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Chance auf ein Netzwerk fernab der Heimat

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Büdingen (leo). Etwa 200 Menschen aus der Ukraine leben derzeit in der Großgemeinde. Viele von ihnen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat gefüchtet sind, wohnen bei Verwandten oder Freunden. »Die meisten wollen wieder zurück, sobald es die Situation in ihrem Land erlaubt«, sagt die bei der Stadt Büdingen für die Unterbringung von Geflüchteten zuständige Elke Schmidt.

Sie ist es auch, die nach vielen Gesprächen mit Ukrainern sowie mit Menschen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, ein Begegnungstreffen organsiert, das am kommenden Samstag, 21. Mai, in Orleshausen stattfindet. Es ist die erste Zusammenkunft dieser Art, mit der die Stadt das Kennenlernen untereinander und den Austausch ermöglichen möchte. Das Treffen beginnt um 13 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus.

Ein Drittel minderjährig

Gut ein Drittel der Ukrainer in Büdingen ist minderjährig. »Vor allem für sie, für die vielen Kinder, hat sich das Leben auf den Kopf gestellt«, so Schmidt. Der Vater in der Armee, die Familie getrennt, die Freunde nicht da und in einem fremden Land. Zudem haben die Menschen Schreckliches erlebt: Zerstörung, großes Leid und Tod. Vor allem die Jüngsten können die zurückliegenden Monaten kaum verarbeiten. »Mit dem Begegnungstreffen möchten wir die Möglichkeit schaffen, dass sich die hier lebenden Ukrainer kennenlernen können«, erklärt die städtische Mitarbeiterin vom Amt für Jugend, Kultur und Soziales.

Einige haben Kinder im gleichen Alter, manche haben ein Auto, andere wissen um wichtige Kontakte, haben bereits Erfahrungen bei Behördengängen gemacht. »Ziel ist es, dass sich die Menschen vernetzen, dass Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden.« Vor diesem Hintergrund sind auch Flüchtlingshelfer, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von Behörden, Vereinen und Initiaitven eingeladen, zudem Deutschlehrer und Dolmetscher. Gerade sie hatten ein Treffen dieser Art immer mal wieder angeregt.

Soweit es die Situation zulässt, soll die Zusammenkunft jedoch vor allem einen lockeren Charakter haben. In der Nähe gibt es einen Spielplatz, zudem wird das Spielmobil der Stadt Büdingen vor Ort sein. Wer möchte, kann auf dem benachbarten Sportplatz Fußball spielen. Im Idealfall finden Familien und Gruppen zueinander, die allesamt vor denselben Herausforderungen stehen. »Für sie haben sich zuletzt so viele Fragen ergeben, die zum Beispiel mit dem Kindergarten- oder Schulbesuch zu tun haben, mit Sprach- und Kulturbarrieren. Und dennoch gibt es viele positive Erfahrungen, Dankbarkeit und Erleichterung, endlich in Sicherheit zu sein. Es lohnt sich, auch darüber ins Gespräch zu kommen«, sagt Elke Schmidt mit Blick auf Samstag.

Fahrdienst der Malteser

Isidro Perez vom Malteser Hilfsdienst hat sich bereit erklärt, Geflüchtete, die nicht mobil sind, von ihrem Wohnort zum Treffen nach Orleshausen zu fahren. Die Malteser besitzen einen Kleinbus, der neun Personen Platz bietet. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich an Isidro Perez unter der Telefonnummer 01 70/9 00 58 16 sowie an Elke Schmidt unter 0 60 42/8 84 15 06 wenden.

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