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Blick zurück auf den Beginn des Lebens Jesu

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Von: red Redaktion

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Liebe Schwestern und Brüder!

Wir begehen morgen den Palmsonntag. Es ist die letzte Woche im Leben des historischen Jesus. Werfen wir doch einmal einen Blick zurück auf den Beginn dieses Lebens. Jesus wurde in Bethlehem geboren und wuchs im beschaulichen Nazareth auf. Wie man annimmt, hat er den Beruf seines Ziehvaters Josef gelernt und war jahrelang als Zimmermann aktiv.

Mit 30 Jahren trat Jesus als der Sohn Gottes an die Öffentlichkeit. Primär heilte und lehrte er. Seine Aufgabe war es, seinen Zeitgenossen das Reich Gottes nahe zu bringen. Der Ratschluss Gottes sah es vor, dass Jesus die Menschen, die Welt durch seinen Tod am Kreuz erlösen und somit das ewige Leben bringen sollte.

Das wusste Jesus bereits - und er geht seinen Weg im tiefen Vertrauen zu seinem Vater. Immer wieder hat Jesus versucht, diese Bestimmung seinen Freunden, den Aposteln, mitzuteilen - und sie darauf vorzubereiten. Aber gar nicht so einfach! Petrus war nicht damit einverstanden und bestand vorerst darauf, dass dieses nicht mit Jesus geschehen darf. Aber Jesus lässt sich natürlich nicht darauf ein und macht Petrus darauf aufmerksam, dass er die Gedanken der Menschen denkt und nicht die Gedanken Gottes. Auch die Verklärung von Jesus diente dazu, Jakobus, Johannes und Petrus auf sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung einzustimmen. In der Verklärung sollten seine drei Apostel erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der seinen Weg durch Kreuz und Tod bis zu seiner Auferstehung geht. Die Auferstehung triumphiert über Leiden und Tod.

Nach drei Jahren öffentlichen Wirkens von Jesus war der Zeitpunkt gekommen, zur letzten Woche in Jerusalem einzuziehen.

Die Juden in Jerusalem sahen in Jesus nur zu gern einen politischen König. Eben den Messias, der sie von der grausamen Herrschaft von Rom befreien sollte.

Diesem Eindruck trat Jesus entschieden entgegen, indem er eben nicht auf einem großen und imposanten Reittier, einem Pferd oder gar Elefanten, sondern ganz bescheiden auf einem jungen Esel daher ritt. Das Volk jubelte seinem vermeintlichen politischen Befreier zu. Die ganze Stadt war voller Freude und in ausgelassener Stimmung.

Jedoch kippte diese ausgesprochene Hochstimmung ganz schnell, weil die Menschen erkannt haben, dass Jesus der Gesandte Gottes ist. Sie haben nicht akzeptiert, dass Jesus das Reich Gottes zu ihnen bringen wollte. Das Irdische war ihnen wichtiger.

So wurde aus dem Ruf »Hosianna« ein paar Tage später der Ruf »Kreuzige ihn«. So wankelmütig können Menschen sein, wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Palmsonntag und eine besinnliche Karwoche!

Pfarrer Wolfgang Nickel ist Altenheim- und Klinikseelsorger in Gedern und Nidda.

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