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Chemiefreie Unkrautbekämpfung

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Von: red Redaktion

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Mitglieder der SPD-Fraktion informieren sich unter anderem bei Torsten und Karlheinz Rieß (Mitte) über das Pilotprojekt zur ökologischen Unkrautbeseitigung. © pv

Weckesheim (red). Wenn man die Diskussionen um Unkrautvernichtung verfolgt, dann geht es meist um chemische Bekämpfungsmittel und deren erheblich negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, das Grundwasser und den Boden. In Weckesheim zeigen fünf Landwirte im Rahmen eines Pilotprojekts, dass es auch anders geht. Gemeinsam mit Torsten und Karlheinz Rieß erläuterte Eckhard Fritsch, Landwirt im Nebenerwerb und SPD-Fraktionsvorsitzender, seiner SPD bei einem Vor-Ort-Termin, welchen Weg die Landwirte in dem Reichelsheimer Stadtteil gewählt haben.

Mit Hilfe eines Striegels wird dem Unkraut mechanisch zu Leibe gerückt. »Wir bearbeiten damit derzeit knapp 100 Hektar und reduzieren den Pflanzenschutzmittel- und Dünger-Einsatz erheblich«, berichtet Fritsch. »Die Investition haben wir gemeinsam gestemmt. Damit schlagen wir einen neuen Weg hier in Reichelsheim ein. Wir tun etwas für die Natur und leisten unseren Beitrag zum Umweltschutz.«

Einsatzerfolge bis zu 90 Prozent

Reichelsheims Bürgermeisterin Lena Herget-Umsonst nahm am Austausch gerne teil. Sie ist landwirtschaftspolitische Sprecherin der Wetterauer SPD und legt großen Wert auf einen regelmäßigen Austausch zwischen lokaler Landwirtschaft und Kommunalpolitik. »Wir stehen in einem regen Austausch, besprechen Herausforderungen auf Augenhöhe und tauschen uns über aktuelle Projekte stets aus«, so Herget-Umsonst.

Konkret geht es bei dem Projekt um den Einsatz eines Striegels. Dieser stellt im Ökologischen Landbau häufig die einzige Möglichkeit dar, Ungräser und Unkräuter effektiv zu bekämpfen. Aber auch im konventionellen Landbau erfährt diese Form der Beikrautregulierung eine Renaissance. Gründe hierfür sind schnell gefunden: Resistenzbildung vor allem bei Gräsern, Wirkstofflücken bei Herbiziden, aber auch die rasante Weiterentwicklung von Geräten zur Unkrautbekämpfung tragen zu höherer Akzeptanz im konventionellen Landbau bei. Der Striegel ist universell in vielen Kulturen einsetzbar. Bei guten Bedingungen lassen sich Bekämpfungserfolge von über 90 Prozent erreichen. Die Effektivität des Striegels ist aber auch stark von der Witterung abhängig. Hinzu kommt die Problematik, dass Bodenbrüter gestört werden können. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Striegelausführungen mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten. Allen ist aber gemeinsam, dass man eine gute Wirkung nur mit der richtigen Einstellung zum richtigen Zeitpunkt erreicht.

Enger Draht zu den Landwirten

»Wir leben in einer landwirtschaftlich geprägten Region, die nicht umsonst als Kornkammer Hessens bezeichnet wird. Die landwirtschaftlichen Betriebe habe den Rückhalt aus Verwaltung und Politik«, richteten sich Herget-Umsonst und Fritsch zum Schluss an die beiden Landwirte. »Bitte tragt dieses Verständnis und unsere Zusage zur Unterstützung in den Kreis der Ortslandwirte weiter.«

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