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Das Haus aus lebendigen Steinen

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Mit einem Bewegungslied stimmen die »Kleine Strolche« Kinder auf den Familiengottesdienst ein. FOTOS: MARESCH © Elfriede Maresch

Ein Dreifach-Jubiläum - seit 30 Jahren Kindertagesstätte, seit zwölf Jahren Dorfladen, wegen der Pandemie nicht punktgenau gefeiert, und seit sieben Jahren Familienzentrum - ist ein Grund zum Feiern.

Die Koordinatorin des Dreifach-Jubiläums in der Neuen Dorfmitte Wallernhausen, Martina Clotz, betonte am Wochenende: »Monatlich werden 100 Stunden vielseitiger ehrenamtlicher Dienste hier eingebracht. Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen auf Augenhöhe, das Geben und Nehmen ist unser Betriebsgeheimnis.«

Auftakt war ein Familiengottesdienst mit Pfarrerin Beate Henke im Hof des Dorftreffs. Der Posaunenchor Wallernhausen unter Leitung von Holger Schneider begleitete und die Kinder und Erzieherinnen der »Kleinen Strolche« stimmten mit dem Gebärdenlied »Wir feiern zusammen« auf den Tag ein. Pfarrerin Henke legte ihrer kurzen Predigt einen Psalmvers und mit dem Bild vom »Haus aus lebendigen Steinen« eine Assoziation zum Petrusbrief zugrunde.

Viele waren und sind noch dabei

Sie erinnerte an die vielen, die erst zu Bau und Einrichtung beigetragen hatten und jetzt bei den vielseitigen Angeboten mithelfen. So bilden die beteiligten Institutionen - die evangelische Kirchengemeinde Wallernhausen-Fauerbach, der Elternverein als Träger der Kita »Kleine Strolche« und das Diakonische Werk Wetterau - eine vorbildhafte Struktur im Sozialraum.

Von einem »guten Projekt« sprach auch Christoff Jung, seit 1. Januar Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Wetterau. Er nannte den wechselseitigen Nutzen für Dorfladen-Kunden, Kita-Eltern und Kinder, mitarbeitendes Team und Nutzende der Kurse und Beratungsangebote. Immerhin ist das Projekt der Diakonie Wetterau einen jährlichen Zuschuss von 25 000 Euro wert. Jung sprach die städtische Unterstützung durch günstige Miete an und dankte Koordinatorin Martina Clotz, die mit großem Engagement die Arbeit organisiert und hilft, neue Angebote auf den Weg zu bringen. Auch jetzt hatten die Bürger sich eingebracht, boten Gegrilltes, Kaffee und Kuchen und es sang der Projektchor »Taktvoll« mit Leiterin Christiane Rehahn. Für die Kinder gab es einen Schmink- und einen Basteltisch.

Clotz erinnerte an die Aufbaujahre, beginnend mit dem Wunsch nach einem örtlichen Kindergarten und der Gründung des Vereins »Kleine Strolche«. 1991 fanden sich Eltern zusammen, die zunächst in der Alten Schule mit viel Eigenleistung und unterstützt von weiteren Helfern Räume herrichteten, sodass im Sommer 1992 die Kita-Arbeit mit einer altersgemischten, integrativen Gruppe beginnen konnte. 2007 fand der Umzug in das Fachwerkhaus in der Dorfmitte statt. Das 20-jährige Jubiläum hatte man noch mit einem großen Zirkusfest feiern können. Clotz: »Wegen Corona mussten etliche Angebote des Dorfzentrums ausfallen. Wir haben erst ab Februar 2022 gewagt, das heutige Fest zu planen.« Mit einem Film von den Angeboten bei den Waldtagen, mit Bildern auf einer Stellwand konnten sich die Besucher über die pädagogische Arbeit der Kita informieren.

Derzeit besuchen 18 Kinder vom Babyalter bis zu sechs Jahren, auch aus Nachbarorten, die Einrichtung. Das war von Kita-Leiterin Katja Dechert zu erfahren. Die Öffnungszeiten sind von 7.30 Uhr bis 14 Uhr. Katja Dechert: »Wir nutzen bewusst den Sozialraum Wallernhausen etwa bei den Waldtagen, der Erntezeit, beim gemeinsamen Mittwochs-Mittagstisch von Kindern und Senioren. Von den Ortsbürgern kommt viel Bereitschaft, etwa von den Senioren der ehemaligen Natur- und Vogelschutzgruppe, die einen Werkraum im ehemaligen Gefrierhaus eingerichtet haben und dort mit unseren Vorschulkindern kreativ arbeiten.«

Auch der Dorfladen ist weit vernetzt: als inklusiver Arbeitsplatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen aus dem DW-Teilhabezentrum, als Außenarbeitsplatz der Werkstatt, als Ort für Schülerpraktika, Girl’s Day, Wiedereingliederung. Clotz: »In den zwölf Jahren des Bestehens haben 45 Menschen hier auf unterschiedlichste Art Kontakt in die Arbeitswelt gefunden.«

Im Familienzentrum selbst gibt es neben Sozialberatung, themenbezogenen Gruppen und Kursen, Angeboten wie der Eltern-Kind-Oase einen gemeinsamen Mittagstisch, bei dem neue Besucher willkommen sind. Für die Jugendlichen wurde ein DJ-Workshop geboten. In den Sommerferien gibt es ein ähnliches Angebot.

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»Ein gutes Projekt«, lobt DW-Geschäftsführer Christoff Jung und dankt Koordinatorin Martina Clotz für ihr Engagement. © Elfriede Maresch

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