabend der Traditionsveranstaltung. Tatsächlich hatten die Schützen rund ums Schützenhaus aber erneut alles im Griff, als es galt, die erfolgreichsten Teilnehmer und Mannschaften der Stadtmeisterschaft im Schießen auszuzeichnen und verdiente Mitglieder zu ehren.

Und das Interesse der Ortenberger Vereine und Firmen am Schießwettstreit der »Amateure« war ungebrochen und erreichte mit 44 Teams à vier Personen das zweitstärkste Teilnehmerfeld in der Veranstaltungsgeschichte. Zwar fehlten einige Gruppen, die sonst stets mitmachen, dafür traten andere mit mehr Teams an oder wagten erstmals die Teilnahme. Auch ihre Ergebnisse, so lobten Metka und sein Stellvertreter Michael Kolbe, konnten sich sehen lassen und waren teils sogar wettkampftauglich. Einzig am Feiern haperte es ein wenig, denn längst nicht alle Teams, die mitschossen, kamen auch zur Preisverleihung. Wie es richtig geht, zeigte die Damen-Riege vom Haus Europa, die aus der Ehrung ein fröhliches Event machte, mit aufblasbarem Krönchen gekommen war und sogar Blütenblätter dabei hatte, die sie statt Konfetti in die Luft warf, als man sie schließlich aufrief.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben je zehn Schuss mit Luftgewehr und Kleinkalibergewehr ab, die man alle wertete. Beste Damenmannschaft wurde diesmal der Bleichenbacher Kindergarten mit 535 Ringen hauchdünn vor den Zweitplatzierten des Hauses Europa mit 534 Ringen. Platz drei ging an den Karnevalclub Selters-Wippenbach (504 Ringe). Bei den Herren-Teams siegte Holzbau Franz (644 Ringe) vor der Feuerwehr Ortenberg (620 Ringen) und dem Karnevalclub Selters-Wippenbach (602 Ringe).

Beste Einzelschützin war Martina Kindermann (157 Ringe) vor Svenja Guthmann (157 Ringe) und Laura Franz (155 Ringe). Bei den Herren siegte Matthias Mayer von der Firma Holzbau Franz mit 177 Ringen vor seinem Kollegen Michel Thaden (161 Ringe) und Lars Wagner von der Stadtverwaltung (161 Ringe).

Rücksicht auf Ukraine-Flüchtlinge

Ritter der Stadtmeisterschaft wurde Michel Thaden vor Matthias Mayer und Julien Zahn vom Team Stadtverwaltung. Normalerweise wird für den Ritter der beste Kleinkaliber-Schuss gewertet, gemessen in Teilern (ein Tausendstel Millimeter) vom Zentrum der Scheibe. Dies war diesmal jedoch nicht möglich, da auf zwei Scheiben je zwei Zehner teils leicht versetzt übereinander lagen und eine maschinelle Auswertung der Teiler nicht möglich war. Aus diesem Grund wertete man schließlich die Anzahl der Zehner beim Kleinkaliberschießen.

Traditionell ehren Ortenbergs Schützen zum Auftakt des Schützenfests auch treue Vereinsmitglieder. Dies waren dieses Jahr Dirk Franz, Sebastian Glowania, Susanne Kneipp, Ulrike Pfeiffer-Pantring und Reiner Schädel für zehn Jahre sowie Günter Schädel und Gerhard Uhl für 20 Jahre. Seit 25 Jahren gehören die zu den Aktivposten der Schützen zählenden Kornelia Betz und Martin Hansche dem Verein an, ebenso Hermann Frech und Frauke Kärcher. Seit 40 Jahren ist Ehrenschützenmeister Klaus Staubach Mitglied, und Hugo Müller aus Usenborn sogar schon 50 Jahre. Für seine großen Verdienste um den Verein ernannte man Bernd Lotz, einen »Schaffer« in allen Bereichen, zum Ehrenmitglied.

Auf das traditionelle Anschießen des Schützenfests durch den Gewehrzug verzichteten die Ortenberger Schützen diesmal im Hinblick auf die aktuelle politische Lage in Europa übrigens ebenso wie auf die Salutschüsse vor dem Schloss im Rahmen des Schützenausmarschs am Sonntag. Mit Verweis auf die in Ortenberg untergekommenen Ukraine-Flüchtlinge sagte Matthias Metka: »Diese Menschen haben so viel hinter sich, da sollen sie nicht auch hier noch Schüsse hören müssen!«

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