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Besonderes Kunsterlebnis

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Die Malerin Nadja El-Hagge, die Restauratorin Christine Heinemann sowie der Bildhauer und Steinmetz Richard Pröscher laden zur Vernissage ins Alte Rentamt des Gederner Schlosses ein. © Stefan Weil

Gedern (sw). »Buddhafahrt, Schützenscheiben, In-Sekten und & Basalten« lautet der Titel einer Ausstellung, zu deren Vernissage Kunstliebhaber für Freitag, 20. Mai, in das Alte Rentamt des Gederner Schlosses eingeladen werden. Organisiert werden die Vernissage und die Ausstellung von den Schottener Künstlern Nadja El-Hagge, Christine Heinemann und Richard Pröscher.

Partner und Gastgeber ist die Familie Reinhard aus Gedern. Das Künstler-Trio gab den Anstoß, in dem beeindruckenden Gebäude mit seinem historischen Basaltgewölbe und den verwunschenen Außengärten ein besonderes Kunsterlebnis zu initiieren.

Fasziniert von Schützenscheiben

Die Malerin Nadja El-Hagge hat im vergangenen Jahr ihre Schießscheibenobjekte in der Schottener Stadtverwaltung ausgestellt und sucht gerne ungewöhnliche künstlerische Felder. Ihre Schießscheiben, die sie wie einen Flickenteppich aneinander näht, waren bereits in der Deutschen Börse in Eschborn und in der Stadtgalerie von Bad Soden zu sehen. Etwa 800 dieser 17 mal 17 Zentimeter großen Scheiben hat sie bereits bemalt, meist mit Aquarellstiften, aber auch mit Acrylmalfarben. Manchmal arbeitet sie auch Textzeilen eines von ihr verfassten Gedichtes in die quadratischen Werke ein. Die Schottener Künstlerin ist von Schützenscheiben fasziniert. »Bei einer Schützenscheibe ist es das Ziel, mitten ins Schwarze zu treffen. Die Fokussierung eines Themas auf seinen Kern bedeutet konzentriertes Betrachten und Innenschau«, erklärt sie. Ihre Schützenscheiben sind ein Synonym für gedankliche Fragmente über große Themen wie Religion und Liebe, aber auch alltägliche Beobachtungen. Dabei entsteht eine Bildersprache, in der viele Themen wiederholt und in einen neuen Sinnzusammenhang gesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Buddhas, Insekten, Glasprismen, Madonnen, Musiker, Porträts oder grafische Muster.

»Jede Schützenscheibe kann für sich stehen, aber auch in einem größeren Sinnzusammenhang. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich und lassen den Betrachter kreativ werden«, erklärt die Künstlerin. El-Hagge hat ein Arbeitsstipendium des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. 2020 ist sie nach Schotten zurückgekehrt, wo sie aufgewachsen war.

Richard Pröscher, Bildhauer und Steinmetzmeister, und seine Partnerin Christine Heinemann, Restauratorin und Vergolderin, kombinieren die Materialien Basaltlava und Blattgold. »Wir schaffen so einen starken Kontrast«, erklären sie. Das Edelmetall, aufgebracht auf einen nüchternen, von erstarrter Energie erfüllten Stein, verstärkt die Dynamik der zerklüfteten Oberflächenlandschaft und erhebt sie so zum Kunstobjekt.

Hommage an die Natur

Heinemann und Pröscher verstehen ihre Objekte als Hommage an die Natur. Sie sind in Schotten aufgewachsen und haben dort ihren Lebensmittelpunkt. Die beiden Künstler laden die Besucher der Ausstellung ein, die von ihnen geschaffenen Objekte aus natürlichen Materialien genauer zu betrachten. »Die konkave, gewölbte Form bündelt die Ansichten der Betrachter«, sagen sie.

Die Vernissage beginnt um 17.30 Uhr. Nach einführenden Worten zur Kunst ist die Ausstellung an diesem Abend bis 21 Uhr geöffnet. Die Werke können nach einer Terminabsprache bis zum 28. Mai besichtigt werden. Weitere Informationen gibt es bei Nadja El-Hagge (01 70/6 86 75 29) und Richard Pröscher (0178/1 39 4045).

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