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A cappella vom Feinsten

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Im ersten Teil des Konzertes brachte das Vocalensemble »Mehr als 4« aus Halle geistige Musik zu Gehör. © Stefan Weil

Schotten (sw). Erstmals hat der Förderverein Kirchenmusik in seiner Reihe »Musikmomente Schotten« eine Gruppe aus Halle, der Stadt von Georg Friedrich Händel, präsentiert, wie der Vorsitzende Alfred Beierle in seiner Begrüßung in der Liebfrauenkirche feststellte. Mit dem Auftritt des A cappella-Ensembles »Mehr als 4« wolle man den Menschen, die zu Hause Ferien machen und den Gästen in Schotten ein besonderes Konzert bieten.

Dazu gehörte auch, dass der zweite Teil im Freien auf dem Platz vor dem Haupteingang der Kirche stattfand.

Mit »Da Pacem Domine«, in lateinischer Sprache vorgetragen, zogen die fünf Musiker in den Chorraum ein. Es war der klangvolle Beginn einer Abfolge geistiger Stücke. Gesänge des Mittelalters und der Hochrenaissance brachten Jonas Müller (Tenor), Johannes Rhode (Tenor), Valentin Schneider (Bariton), Maximilian Kasparick (Bass) und Elias Büsching (Bass) im ersten Teil ihres Konzertes zu Gehör. Seit rund zwölf Jahren singen sie gemeinsam. Erste musikalische Erfahrungen sammelten die Musiker im Stadtsingechor ihrer Heimatstadt.

Dem Auftakt folgten »Zwei geistliche Festsprüche« von Harald Genzmer und das sehr einfühlsam vorgetragene »Gratias agimus tibi« von Heinrich Sutermeister. Schon jetzt zeigten sich die Zuhörer in der Kirche begeistert und spendeten den Musikern viel Beifall. Nach der »Letzten Bitte« von Hugo Wolf erklang das Lebensfreude vermittelnde »Beata Viscera«, ein Lied aus Korsika.

Getragen und

beschwingt

Von Franz Schubert stammt das Lied »Sanctus« aus seiner Deutschen Messe, das die Gruppe mit viel geistiger Inspiration vortrug. Sehr beschwingt war dagegen das folgende Gospelstück »Good News, chariots comin«, bevor die Musiker mit dem getragenen »Der diese Welt, fest in den Händen hält« nach einer Melodie von Jean Sibelius den ersten Konzertteil mit beeindruckender Klangqualität beschlossen.

Neuzeitliche Musik mit modernen Arrangements und Klassiker der Popularmusik standen auf dem Programm, als sich die Gruppe und die Besucher des Konzerts zum zweiten Teil unter freiem Himmel versammelten. Eine wunderschöne Atmosphäre zwischen dem gotischen Gotteshaus und den alten Fachwerkhäusern in der Schottener Altstadt.

Dazu moderierten die Sänger ihre Stücke auf humorvolle Art an, was zum Unterhaltungswert des Abends beitrug. Mit »Blue Skies« von Irving Berlin nach einem Arrangement von Clay Hine begann der zweite Teil. Eine Liebesgeschichte erzählten »Mehr als 4« musikalisch mit »Der Käfer und die Blume« aus der Feder des deutsch-böhmischen Komponisten Wenzel Heinrich Veit. Eher traurig mutete das folgende »Wie bin ich krank« von Wilhelm Berger an. Nach »The Goslings« von Frederick Bridge stimmte - passend zum Abend - »Mehr als 4« das Sommerlied von Wolfgang Amadeus Mozart an, dem »Don’t be a baby, Baby« von Howard Steiner folgte. Für den Zauber der »Spanischen Nächste« von Ernst Fischer, im Stil der Comedian Harmonists vorgetragen, bedankte sich das Publikum mit besonderem Applaus. Die Liebe zum Kaffee und anderen Heißgetränken beschreibt das Barbershop-Stück »Java Jive« von Milton Drake und Ben Oakland, mit dem die Musiker ihren Auftritt offiziell beendeten.

Stimmungsvoller

Schlusspunkt

Noch nicht ganz, denn in den begeisterten Applaus der Konzertbesucher mischten sich unüberhörbare Zugaberufe, dem die Gruppe aus Halle zum Abschluss ihrer Sommertournee gerne nachkam. Nach dem »Hello my Baby«, komponiert von Joe Howard und Ida Emerson, gaben sich die Zuhörer aber noch nicht zufrieden. Als zweite Zugabe stimmten die Musiker das Volkslied »Am Brunnen vor dem Tore« an. Es setzte den stimmungsvollen Schlusspunkt eines eineinhalbstündigen außergewöhnlichen Konzertabends.

Die nächste Veranstaltung in der Reihe der Musikmomente Schotten findet am 6. November statt. Dann stehen in der Liebfrauenkirche die »Krönungsmesse« von Mozart und der »Psalm 42« von Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim und der Regionalkantorei Schotten auf dem Programm.

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