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Bühne frei für den Merkenfritzer Nachwuchs

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Die »Ganz klaane Esel« Anfang 2020 bei den Proben zu »Wie werden wir Schneewittchen los?«. © pv

Wenn sich am 13. und 14. Mai der Vorhang im Dorfgemeinschaftshaus Merkenfritz für die jüngsten Akteure der Theatergruppe »Die Mühlengeister« öffnet, geht eine lange Zeit des Wartens zu Ende.

Vor mehr als zwei Jahren mussten die bei Jung und Alt beliebten Merkenfritzer Jugendtheatertage wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sarah Stabel, Vorsitzende der Theatergruppe »Die Mühlengeister«, langjährige Jugendbetreuerin, Regisseurin und seit Kindertagen eng mit der Bühne verbunden, erinnert sich: »Noch im Jahr zuvor hatten wir voller Freude den 30. Geburtstag unseres Vereins gefeiert - doch dann zeigte sich, dass wir nicht alles in der Hand haben und dass es Dinge gibt, denen wir uns fügen müssen. Das Coronavirus hat sein eigenes Theaterstück geschrieben, in dem wir alle ungewollt mitspielen mussten. Es bestimmte zwei Jahre lang unser Leben in allen Bereichen und schrieb auch unsere Vereinsgeschichte um.«

24 Schauspieler voller Vorfreude

24 junge Schauspielerinnen und Schauspieler brennen daher jetzt darauf, am Freitag und Samstag, 13. und 14. Mai, ihrem Publikum im Dorfgemeinschaftshaus Merkenfritz endlich die beiden Stücke »Wie werden wir Schneewittchen los?« von Inge Methfessel und »Lehrer, Lügner, Lotterleben« von Sonja Buchholz zu präsentieren.

Dem Vorstand sei es im Frühjahr 2020 sehr schwer gefallen, ausgerechnet am Tag der Generalprobe die Jugendtheatertage abzusagen. »Über ein halbes Jahr hatten die Kinder und Jugendlichen - unsere ›Ganz klaane Esel‹ und die ›Klaane Esel‹ - an ihren beiden spannenden und lustigen Stücken geprobt, um dann noch vor der letzten Probe zu erfahren, dass alles ausfiel, obwohl der Saal schon hergerichtet, die Bühne bereit, die Eintrittskarten verkauft waren«, berichtet Sarah Stabel.

Es gab Trauer und Tränen, doch die jungen Schauspieler hätten die beiden damit überflüssig gewordenen Generalproben mit ungeheurer Disziplin noch durchgezogen, sich gegenseitig Mut zugesprochen und ihren Zusammenhalt über die ganze Zeit hinweg aufrechterhalten, unterstreicht die Vorsitzende.

Die Absage sei richtig und notwendig gewesen. Keiner habe jedoch ahnen können, wie lange die Bühne im Merkenfritzer Dorfgemeinschaftshaus leer bleiben würde.

»Im Vorwort des Programms hatten wir damals geschrieben: ›Unsere Kinder und Jugendlichen wollen spielen!‹ Und daran hat sich bis heute, zwei Jahre später, nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Was gut ist, kommt wieder«, freut sich Sarah Stabel. Die Kinder und Jugendlichen hätten während einer Vorstandsitzung über ihren Vertreter ausrichten lassen: »Wir sind bereit, unter Corona-Bedingungen zu üben, uns neu zu finden und alles aufzufrischen. Wir nehmen den Stress, die kurze Probenzeit und alle Abstriche in Kauf, da uns unser Publikum, unsere Gruppen und die beiden Stücke wichtig sind.«

Sie habe sich für dieses Anliegen stark gemacht und sei stolz auf die jungen Mitglieder ihres Vereins, ebenso auf die motivierende Arbeit der beiden Regisseurinnen Astrid Schorge-Reiß und Andrea Recknagel-Daubert, sagt Stabel. Sie hofft auf regen Zustrom zu den Aufführungen im Merkenfritzer Dorfgemeinschaftshaus. »Die ganz klaane Esel« zeigen am Freitag, 13. Mai, ab 18 Uhr und am Samstag, 14. Mai, ab 19 Uhr das moderne Märchen »Wie werden wir Schneewittchen los?«, in dem die gutmütigen Zwerge all ihren Einfallsreichtum aufbieten müssen, um die zickige und verwöhnte Königstochter vor die Tür zu setzen, der sie eigentlich ein gemütliches neues Zuhause bieten wollten. Ob sich in der weiten Welt des Internets ein Prinz finden lässt, der es mit dem anspruchsvollen Schneewittchen aufnimmt - nachdem die Hexe und der Drache bereits dankend abgelehnt haben?

Schulalltag wird inszeniert

Sobald dieses Problem gelöst ist, nehmen sich »Die klaane Esel« anschließend den Schulalltag vor und inszenieren mit »Lehrer, Lügner, Lotterleben« die Geschichte der Schuldirektorin Dr. Margret Stickelmann, die ihren lernunwilligen Sohn Andreas mit allerlei Tricks endlich durch die Abiturprüfungen an ihrer eigenen Schule bringen will. Dumm nur, dass sich ausgerechnet in diesen stressigen Tagen das Schulamt zum Besuch angesagt hat…

»Der gesamte Vorstand und alle Aktiven der Mühlengeister wünschen sich, dass möglichst viele Zuschauer - natürlich unter den aktuell geltenden Corona-Richtlinien - zu den beiden Aufführungen kommen und mit ihrem Applaus das Durchhaltevermögen und den starken Willen unserer jüngsten Akteure belohnen«, sagt Sarah Stabel. Karten gibt es unter der Rufnummer 0 60 45/9 55 45 40.

Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen sechs Euro, Erwachsene acht Euro. Einlass ist am Freitag, 13. Mai, ab 17 Uhr und am Samstag, 14. Mai, ab 18 Uhr.

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