1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Christian Tewordts Buch zeigt schottisches Drama mit hessicher Beteiligung

Erstellt:

Kommentare

rueg_Buchvorstellung-Hes_4c
»Quest« Christian Tewordt und seine Partnerin Johanna Wildhack spielen im Rahmen der Buchpräsentation zu Textstellen passende historische schottische Musikstücke. © Stefan Weil

Das neue Buch von Christian »Quest« Tewordt, »Hessen & Highlander 1746«, beschreibt ein schottisches Schlüsselereignis, in das auch hessische Soldaten als englische Hilfstruppen verstrickt sind.

Christian Tewordt, auch als »Quest« bekannter Berufsmusiker und Historiker, hat ein Buch über ein Schlüsselereignis der Geschichte Schottlands verfasst. Er stellte jetzt das Werk »Hessen & Highlander 1746« im historischen Rathaus in Zusammenarbeit mit der Tourismus- und Stadtmarketing-Gesellschaft der Öffentlichkeit vor.

Dabei gestaltete sich die Präsentation als aufwendig. Christian Tewordt ließ zusammen mit seiner Partnerin Johanna Wildhack neben gelesenen Textpassagen auch als Duo »Rebells Menual« in original Highländer-Kostümen Dudelsack- und Violinenklänge erklingen. Dabei war auch eine Rekonstruktion der historischen »Pastoral Bagpipe« zu hören, eine in Vergessenheit geratenen Salon-Sackpfeife des 18. Jahrhunderts.

Widerstand gegen Befehl

Kurzweilig und leicht lesbar erzählt Christian Tewordt die Ereignisse rund um das letzte kriegerische Aufbäumen der schottischen Clans gegen die Herrschaft Londons Mitte des 18. Jahrhunderts.

In den Highlands rebellieren aufständische schottische Jakobiten gegen das britische Regime. Sie sind Anhänger von Charles Edward Stuart, einem Enkel des 1688 vertriebenen schottischen Königs Jakob II.

Im Mittelpunkt stehen die Ereignisse um die Entsendung von 5100 an England vermietete hessische Soldaten nach Schottland. Sie sollten dort im März 1746 britische Truppen im Kampf gegen die aufständischen Highlander unterstützen. Dazu kommt es allerdings nicht.

Die Briten behandeln die Aufständischen als Hochverräter. Nach der Schlacht von Culloden lässt der Oberbefehlshaber der siegreichen Briten, William Duke of Cumberland, Verwundete umbringen und an Zivilisten in den Dörfern Kriegsverbrechen verüben. Daraufhin verweigert der Kommandant der hessischen Soldaten, Prinz Friedrich von Hessen-Kassel, die Ausführung der Befehle des britischen Kommandanten.

Erzählung aus der Ich-Perspektive

Tewordt lässt den Leser die Handlung und die Geschehnisse live in der Ich-Form miterleben. Er schlüpft dazu in die Rolle eines erfundenen »Captain Quest«, der sein Publikum als Zeitgenossen anspricht, als hessische Soldaten, die an der Expedition in die Highlands nicht teilnehmen konnten, weil sie wegen einer Infektionskrankheit im Lazarett bleiben mussten.

In einem der eigentlichen Handlung vorgestellten Kapitel verwebt er auch Eindrücke von der Stadt Schotten - wie »Schotten ist ein sehr schönes Städtchen, ich konnte mich dort mit allem versorgen, was ich brauchte, vor allem mit Rindfleisch, wir Highländer können uns nicht so sehr für Schwein begeistern.«

»Captain Quest« lässt die Handlung mit einem feuchtfröhlichen Ereignis ausklingen, mit einem Junggessellinenabschied. Dabei musste der hessische Husar Matthias Hegeler, der eine Schottin heiraten wollte, das schmutzige Ritual des »Feet-Washings« über sich ergehen lassen.

Fußbad in Ruß, Dreck und Unrat

Der Bräutigam stellt dazu seine Füße in einen Waschzuber. Das Wasser darin ist mit reichlich Ruß, Dreck und Unrat aller Art verfeinert, sodass der Bräutigam am Vorabend der geplanten Hochzeit die schmutzigsten Füße und Waden seines Lebens hat - zur großen Belustigung aller Beteiligten.

Das dekorative Buch, in Leinen gebunden und mit ganzseitigen Farbfotos illustriert, ist gestalterisch wie inhaltlich ein Kleinod. Erschienen im Ralf Liebe Verlag (Weilerswist) ist es zudem mit einer CD ausgestattet, die mehrere Musikstücke enthält, die sich auf verschiedene Textstellen beziehen.

Der Autor hat in seinem Buch eine ausführliche Literaturliste aufgeführt und umfangreiche Notizen mit akribischen Quellenangaben zu den historischen Musikstücken auf der CD.

Die Erstellung des Textes und der Musikaufnahmen wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit der Hessischen Kulturstiftung gefördert.

Auch interessant

Kommentare