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Debatte in Büdingen um Frühalarmsystem für Starkregen

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Bei Starkregen können sich auch kleine Bäche schnell in gefährliche Gewässer verwandeln. Die Büdinger FWG möchte dafür ein Frühwarnsystem installieren. Das Stadtparlament will jedoch zunächst die Ergebnisse eines ähnlichen Projekts in Fulda abwarten. SYMBOL © Red

Büdingen wird den Einsatz eines Frühalarmsystems für Starkregenereignisse nicht eigenständig prüfen. Knapp lehnte das Stadtparlament einen Antrag der FWG hierzu ab. Stattdessen will man Ergebnisse eines Projekts aus dem Kreis Fulda abwarten.

Für ein Starkregen-Frühalarmsystem in Büdingen hat sich Ulrich Majunke (FWG) in der jüngsten Sitzung der Büdinger Stadtverordnetenversammlung stark gemacht, wo er für die Prüfung einer solchen Möglichkeit plädierte. Der Antrag hatte allerdings keinen Erfolg.

»Aktuell wird innerhalb des Kreises Fulda ein spannendes Projekt umgesetzt«, erklärte Majunke. Das Land fördert demnach besagtes Starkregen-Frühalarmsystem. Im Rahmen des zwischenzeitlich vorgestellten Büdinger Starkregen-Managements fand das Konzept laut Majunke ebenfalls Erwähnung.

Er ging auf den 29. Juni 2021 ein: »Als sich ein Unwetter über dem Tal und den Wäldern rund um den Wolfsbach zusammenbraute, hatte dies natürlich zunächst für den Stadtteil Dudenrod gewaltige Auswirkungen.« Glücklicherweise sei das Ereignis eine sogenannte »stehende Welle« gewesen, auf einen zeitlichen Umfang begrenzt. »Hätten sich die Gewitterwolken nur eine halbe Stunde oder länger in ähnlicher Intensität über dem Waldgebiet unseres Stadtteils abgeregnet, die Auswirkungen wären weitaus verheerender gewesen.«

Wetterphänomene mit großen Folgen

Auch in Wolf regnete es laut Majunke an diesem Tag stark, niemand sei dort zunächst aber alarmiert gewesen. »Von den wolkenbruchartigen Ereignissen im benachbarten Dudenrod hat man zunächst nichts mitbekommen. Dass der Wolfsbach später dramatisch anschwoll, blieb natürlich nicht verborgen, aber überraschend kam es dennoch«, sagte Majunke.

Daraus begründete er die Idee eines Starkregen-Managements für die Großgemeinde. »Es zeigt sich, dass solche Wetterphänomene mit ihren sehr lokalen Auswirkungen erhebliche Folgen haben können. Und ganz wichtig: Teilweise können sie völlig überraschend zu Hochwasserereignissen an Orten führen, die zunächst wenig oder gar nichts davon mitbekommen haben.« Laut einer Pressemitteilung des Wetteraukreises halte auch der Kreisausschuss ein Starkregen-Frühalarmsystem für interessant und beziehe sich dabei auf Fulda.

Anliegen der Freien Wähler war es nun, ein gemeinsames Interesse im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit anzukündigen. Dabei sprach Majunke von einer Kooperation mit den Städten und Gemeinden entlang von Nidda, Nidder und Seemenbach inklusive der Zuflüsse. Majunke beantragte die Überweisung in den städtischen Ausschuss für Bauen, Umwelt und Hochwasserschutz.

Enger Austausch mit Wetteraukreis

Wie Andrea Rahn-Farr (FDP) allerdings einwandte, hätten die Freien Wähler den gleichen Antrag bereits im Kreistag gestellt. Sie berichtete, dass es sich bei der Fuldaer Initiative um ein Projekt des Landes handelt. »Das läuft noch«, sagte sie.

Der Kreistag hat ihren Worten zufolge beschlossen, sich die Ergebnisse erst einmal anzuschauen und im zuständigen Ausschuss zu erörtern. Eine solch abwartende Vorgehensweise hielt sie auch in Büdingen für denkbar. Rahn-Farr warnte vor Aktionismus und übertrieben wortreichen Ausführungen, »ohne dass es vorangeht«.

Joachim Cott (Grüne) sah das ähnlich. »Du stellst uns hin, als hätten wir keine Ahnung von Hochwasserschutz«, sagte er zu Majunke. Der Vorschlag von Rahn-Farr, abzuwarten, mache Sinn. Cott regte eine Kontaktaufnahme der Stadtverwaltung zum Kreis Fulda an, um sich über Zwischenergebnisse zu informieren.

Wie Bürgermeister Benjamin Harris (CDU) erklärte, stehe der Wetteraukreis bereits in engem Austausch. Er betonte: »Der Informationsfluss besteht bereits.«

INFO: MODELLPROJEKT

In den vergangenen Jahren kam es bundesweit regelmäßig zu Hochwasserereignissen - auch im Wetteraukreis. Weil die meteorologischen Systeme insbesondere lokale Extremwetterlagen nicht immer oder nur ungenau vorhersagen können, führen das Land Hessen und der Landkreis Fulda derzeit ein Modellprojekt durch. Ziel ist die Verdichtung lokaler Messstellen und der Aufnahme von Pegelständen und Abflussdaten.

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