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Büdinger Weinfest zum Sommerauftakt im Herzen der Altstadt

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Organisator Klaus Schwarzhaupt (4. v. r.), einige Teilnehmer sowie Vertreter der Stadt stellen am Marktbrunnen das Programm des achten Büdinger Weinfestes vor. Es findet am 18. und 19. Juni auf dem Marktplatz sowie auf dem Damm statt. FOTO: LEO © Björn Leo

Mit dem Weinfest startet die Stadt Büdingen in den Sommer. Veranstalter und Organisator versprechen Genuss, Geselligkeit und unbeschwerte Stunden im Herzen der Altstadt.

Der Büdinger Veranstaltungskalender weist für die nächsten Wochen gleich drei Termine aus, die gut zum Ambiente der Altstadt passen: das Garten-Kölsch-Fest, das an diesem Sonntag, 12. Juni, unter dem Motto »Blüten, Klang und Chorgesang« steht. Das Weinfest am darauffolgenden Wochenende und die Kulturnacht am Samstag, 9. Juli, die in diesem Jahr die Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft in den Fokus rücken. Während der Tag im Garten Kölsch und die Sommernacht im Juli ganz im Zeichen von Kunst und Kultur stehen, verfolgen Veranstalter und Organisator des Weinfestes am 18. und 19. Juni neben einem fröhlichen Fest auf dem Markt noch ein anderes Ziel: Es soll mit dem angegliederten verkaufsoffenen Sonntag Geld in die Kassen der von der Pandemie arg gebeutelten Geschäftsleute und Gastronomen spülen.

Keine Erhöhung der Weinpreise

»Wir unterstützen das als Stadt ausdrücklich und freuen uns, dass endlich wieder Leben auf den Straßen ist«, sagt Bürgermeister Benjamin Harris neben der Markthalle auf dem Damm, wo Weinfest-Organisator Klaus Schwarzhaupt das Programm der achten Auflage vorstellt. Dass die Stadt Büdingen als Veranstalterin fungiert, mag für Außenstehende eher symbolischen Charakter haben. Dass sie jedoch eine Bühne aufbauen lässt, für die die Festteilnehmer nichts entrichten müssen, ist eine echte Hilfe. »Eine Preiserhöhung können wir so vermeiden. Das Glas Wein kostet nach wie vor 2,50 Euro«, kündigt Schwarzhaupt an. Er gilt zusammen mit seiner Familie und Rosis Weinhandel als Erfolgsgarant der Veranstaltung.

Obwohl die Geschichte des Büdinger Weins nicht wirklich der Rede wert ist und der Rebensaft mit der Tradition der Stadt genauso wenig am Hut hat wie Weißbier, kommt das Fest dennoch prima an. Es überzeugt durch seine familiäre Atmoshäre, die Geselligkeit, die bei gutem Wetter bereits am Nachmittag aufkommt, und durch die Teilnehmer, von denen das Gros aus der Region stammt. So sind neben den Gastgebern aus Wolf in diesem Jahr unter anderem dabei: Beate und Manfred Wagner, ebenfalls aus Wolf, (Wein und Sekt), Kerstin Schlarb aus Wolferborn (Wein und Sekt), Rainer Mäser mit seiner Kneipe Wirtseck (Bratwurst und kühle Getränke), die Büdinger Landwirtschaft Christina Haury (Apfelbizzler mit und ohne Alkohol), die Gaststätte AS am Marktplatz (unter anderem Spezialitäten vom Balkan), das Ortenberger Kartoffeleck Philip Hensel, Daniel Tremel aus Ober-Schmitten mit einer mobilen Cocktailbar, das Genuss-Eck aus der Büdinger Neustadt (Wein und Tee), das Café »Zum alten Kännchen« am Marktplatz (hausgemachte Kuchen und Kaffee) und die auf dem Damm beheimatete Cockpit-Lounge (saisonale Gerichte und Getränke).

Livemusik auf dem Marktplatz

Gäste dürfen sich auf Livemusik von Tine Lott und Thomas Richter (»TiTo«) sowie von Niclas Niederwieser und Liam Ulrich (»Freeway Music«) auf der Bühne auf dem Marktplatz freuen. Zur offiziellen Eröffnung am Samstagnachmittag (16 Uhr) singen die Vocaladies. Zudem hat sich eine Weinprinzessin aus Rheinhessen angekündigt. Auf dem Damm wird ein Karussell aufgebaut.

Bei aller Vorfreude auf die anstehenden Feste werden jedoch immer wieder Stimmen laut, die an etwas erinnern, das bereits vor der Pandemie Thema hinter den Mauern war: die Überfrachtung der Altstadtbewohner. Das fängt bei den Straßensperrungen an, geht über den Lärmpegel bis tief in die Nacht und hört mit den Auswirkungen durchzechter Nächte auf. Neulich schrieb etwa Sylvia Kleudgen, die mit ihrem Café »Zum alten Kännchen« jetzt am Weinfest teilnimmt, bei Facebook, »dass man es als Altstadtbewohner eben hinzunehmen hat, dass alle Feste und Veranstaltungen zwanghaft in der Altstadt stattzufinden haben«. Ihr Fazit: »Es ist so wunderschön hier, aber zum Wohnen leider schlecht zu ertragen.«

Im Rahaus weiß man um die Situation. So sei ein Weinfest, das bereits am Freitag beginne und zwei Abende lang in der Altstadt zu hören sei, keine Option. »Uns ist bewusst, dass es gewisse Grenzen gibt. So schön die historische Kulisse auch ist: Wir müssen auch an die Leute denken, die dort leben«, sagt der Bürgermeister.

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