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Besetzung wirft Fragen auf

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). Von gut zwei Wochen ist Deliah Eckhardt als neue Leiterin der Pressestelle des Wetteraukreises vorgestellt worden (diese Zeitung berichtete). Weil die Bad Vilbelerin »einen sehr exponierten CDU-Hintergrund« aufweise, werfe ihre Besetzung Fragen auf, schreiben die Oppositionsfraktionen von Grünen, Freien Wählern und FDP im Kreistag in einer Pressemitteilung.

Diese Fragen wollen sie in einem Akteneinsichtsausschuss klären.

»Journalistische Nachwuchsförderung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, stellvertretende Sprecherin des Landesverbands der hessischen CDU, Referentin im CDU-geführten Sozialdezernat der Stadt Frankfurt, CDU-Stadtverordnete und Vorsitzende der Jungen Union in Bad Vilbel - das sind die Stationen und Attribute der neuen Pressesprecherin des Wetteraukreises«, schreiben Grüne, FW und FDP. Zudem entstamme Deliah Eckhardt »einer in der CDU exponierten Familie«.

Ihre Besetzung werfe zwangsläufig Fragen auf. Die Opposition wolle daher wissen: »Erfolgte die Besetzung nach Qualifikation oder Parteibuch?« Um dies zu klären, beantragen die drei Fraktionen nun einen Akteneinsichtsausschuss.

Pressesprecher, so argumentiert die Opposition, würden oft aufgrund politischer Nähe ausgewählt. »So war das in der Vergangenheit auch im Wetteraukreis.« Deutlich werde dies bei Bundes- oder Landesregierungen. Wechselten dort die politischen Verhältnisse, wechselten auch die Regierungssprecher.

Offener Umgang wird begrüßt

»Beim Kreis allerdings ist das anders«, sagt die Grünen-Co-Fraktionsvorsitzende Isil Yönter. Ein Wechsel an der Kreisspitze ziehe nicht automatisch die Neubesetzung der Leitung der Pressestelle nach sich. »Insofern kann erwartet werden, dass bei der Besetzung solcher Stellen Parteibücher keine Rolle mehr spielen sollten. Unzeitgemäße Muster sollten nicht wiederholt werden.«

Eckhardts Berufung habe einen Geschmack. »Wir begrüßen den offenen Umgang des Kreises mit ihrem Werdegang«, sagt FW-Fraktionsvorsitzender Erich Spamer. »Er wäre bei ihrem Bad Vilbeler Hintergrund ohnehin Thema gewesen.« Man sehe sich verpflichtet, kritisch nachzufassen. FDP-Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn ergänzt: »Die FDP hatte bereits eine Anfrage zum Ausschreibeverfahren gestellt. Aus der Antwort gehen zwar einige Details des Auswahlverfahrens hervor. Jedoch bleibt die zentrale Frage, was den Ausschlag für die Besetzung gegeben hat, offen.«

Landrat Jan Weckler (CDU) hatte vor rund zwei Wochen bei Eckhardts Vorstellung mitgeteilt: Sie »ist eine hervorragende Kommunikationsexpertin und hat sich in einem anspruchsvollen Bewerbungsverfahren als Beste unter mehr als 20 Bewerberinnen und Bewerbern präsentiert«.

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