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»bonni & kleid« in Schotten: Eine Erfolgsgeschichte

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Das Angebot im Second-Hand-Laden ist reichhaltig, hier ein Blick auf Hausratsartikel und Schuhe. © Stefan Weil

Der Second-Hand-Laden »bonni & kleid« in der Schottener Altstadt feiert ein kleines Jubiläum. Vor fünf Jahren wurde der Laden eröffnet und hat sich in kurzer Zeit zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt.

Seit 2017 besteht der Second-Hand-Laden »bonni&kleid« in der Schottener Altstadt. Das Geschäft, das jetzt ein kleines Jubiläum feiern kann, ist keines im herkömmlichen Sinn. Träger ist der Verein »Schotten hilft«. Und genau das wird mit dem Laden bezweckt.

Die Idee ist denkbar einfach. Ausgemusterte, aber noch gut erhaltene Kleidung, Hausratsartikel oder Schmuck können im Laden abgegeben werden. Dort werden sie gesichtet und für den Verkauf optisch ins Bild gesetzt. Die Arbeiten übernehmen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Dieses Engagement ist die eigentliche Säule des Konzeptes. Dadurch können die Artikel mit Preisen in geringer Höhe angeboten werden.

Der Überschuss wird gespendet

Trotzdem ergibt sich jährlich ein stattlicher Erlös - nach Abzug der Kosten, zum Beispiel für Miete und Unterhalt des Ladens. Der Überschuss kommt wieder sozialen und gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen in der Schottener Großgemeinde zugute.

Ideengeberin Heide Förschner kann vor dem Team der freiwilligen Helferinnen und Helfer beeindruckende Zahlen nennen. »Wir haben in den fünf Jahren rund 36 000 Teile verkauft, wobei die Verkaufszahlen jährlich angestiegen sind.« Enorm ist auch die Summe an Spenden, die ausgeschüttet wurden. »Es war zusammen genommen ein Betrag von 35 500 Euro«, sagt Förschner. Sie ist Vorsitzende von »Schotten hilft«, des im Mai 2017 gegründeten Trägervereins des Ladens. »Das alles haben wir ohne Hilfe oder Unterstützung einer Organisation erreicht«, merkt Förschner an. Unverhohlen gibt sie einmal mehr »zu Protokoll«, was sie und ihre Mitstreiter ärgert. »In den vergangenen fünf Jahren ›sponserten‹ wir zusätzlich das Finanzamt mit einem Betrag von circa 15 000 Euro. Viel lieber hätten wir mit diesem Geld Schottener Einrichtungen und Vereine unterstützt.«

Zunächst war der Laden einige Häuser weiter entfernt in der oberen Marktstraße untergebracht. Im ersten Corona-Jahr 2020 erfolgte der Umzug in den ehemaligen Geschenke- und Dekoladen Rückert. »Wegen des Lockdowns mussten wir die geplante Neueröffnung verschieben«, erinnert die Vereinsvorsitzende. Mit Schaufenster- und Türverkauf habe man die schwierige Zeit überbrückt. »Wir haben im neuen Laden eine doppelte Verkaufsfläche gegenüber dem alten, doch viel kleineren Laden«, sagt Förschner. Der Zulauf an gespendeten Artikeln sei weiterhin sehr hoch. »Der Laden ist schon wieder zu klein.« Förschner dankt in diesem Zusammenhang auch der Familie Bachmann, die in ihrem früheren Geschäftshaus in der Vogelsbergstraße einen großzügigen Lagerplatz zur Verfügung stellt.

»Den brauchen wir auch, nicht zuletzt für den Austausch von Winter- und Sommerartikeln.«

Das Konzept des Ladens sei in der Region einzigartig. In ihrer Dankesrede lobt die Vorsitzende das große Engagement des Teams. »Sie decken jeden Tag die Öffnungszeiten ab, gestalten Laden und Schaufenster entsprechend sowie sortieren, auszeichnen und dekorieren die gespendeten Sachen.« Förschner betont auch die Nachhaltigkeit des Konzeptes. »Statt wegzuwerfen werden die Dinge weitergenutzt.«

Eine Rose und eine Flasche Sekt gibt es für die Helferinnen und Helfer als symbolischen Dank. Die Vorsitzende von »Schotten hilft« erinnert gleichsam an die Mitstreiter der ersten Stunde. »13 von ihnen sind heute noch aktiv im Laden, acht mussten aus gesundheitlichen und privaten Gründen ausscheiden. Heute sind wir ein großes eingespieltes Team von mehr als 30 Frauen und Männern, die mit großem Engagement den Betrieb des Ladens gewährleisten. Neue helfende Hände sind gerne willkommen.« Heide Förschner lässt einen anderen Aspekt des Ladens nicht unerwähnt. Dies sei auch ein Ort für Gespräche und Entspannung beim Stöbern - eine Anlaufstelle für Menschen, die eine Ansprache suchen oder sich auch einfach nur mal die Zeit vertreiben wollen, wenn sie in der Nähe sind.

Viel Lob für das Projekt

Der Second-Hand-Laden ist inzwischen über die Grenzen Schottens hinaus bekannt und beliebt. »Die Menschen kommen gerne zu uns und schauen, was es Neues gibt.« Auch für Touristen sei der Laden zu einer Anlaufstelle geworden, »um zu bummeln, zu schauen und sich an den vielfältigen Dingen zu erfreuen. Es war und ist unser gemeinsames Ziel, Menschen eine Freude zu machen, Gutes zu tun und das mit Nachhaltigkeit zu verbinden«, sagt die Vereinsvorsitzende.

Viel Lob an Heide Förschner und das Ladenteam verteilt Schottens Bürgermeisterin. Susanne Schaab bezeichnet das Projekt als eine Herzensangelegenheit von Heide Förschner. »Sie hat damit viele Menschen bereichert, die ehrenamtlich und mit sichtlich viel Spaß dabei sind. Und nicht zuletzt werden dadurch viele Schottener Vereine und Einrichtungen finanziell unterstützt.« Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget würdigt ebenfalls das »mit viel Herzblut gelebte Engagement« des ganzen Teams. VON STEFAN WEIL

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