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Das »Wohnzimmer« ist wieder auf

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Das Wallernhäuser Freibad - nicht nur für Einwohnerinnen und Einwohner des Orts im Sommer der perfekte Ort zum Abkühlen. Umso größer also die Freude, dass es nun wieder rechtzeitig zu Ferienbeginn geöffnet hat. © pv

Wallernhausen (em). Kinder im Spielbereich, Schwimmer im Becken, eine vergnügte Runde vor dem Kiosk, die »nur« zum entspannten Feierabend gekommen ist - nach einiger Verzögerung ist am »Walli Beach« wieder Leben eingekehrt. So nennen die Wallernhäuser ihr Freibad, das in der Tat im Ortsleben eine so große Rolle spielt, dass Ortsvorsteher Kai Könnecke sogar von »Wallernhausens großem Wohnzimmer« spricht.

Rechtzeitig vor

den Sommerferien

»Unser Wunsch-Eröffnungstermin wäre der 1. Juni gewesen« sagt Könnecke, »immerhin hat es jetzt Anfang Juli und vor allem noch vor den Sommerferien geklappt.« Doch schon länger lag der Stadt eine interne Mängelliste vor, die sich vor allem auf nötige mechanische Nachrüstungen bezog. Im Mai war dann ein Prüfer vor Ort, der einige vermutete Mängel entkräften konnte, andere aber als notwendige Nacharbeiten bestätigte. Vor allem ging es um die Verkleidung offen liegender Rohre. Da war die Hilfe von Thomas Marth, Besitzer eines Heizungs- und Sanitärfachbetriebs in Schwickartshausen, nützlich. Die Stadt finanzierte das Material, Marth koordinierte die Arbeit federführend und leistete selbst etliche unentgeltliche Stunden. Mit der Stadt hat man sich auf einen Herbstrundgang geeinigt, um Mängel früh zu erkennen und wenn möglich den Winter zum Beheben zu nutzen.

Bedauerlich finden die Wallernhäuser, dass der Prüfbericht auch die Nutzung des Sprungbretts untersagt. Um wenige Zentimeter ist das Becken nicht tief genug, allerdings gibt es die zwei Startblöcke zum Springen. 1936 baute man das Freibad, die Vorgaben waren damals nicht so streng. Auch die Beckenmaße 23,5 auf 17 Meter entsprechen nicht ganz den Sportvorgaben. Dennoch hängen die Wallernhäuser an ihrem Bad und sind auch bereit, dafür erheblichen Einsatz zu leisten, zumal man es 1998 umfassend erneuerte.

Die Träger- und Betreiberstruktur von »Walli Beach« mag ein wenig kompliziert sein, aber auch bei den aktuellen Nachrüstungen bewährte sie sich. Der eigentliche Träger ist die Stadt, zuständig für Technik und Sicherheit des Bads. Die Stadt hat einen Vertrag mit dem Verein »Lebendiges Wallernhausen« der die Arbeiten im laufenden Betrieb und die ehrenamtlichen Einsätze und Spenden der Ortsbürgerschaft koordiniert. Die Badeaufsicht übernahm Familie Gand und schloss einen Vertrag mit dem Verein. Da dieser nur eine begrenzte Summe von Übungsleiterpauschalen zur Verfügung hat, sind die Verantwortlichen dankbar, dass Ehrenamtliche mit DLRG-Rettungsschein beim Abdecken der Badeaufsicht helfen. Nun fallen viele Pflegearbeiten an, um »Walli Beach« so ansprechend wie gewohnt zu halten. Frühjahrsgroßputz, Heckenschneiden, Rasen mähen, Organisation des Sommerfests, um nur einige zu nennen - vieles übernimmt die »Vätergruppe mit zwei Muttis«. Rouven Seum, Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter ist bei den Arbeiten mittendrin, koordiniert und findet immer zusätzliche Ehrenamtliche. Allerdings steht er für den Verein jetzt nicht mehr zur Verfügung.

Schwimmunterricht

in »Walli Beach«

Eine weitere wichtige Dienstleistung wird in »Walli Beach« ebenfalls geboten: Rouven Seum gab Wallernhäuser Kindern Schwimmunterricht und führte sie bis zu Seepferdchen-Fähigkeiten, das allerdings wie die folgenden Qualifikationen des Deutschen Schwimmabzeichens in Bronze, Silber und Gold im Niddaer Freibad abgenommen wird. Heike Baraschewitsch als geprüfte Schwimmlehrerin führt das geschätzte Angebot weiter. »In Wallernhausen gibt es praktisch kein sechsjähriges Kind, das nicht schwimmen kann«, sagt Könnecke anerkennend.

Auch hinsichtlich der Wasser- und Energieersparnis wurde in den vergangenen Jahren einiges getan. So fängt man das Schwallwasser in einer Zisterne auf und kann es zum Rasensprengen nutzen. Bewusst wird das Schwimmbad nicht beheizt, kann an heißen Sommertagen eine Wassertemperatur von 24 Grad erreichen. Das ist nicht einmal allen Besuchern recht. »Der toughe Wallernhäuser bevorzugt eine Wassertemperatur von 19 bis 21 Grad«, ist zu hören.

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Viele Wallernhäuser nutzen ihr Freibad auch als gemütlichen Treffpunkt für einen Austausch untereinander - wie in einem großen Wohnzimmer eben. © Elfriede Maresch

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