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Blue Community: Ehre und Herausforderung für Büdingen

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Wie die Frösche gehört auch das Wasser zu Büdingen. Passend dazu wird die Stadt jetzt eine Blue Community. © Laura Eßer

Am Montag wird Büdingen zur Blue Community. Dabei geht es um den sparsamen und nachhaltigen Umgang mit Wasser. Eine prominente Vertreterin der weltweiten Bewegung wird erwartet.

Die kanadische Wasseraktivistin Dr. h.c. Maude Barlow macht auf einem Trip durch Deutschland und die Schweiz Halt in Oberhessen. Und das hat seinen guten Grund: Sie wird am nächsten Montag in feierlichem Rahmen der Stadt Büdingen eine Beitrittsurkunde übergeben. Mit ihr gehört die Kommune dann zur Blue Community.

Nach einem Vortrag der Alternativen Nobelpreisträgerin Barlow wollen Vertreter aus dem Rathaus und den Stadtwerken sowie die Mitglieder des Arbeitskreises Blue Community mit Besuchern ins Gespräch kommen und Ideen für die Gestaltung der Blue Community Büdingen entwickeln, Bürgerinnen und Bürger sind zum Empfang in der Wolfgang-Konrad-Halle in Lorbach eingeladen. Seit Kurzem ist außerdem klar: Das Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasium (WEG) wird es der Stadt gleichtun und sich als Blue-Community-School dem Schutz des Wasser verpflichten.

Per Beschluss hatte die Büdinger Stadtverordnetenversammlung sich Ende Januar zu den Prinzipien der Blue Community bekannt. Die Selbstverpflichtung ist ein Meilenstein für den Beitritt zur weltweiten Initiative, nachdem die ersten Projekte bereits in den vergangenen Jahren ins Rollen kamen.

Alternativer Nobelpreis

Und jetzt steht prominenter Besuch ins Haus: Maude Barlow ist Autorin und weltweit bekannte Aktivistin rund um das Thema Wasser, Mitbegründerin der Blue-Community-Bewegung und wirkte bei der Verankerung von Wasser als Menschenrecht in der Charta der Vereinten Nationen (UN) mit. Die 74-jährige Kanadierin war an der Gründung des »Council of Canadians«, der größten Bürgerrechtsbewegung Kanadas, sowie des »Blue Planet Projects« beteiligt, ist Mitglied des »World Future Council« und Teil des Verwaltungsrats von »Food and Water Watch«.

Der Umgang mit der lebenswichtigen Ressource, der Erhalt des Planeten und der Kampf gegen eine drohende Wasserkrise sind ihr ein besonderes Anliegen. Barlow, die in Ottawa zuhause ist, erhielt für ihr Engagement den Alternativen Nobelpreis 2005, den »Earthcare Award« sowie mehrere Ehrendoktorwürden.

Am Montag wird Maude Barlow nach ihrem Vortrag »Wem gehört das Wasser?« am Wolfgang-Ernst-Gymnasium die Blue-Community-School-Urkunde überreichen. Anschließend folgt der Empfang der Stadt, zu dem neben Bürgermeister Benjamin Harris und Erster Stadträtin Katja Euler auch der Betriebsleiter der Stadtwerke, Jochen Heyermann, und Claus Wilkens, Leiter des Arbeitskreises Blue Community, einladen. Vor der Übergabe der Urkunde wird Barlow einen Vortrag zum Thema »Wir schützen unser Wasser - sorgen für einen gleichberechtigten und universellen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung - hier und weltweit« halten.

»Wir freuen uns sehr, dass Maude Barlow nach Büdingen kommt, das ist nicht selbstverständlich. Sie erkennt damit die Arbeit der vergangenen Jahre an, die nun in den beiden Urkunden als Startschuss für die Blue Community mündet«, sagt Claus Wilkens. »Das wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung der beiden Bürgermeister, zunächst Erich Spamer und nun Benjamin Harris, sowie Jochen Heyermann und Schulleiter Oliver Eissing.«

Wie Benjamin Harris erklärt, habe er den Arbeitskreis kennenlernen und einen sehr positiven Eindruck vom Engagement der Gruppe gewinnen können. »Es ist eine Ehre für die Stadt und wir freuen uns, diese Urkunde gemeinsam mit dem Wolfgang-Ernst-Gymnasium zu erhalten«, sagt der Rathauschef. »Die Stadt und die Schule können Vorreiter für einen sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser sein, weshalb wir alle Interessierten einladen und auf gute Resonanz seitens der Bürgerinnen und Bürger hoffen.«

Der Empfang »Blue Community Büdingen« beginnt am Montag, 23. Mai, um 14 Uhr in der Wolfgang-Konrad-Halle in Lorbach. Das Tragen einer Maske in der Halle ist Pflicht.

INFO:

Städte, Gemeinden, Schulen, Universitäten und andere Institutionen können eine Blue Community werden. Blue Communities halten sich an:

Anerkennung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser und zur Sanitätsversorgung als Menschenrechte. Die verantwortlichen Stellen und Personen der Stadt, Gemeinde oder Institution tragen zur Umsetzung dieser Rechte bei und unterstützen entsprechende Maßnahmen.

Wasserdienstleistungen bleiben in öffentlicher Hand. Eine Blue Community hat ihre Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in öffentlichem Eigentum und setzt sich dafür ein, dass diese kommunalen Aufgaben in öffentlicher Hand bleiben.

Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser nutzen. Interne Betriebsstrukturen, Dienstleistungen und Veranstaltungen werden, wo immer möglich, Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung nutzen und die Nutzung von Leitungswasser fördern, um den Gebrauch von Kunststoff und den Transport von Flaschen zu verringern.

Eine Blue Community setzt sich auf internationaler Ebene für das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung ein und pflegt langfristige Partnerschaften und Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Städten, Gemeinden oder Institutionen im Ausland, insbesondere dort, wo diese Rechte noch nicht ausreichend gesichert sind. VON PAULINA SCHICK

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