1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

S6-Strecke gesperrt: RMV gibt ICE für Pendler aus der Wetterau frei – was es zu beachten gilt

Erstellt:

Von: Kim Hornickel

Kommentare

Um die Strecke der S6 zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel auszubauen, muss die Main-Weser-Bahn vom 9. Juli an erneut zwei Monate lang voll gesperrt werden. Doch die Bahn will überfüllte Züge vermeiden. (Symbolbild)
Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird es offenbar keine 3G-Regel in Zügen der Deutschen Bahn geben. © Imago

Die S6-Strecke ab dem Hauptbahnhof Frankfurt wird ab dem 9. Juli für zwei Monate gesperrt, das führt zu Chaos im Bahnverkehr. Doch der RMV macht ein Angebot.

Update vom Mittwoch, 22. Juni, 15.30 Uhr: Der RMV hat eine Sonderregelung während der Bauarbeiten auf der Strecke Friedberg – Frankfurt angekündigt. Laut dem Verkehrsverbund dürfen Inhaber von Jahreskarten bald auch mit IC und ICE fahren. Vom 9. Juli bis 4. September soll die Ausnahmeregelung bestehen, doch sie gelte nur auf der direkten Verbindung zwischen Friedberg und Frankfurt, teilte der RMV mit.

Von der Ausnahme ausgenommen sind Inhaber monatlicher 9-Euro-Tickets. Für die klassische RMV-Jahreskarte, das Seniorenticket Hessen, Schülerticket Hessen, LandesTicket Hessen sowie das RMV-JobTicket ist die Fahrt mit IC und ICE jedoch bald möglich.

Erstmeldung vom Mittwoch, 22. Juni, 10.24 Uhr: Frankfurt – Die Einschränkungen im Bahnverkehr wegen des Ausbaus der Strecke zwischen Frankfurt und Bad Vilbel haben nach Einschätzung der Bahn bislang nicht zu größeren Problemen geführt. Der Härtetest kommt aber erst noch; wenn die bestehende Strecke ab 9. Juli zwei Monate lang erneut voll gesperrt wird. Es gibt zahlreiche Umleitungen, Ersatzverkehre und andere Einschränkungen – da fällt es schwer, den Überblick zu bewahren.

Grund für all dies ist, dass die Strecke zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel viergleisig ausgebaut wird. Die Arbeiten laufen seit 2017, ab Ende 2023 sollen die Züge der Linie S6 über eigene Gleise schneller, zuverlässiger und öfter fahren. Davon profitieren dann auch die Regionalzüge, die ebenfalls öfter und vor allem pünktlicher fahren können. In diesem Sommer werden konzentriert mehrere Arbeitsschritte durchgeführt. Dazu gehören Brücken, Stütz- und Lärmschutzwände, der Bahndamm selbst, Oberleitungen und Gleise.

Bereits seit 13. Juni verkehrt die S6 auf diesem Streckenabschnitt nur im Halbstundentakt, die Regionalbahn 34, das Stockheimer Lieschen, endet in Bad Vilbel. Weil die S-Bahnen länger unterwegs sind, passen auch einige Anschlussverbindungen nicht mehr, das Umsteigen kann zur zeitraubenden Angelegenheit werden. „Das lässt sich nicht anders lösen“, erklärt eine Bahn-Sprecherin.

Hauptbahnhof Frankfurt und Bad Vilbel sorgen vor

Tatsächlich ist kaum vorstellbar, den gesamten Bahnbetrieb auf die geänderten Zeiten der S6 abzustellen. Beschwerden seien ihr nicht bekannt geworden, zieht die Unternehmenssprecherin eine erste Bilanz. Das gelte auch für die Einschränkungen bei der Regionalbahn.

Allerdings findet momentan auch erst das Vorspiel statt. Richtig schwierig wird es für Fahrgäste vom 9. Juli an, wenn der Abschnitt zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel komplett gesperrt werden muss. Die Fahrgäste der S6 müssen die Schienenersatzverkehrsbusse (SEV) benutzen. Der Bahnhof in Bad Vilbel und der Hauptbahnhof in Frankfurt sind Start- und Zielhaltestellen. Dabei sollen Expressbusse ohne Halt zwischen den beiden Stationen fahren, weitere SEV-Busse fast alle ausfallenden Haltestellen anfahren.

Deutsche Bahn spendiert Fahrräder: Fahrgäste haben 180 Freiminuten

Ein Problem ist der Wegfall der S6 in Frankfurt auch für die Stadtteile im Norden, von Eschersheim bis Nieder-Erlenbach. Denn zumindest für zwei Wochen entfällt für viele Anwohner dort zusätzlich die U-Bahn als Alternative: Vom 23. Juli bis 7. August werden die U1, die U2, U3 und U8 zwischen Heddernheim und Dornbusch wegen Gleisbauarbeiten nicht fahren. Zwar hat die Stadt auch hier Busse als Ersatz angekündigt und verstärkt das Angebot auf der parallel verkehrenden U5. Aber das zusätzliche Umsteigen und die längeren Reisezeiten machen die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel dort nicht attraktiv.

Immerhin bringt die Stadt eine Ergänzungsbuslinie mit der Nummer 25 von Harheim über Bonames nach Preungesheim ‚auf die Gass‘, mit der Fahrgäste die U5 erreichen können. Außerdem wird Bad Vilbel in dieser Zeit in das Gebiet des On-Demand-Busses „Knut“ einbezogen. So kommen Fahrgäste aus Nieder-Erlenbach, Nieder-Eschbach, Harheim und Bonames zur S6 nach Norden.

Für manche ist es womöglich attraktiver, die fehlenden Bahnkilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der RMV stellt den Fahrgästen daher derzeit 60, vom 9. Juli an sogar 100 Leihfahrräder zur Verfügung. Wer eines nutzt und an einem der vom Ausfall der S6 betroffenen Bahnhöfe abgibt, bekommt 180 Freiminuten gutgeschrieben. Dafür muss man sich auf der Internetseite der Firma Nextbike registrieren.

Fernzüge ab Frankfurt Hauptbahnhof fallen teilweise aus

Mit Einschränkungen bekommen es auch alle zu tun, die aus der Stadt ins weitere nördliche und südöstliche Umland oder in Gegenrichtung unterwegs sind. Der Regionalexpress 30 nach Gießen und Kassel wird umgeleitet, dadurch ändern sich die Fahrzeiten. Die Regionalexpresse 98 und 99 fahren teils nur ab und bis Frankfurt-Süd und werden über Hanau umgeleitet, was ebenfalls die Fahrzeiten verlängert. Um auf den Schienen Platz für diese Züge zu machen, fahren die Regionalexpresslinien 58 und 59 aus Aschaffenburg nur ab und bis Hanau statt Frankfurt.

Die Regionalbahnen 40 und 41 von Gießen werden südlich von Friedberg nach Hanau umgeleitet und enden dort. Wer sie erreichen will, muss zwischen Frankfurt und Hanau die S9 benutzen. Eingestellt wird die RB49 zwischen Gießen und Hanau, zwischen Friedberg und Hanau halten stattdessen die RB 40 und 41.

Auch Fernreisende werden nicht geschont. Der IC Frankfurt-Münster beginnt und endet in Friedberg, der ICE von Hamburg über Friedberg nach Karlsruhe hält am Frankfurter Süd- statt Hauptbahnhof. „In Summe ist das Ganze wirklich komplex und schwer auf einen einfachen Nenner zu bringen“, sagt die Bahn-Sprecherin. (Manfred Becht)

Auch interessant

Kommentare