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Classic-Sports Cars Stadler in Borsdorf eröffnet die Saison

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jub_stadler4_030522_4c © Oliver Potengowski

Trotz des regnerischen Wetters trafen sich am Samstagvormittag rund 130 Teilnehmer an der Werkstatt von Michael Stadler zu einer Ausfahrt mit ihren Liebhaberfahrzeugen.

Trotz des entsprechend der Vorhersage regnerischen Wetters trafen sich am Samstagvormittag rund 130 Teilnehmer an der Werkstatt von Michael Stadler im Industriegebiet Harb - Borsdorf zum Oldtimer-Auftauen. Bei heißem Kaffee zur Begrüßung gab es Informationen zur Ausfahrt, und eine ausführliche ausgedruckte Wegbeschreibung. Wer es gern digitaler mochte, konnte sich die Beschreibung über QR-Code und Google Maps auch auf sein Mobiltelefon laden.

Doch die Chancen, sich auf der sorgfältig ausgewählten Strecke der Ausfahrt zu verfahren, waren auch ohne solche Hilfsmittel äußerst gering. Dafür sorgte nicht zuletzt das Leichte Löschgruppenfahrzeug LF8 der Feuerwehr Nidda, das hinter dem Führungsfahrzeug an der Spitze des Trosses auch von den weiter hinten fahrenden Teilnehmern gut zu erkennen war. Auch die zahlreichen klassischen Fahrzeuge bildeten unter den Alltagsfahrzeugen auf den Nebenstrecken hilfreiche Orientierung.

Ausfahrt zur Grube Fortuna

Denn trotz des anhaltenden Nieselregens waren viele Gäste des »Auftauens« mit ihren oft viele Jahrzehnte alten Liebhaberfahrzeugen gekommen. Während das Gros der Autos aus den 1960er bis 1990er Jahren mit der feuchten Witterung erfahrungsgemäß keine Probleme hat, ist es bei deutlich älteren Fahrzeugen keineswegs selbstverständlich, dass sie wetterfest sind. Bei ihnen sind die Karosseriebleche häufig auf ein Holzgerüst genagelt. Das älteste Fahrzeug im Teilnehmerfeld, ein Daimler light 15 von 1935, trug dazu noch ein lederbezogenes Dach.

Für eine entspannte Geschwindigkeit der Ausfahrt sorgten neben der inzwischen 81 Jahre alten und 60 PS starken Niddaer Feuerwehr auch der 45 PS starke englische Daimler. Ebenso wie ein 43 PS starker Mercedes 170 SD aus dem Jahr 1953 und ein ebenso alter Riley RME mit 54 PS bewiesen sie, dass genussvolles Reisen keine Frage der Motorleistung ist.

Erinnerungen an die eigene Jugend oder Kindheit kamen bei vielen Beobachtern des rollenden Museums am Straßenrand bei den jüngeren Fahrzeugen auf. Ford Taunus P5, VW Käfer, gleich zwei Opel Kadett B und dessen sportlicher Ableger Opel GT bekamen viel Beifall. Drei DKW, ein 3=6 und zwei AU 1000 zeigten, dass das Zweitaktprinzip in den 1950er Jahren auch im Westen Deutschlands noch konkurrenzfähig war.

Mit der Grube Fortuna in Solms-Oberbiel hatte Stadler ein ebenso empfehlenswertes wie informatives Ziel der Ausfahrt ausgesucht. Bis Mitte der 80er Jahre wurde dort Eisenerz gefördert. Fortuna war die vorletzte Eisenerzgrube in der Bundesrepublik, die stillgelegt wurde. Das Museum beschreibt sehr anschaulich die Geschichte der Eisenproduktion wie auch die Lebensverhältnisse der Bergleute, die im Lahngebiet meist noch eine eigene Landwirtschaft betreiben mussten.

Blick hinter die Kulissen

Der Ausklang des Auftauens in der Werkstatt von Classic-Sports Cars (CSC) Stadler bot die Möglichkeit, an drei VW Käfer 1303 Cabrios verschiedene Stadien der Wiederherstellung solcher Fahrzeuge zu sehen. An einem unzerlegten Cabrio waren Rostschäden, die sich unter dem Unterbodenschutz verbargen markiert. Ein weiteres Cabrio, das von der Bodengruppe getrennt war, demonstrierte, wie aufwendig eine fachgerechte Restaurierung ist. Ein drittes vor mehreren Jahren restauriertes Cabrio bewies schließlich, dass diese Arbeit eine nachhaltige Investition in den Erhalt historischer Fahrzeuge ist.

Die Eindrücke dieser Präsentation wie auch der Ausfahrt und auch der Austausch über eigene Fahrzeuge und Projekte waren bis in den frühen Abend Thema der Gespräche.

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jub_stadler1_030522_4c_1 © Oliver Potengowski
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jub_stadler2_030522_4c_1 © Oliver Potengowski

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