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Besuch in „Saemien Sijte“

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Von: Sabrina Dämon

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Jahrelang schon sollte es einen Neubau für das Museum für südsamische Kultur geben – vergangenen Sommer hat es auf einer Anhöhe in Snåsa geöffnet. Ein Rundgang durch die (noch nicht ganz fertige) Ausstellung.

Museum, Samen, Norwegen
1 / 6„Saemien Sijte“: Das Museum hat in diesem Jahr an einem neue Ort auf einer Anhöhe vor Snåsa eröffnet. Neben der Präsentation samischer Kultur in der Dauerausstellung ist es auch Kulturzentrum und Treffpunkt. In Werkstätten können Besucher arbeiten, zum Beispiel Rentierleder gerben oder schnitzen. Zudem gibt es Archive und eine Bibliothek. © Sabrina Dämon
Ausstellung, Museum, Norwegen
2 / 6Gievrie – die Trommel – galt als ein wichtiger Wegweiser im Leben der Samen. Die Trommeln wurden häufig von Nåejtie gespielt: eine Person, so erzählt es die samische Kulturgeschichte, die mit der Trommel zwischen den Welten reisen konnte und Botschaften zwischen vaajnoes (dem Sichtbaren) und ov-vaajnoes (dem Unsichtbaren) vermitteln konnte. Nåejtie konnte heilen, Träume interpretieren und in Krisen Hilfe leisten. Die Trommel im Museum ist eine der wenigen, die heute noch in Norwegen ist. Dafür werden allerdings einige Samen-Trommeln in deutschen Museen ausgestellt. Das, erklärt Saemien-Sijte-Leiterin Birgitta Fossum, ist historisch bedingt: Viele der Trommeln sind von christlichen Missionaren verbrannt worden - “weil sie sie als Instrumente des Teufels betrachtet haben.” Doch zwischen 1721 und 1723 reiste der christliche Missionar Thomas von Vesten durch Sápmi (das Land der Samen), um die Samen zu christianisieren. Im Gegensatz zu anderen Missionaren verbrannte er die Artefakte der Samen nicht, sondern nahm sie ihnen ab. “Er wollte etwas über die Bräuche der Samen lernen, um sie auf diesem Weg zu missionieren.” Einige der Trommeln schickte er nach Dänemark, wo die christliche Gemeinde war, in deren Auftrag er unterwegs gewesen ist. “Dort war es exotisch, die Trommeln vorzuführen”, berichtet Birgitta. Zum Beispiel wurden sie in einem Kuriositätenkabinett ausgestellt. Teilweise wurden sie aber auch verschenkt – an Adelige. In deren Sammlungen lagern sie bis heute und sind deswegen zum Teil in Museen ausgestellt. “Heute gibt es in Deutschland 17 Trommeln in Museen” - unter anderem in Berlin, Dresden oder Meiningen. Die Trommel in Meiningen war ein Hochzeitsgeschenk für einen Grafen, als er im 19. Jahrhundert heiratete. Zum Jahrestag des ersten internationalen Samen-Treffens (6. Februar 1917 in Trondheim), verlieh das Meininger Museum die Trommel – und sie kam nach Trondheim. © Sabrina Dämon
Ausstellung Norwegen Museum
3 / 6Eine Gürteltaschen (Daaskoe) für Männer. Die Taschen werden aus Rentierhaut und Wolle hergestellt. © Sabrina Dämon
Ausstellung Museum, Samen, Norwegen
4 / 6Kleidung: In der traditionellen Kleidung der Samen kommen stets vier Farben vor: blau, rot, gelb und grün. Blau symbolisiert den Himmel, gelb die Sonne, grün die Erde, rot das Feuer. © Sabrina Dämon
Ausstellung, Museum, Norwegen
5 / 6Von Braut zu Braut: Die Krone wird von Frauen zur Hochzeit getragen. Die Duojar, eine Handarbeiterin, die sie hergestellt hat, hat sie dem Museum in Snåsa überlassen – unter einer Bedingung: Wenn eine Südsamin heiratet, darf sie die Krone vom Museum ausleihen. “Viele Bräute haben mit dieser Krone geheiratet”, sagt Museumsleiterin Dr. Birgitta Fossum. “Und sie wird noch immer verliehen.” © Sabrina Dämon
Ausstellung, Museum, Norwegen
6 / 6Persönlich: Jede Person hat einen eigenen Löffel. Die Löffel werden aus Rentiergeweih geschnitzt. Die eingravierten Symbole sind individuell. © Sabrina Dämon

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