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BUND: Energie sparen, Klimaschützer einstellen

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). Für die erste Wetterauer Klimaschutzkonferenz am heutigen Montag hat der Kreisverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bereits Vorschläge. Dabei geht es vor allem darum, Energie erst gar nicht zu verbrauchen.

Man habe den Kreis-Gremien schon vor einem Jahr ein Klimaschutzkonzept vorgestellt, das aber an den Haushaltsbedenken der großen Koalition gescheitert sei, erinnert der BUND-Kreisvorsitzende Dr. Werner Neumann. Nun will der Umweltverband bei der Konferenz die Nutzerbeteiligung an der Energieeinsparung vorschlagen. Diese 50/50-Methode bedeute, dass die in kreiseigenen Gebäuden erreichten Energieeinsparungen zur Hälfte an die Benutzer, hier vor allem an die Schulen, ausgeschüttet werden und die andere Hälfte beim Wetteraukreis verbleibt.

Bei etwa sechs Millionen Euro an jährlichen Energiekosten (Wärme und Strom) könnten laut Neumann mit einfachen Verhaltensmethoden jährlich mindestens 600 000 Euro eingespart werden. Neumann: »Unsere Erfahrung, die da lautet ›Zehn Prozent weniger geht immer‹, wird nun auch von der Bundesregierung propagiert.«

Mit bis zu 300 000 Euro im Jahr könnten weitaus mehr Bildungsaktionen in den kreiseigenen Gebäuden umgesetzt und auch weitere Solarstromanlagen installiert werden. Die anderen 300 000 Euro könnten als Eigenmittel für die dauerhafte Einstellung von zehn neuen Klimaschutzmanagern für den Landkreis verwendet werden. Denn 70 Prozent der Kosten für Personal und Aufwand würden aus Fördermitteln der Bundesregierung finanziert. Der Landkreis Steinfurt hat laut Neumann ein Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit über 20 Mitarbeitern. »Der Wetteraukreis hat hingegen nur zwei Klimaschutzkoordinatoren.«

Die neuen Kreisangestellten könnten sich dann verstärkt um weitere Energieeinsparungen, den Ausbau der erneuerbaren Energien, des öffentlichen Verkehrs und der Radwege kümmern. »Denn jedes Jahr müssen die CO2-Emissionen nun um acht Prozent sinken«, betont Neumann. Viele Landkreise oder Städte hätten gute Erfahrungen mit diesem System gemacht. Frankfurt hole mit dem Verein »Umweltlernen« jährlich eine Million Euro aus der Energieeinsparung in Schulen heraus und habe damit 1998 begonnen.

Stromspar-Check für die Wetterau

Der BUND will bei der Klimakonferenz auch die Aktion »Spar Watt ein« vorstellen, die im Jahr 1997 mit dem »Wetterauer Glühwürmchen« als Maskottchen startete. »Daraus entstanden einst ein Stromsparladen in Altenstadt und schließlich der Stromspar-Check des Caritasverbandes, mit dem bundesweit Arbeitslose ausgebildet werden, um Haushalten mit geringem Einkommen beim Energie- und Wassersparen zu helfen«, sagt Neumann. Der Stromspar-Check sollte auch im Wetter-aukreis verfügbar sein.

Er hoffe, dass die Konferenz der Auftakt für eine konstruktive Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Verbänden ist. Der BUND-Vorsitzende begrüßt, dass der Klimaschutz in der Wetterau »endlich in Fahrt kommt, denn wir haben gerade noch 13 Jahre Zeit, um die Klimaneutralität zu erreichen und die Erderwärmung zu begrenzen«.

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