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Büdinger Traditionslokal »Zur Krone« vor der Wiedereröffnung

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Zum Helferfest hat die Familie Vulcano (Mitte) Firmen und Freunde eingeladen, die am Wiederaufbau des Gasthauses »Zur Krone« beteiligt waren. In dieser Woche steht die Wiedereröffnung des Lokals in der Büdinger Neustadt an. © Björn Leo

Aufbruchstimmung herrscht in der Neustadt. Tanja Vulcano und ihr Mann Filippo stehen vor der Wiedereröffnung des Büdinger Traditionsgasthauses »Zur Krone«. Jetzt fand ein Helferfest statt.

Hinter Tanja und Filippo Vulcano liegt eine schwere Zeit, Das Hochwasser Ende Januar 2021 hatte im Gasthaus »Zur Krone verheerende Schäden angerichtet. »Man wollte nicht mehr zum Briefkasten«, berichtet Tanja Vulcano über die Monate nach dem Unglück. Zuspruch und schnelle Hilfe fanden ihr Mann und sie vor allem bei den vielen Handwerkern aus der Region, die schier Unmögliches am Ende doch möglich gemacht haben. Eineinhalb Jahre dauerte der Wiederaufbau. Tag ein, Tag aus machten die Arbeiter der Familie Mut und stellten in jeder Woche unter Beweis, dass es auf alle Fälle weitergehen wird im Lokal, das die tiefste Stelle der Büdinger Altstadt markiert.

»Wenn es einer verdient hat, dann die«, sagt Tanja Vulcano über den Grund für das Helferfest, zu dem sie sämtliche Firmen eingeladen hat, die aus dem zerstörten Gasthaus ein Schmuckstück gemacht haben. Auf der Feier dankt das Ehepaar Vulcano den Helfern. Sie seien für die Familie »Therapeuten, Handwerker und Seelenklempner« gewesen und inzwischen sogar Freunde. Wie wahr diese Worte sind, zeigt sich im Gespräch mit Tanja Vulcano immer wieder. Man habe Fliesen fürs Lokal zusammen ausgesucht, stets seien aufbauende Worte gekommen und einmal sei sogar auf der Baustelle getanzt worden. Die Arbeiter hätten alles gegeben, um die Familie aufzumuntern.

In wenigen Tagen geht’s los

Jetzt fehlen nur noch die Holzumrandung der Theke und die Anschlüsse der Elektrik. Sollte nichts mehr dazwischenkommen, ist die Eröffnung des Gasthauses für kommenden Donnerstag geplant - pünktlich zur Landpartie, so Tanja Vulcano. Ursprünglich war der Start für März angesetzt, doch auch die Suche nach einem Pächter, der den Vorstellungen der Familie entspricht, war eine Herausforderung.

Für Tanja Vulcano ist die Krone »mehr als eine Einkommensquelle, sie ist mein Zuhause«, sagt sie stolz. Der richtige Pächter sollte die gleiche Geschäftsphilosophie hegen wie das Ehepaar.

Die Krone ist eine der ältesten Gaststätten Büdingens. 1986 kaufte ihr Vater Hans-Joachim Bokatius das Lokal, vier Jahre später übernahm Tanja Vulcano für 14 Jahre das Zepter. Bis zum Hochwasser blieb das Gasthaus verpachtet.

Tanja Vulcano sagt, sie sei schon immer Wirtin gewesen, ein Comeback für sich selbst sieht sie jedoch nicht. »Meine Zeit ist rum, aber ich stehe immer mit Rat und Tat zur Verfügung und helfe.« Den Namen des neuen Pächters und Kochs will sie jedoch noch nicht verraten. Es sei ein Deutscher mit irakischen Wurzeln und 20 Jahren Küchenerfahrung. Die Speisekarte hätten beide zusammen erstellt, Tanja Vulcano kenne »ihre Büdinger«. Der neue Koch habe viele Ideen, berichtet sie. Freuen können die Gäste sich auf deutsch-italienische Küche. Wichtig war ihr aber auch, dass der neue Koch ein halbes Hähnchen zubereiten kann. Das sei bei ihrem Vater schon auf der Speisekarte zu finden gewesen.

Bestätigung für die Arbeit

Die Büdingerin erzählt, sie habe sich oft gefragt, ob sie alles richtig gemacht habe. Gerade nach dieser für alle Beteiligten so außergewöhnlichen Zeit. Vor einigen Tagen sei ihr Vater das erste Mal durch die nahezu fertige Krone gelaufen und habe gesagt, dass er stolz auf seine Tochter sei. Für Tanja Vulcano, die ihren Vater als Vorbild sieht, eine Bestätigung für ihre Arbeit.

Nach dem Helferfest schließlich, erzählt Tanja Vulcano erleichtert, habe sie gedacht: »Das wars, der Kampf ist endlich rum.« Das Ehepaar Vulcano möchte jetzt nur noch in die Zukunft blicken.

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Tanja Vulcano mit Tochter Serena, Enkelin Ela und ihren Eltern Magdalena und Hans-Joachim Bokatius. © Björn Leo

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