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DB kündigt an: Büdinger Bahnhof wird 2024 für fünf Millionen Euro modernisiert

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Ein Triebwagen der Hessischen Landesbahn hält an Gleis 2. Der Büdinger Bahnhof ist längst nicht mehr zeitgemäß. Die DB will ihn 2024 modernisieren. Künftig gibt es nur noch einen Bahnsteig, der in Richtung Stadt verlegt wird. © Björn Leo

Der Büdinger Bahnhof und die Anlagen im Umfeld sind seit Jahren ein Schandfleck. 2024 wird die Station modernisiert. Die Deutsche Bahn wird fast fünf Millionen Euro investieren.

Bahnhöfe wie den in Büdingen gibt es viele im Land. Weitläufige Gleisanlagen zeugen von der einstigen Bedeutung im Personen- und Güterverkehr. Discounter haben den Landhandel ersetzt, das Holz aus den umliegenden Wäldern wird längst nicht mehr umweltschonend mit der Eisenbahn abtransportiert. Die Verladerampe hat seit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte im Juni 2007 ausgedient, die dort endenden Gleise sind meterhoch zugewachsen und vermüllt. Allenfalls Nostalgiker mit Faible für alte Bahntechnik kommen auf dem Gelände noch auf ihre Kosten: Das Stellwerk der Bauart Willmann stammt aus dem Jahre 1890. Formsignale und mechanische Sicherungstechnik waren vor dem Zweiten Weltkrieg mal modern.

Nur noch ein Bahnsteig

Jetzt also kündigt die Deutsche Bahn den Zeitensprung an. In zwei Jahren sollen die beiden Bahnsteige aus den 40er Jahren verschwinden und durch einen Mittelbahnsteig ersetzt werden. Dieser soll 140 Meter lang und 55 Zentimeter hoch werden. An ihm kommen dann die Züge in Richtung Gießen und Gelnhausen zu Stehen. Die Bahnsteige sind dann barrierefrei, mit zwei Wartehäuschen für Fahrgäste, LED-Beleuchtung und einem Informationsystem ausgestattet, das über Zugverbidnungen, Fahrzeiten und Verspätungen Auskünfte gibt.

Dieser Bahnsteig wird etwas näher zur Stadt, etwas auf Höhe des Rewe-Parkplatzes gebaut und bekommt dementsprechend auch neue Zugänge von der Nordseite des Bahnhofs. Einen Zugang von der Südseite, wo in den vergangenen Jahren in der Henry-Dunant-Straße ein neues Wohngebiet und die Senioren- und Pflegeeinrichtung »Am Seemenbach« des DRK entstanden sind, soll es keinen geben.

Zudem wird im Zuge der Bauarbeiten, die während der Sommerferien 2024 laufen sollen, auch der Bahnübergang in der Berliner Straße erneuert. Der stammt noch aus den 60er Jahren. Die neue Anlage sieht breitere Fußwege vor, zudem ist eine akustische Aufrüstung geplant. Beides soll nach Aussagen von Projektleiter Christoph Eichhorn und dem zuständigen Ingenieur Alexnader Krebs für mehr Sicherheit auf einer der Hauptverkehrsachsen in der Büdinger Innenstadt sorgen. Für mehr Sicherheit auf den Schienen wird dagegen hochmoderne, elektronische Signaltechnik sorgen.

Die benachbarte Verladerampe wird abgebrochen, die beiden Gleise werden zurückgebaut. Dann kann dort endlich der lange überfällige Fuß- und Radweg gebaut werden. Entspreche Verträge mit dem Investor Unimo liegen bereit.

Kommt jetzt der Radweg?

Die Firma übernahm 2009 das ehemalige Joh-Gebäude in der Nachbarschaft und sagte im Zuge der Änderung des Bebauungsplanes einen Radweg zu - ein Thema, das politisch häufig hohe Wellen schlug. Die Bahn, betonen die beiden Sprecher, will ihren Teil der Abmachung erfüllen.

Während der Bauarbeiten, die vorzugsweise tagsüber laufen sollen, werden im südlichen Abschnitt der Bahnstrecke Busse verkehren. Dass die Berliner Straße temporär gesperrt werden muss, lässt sich nicht ganz verhindern. Ausgenommen von den Arbeiten ist das ehemalige Empfangsgebäude aus der Zeit des Klassizismus. Es ist seit einigen Jahren in privater Hand. Dass Besitzer Thomas Koch befürchtet, dass die angedachten Zuwege zum neuen Bahnsteig zu mehr Vandalismus auf seinem Grundstück führen könnten, lässt die Debatte erahnen, die das Modernisierungsvorhaben hervorrufen werden.

Auf Unverständnis stoßen auch die Aussagen der Bahnvertreter, dass es keine Verbindung von der Südseite zu den Bahnsteigen beziehungsweise zum Busbahnhof und damit auch zu den umliegenden Geschäften geben soll. »Das hat Herr Spamer abgelehnt. Der Stadt sei dies zu teuer«, antwortet Christoph Eichhorn im Parlament auf die Frage, warum die Planung keine Unterführung und auch keinen Übergang vorsieht.

Spamer widerspricht

Spamer, bis März Bürgermeister der Stadt Büdingen, sagt auf Nachfrage dieser zeitung, dass er sich im Namen der Stadt stets für eine Fußgängerbrücke ausgesprochen hat - und zwar in einer Höhe, die eine mögliche Elektrifizierung der Bahnstrecke noch zulassen würde. Den Bau und die Unterhaltung einer Unterführung mit zwei Aufzügen hätte die Stadt allein finanzieren müssen. »Das wäre dann in der Tat zu teuer gewesen. Ich habe mich jedoch klar für die Fußgängerbrücke ausgesprochen«, so der ehemalige Rathauschef, der damit den Aussagen des Projektleiters von DB Netz widerspricht.

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