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Den Wetteraukreis ins rechte Licht rücken

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Von: Dagmar Bertram

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Deliah Eckhardt ist die neue Pressesprecherin der Kreisverwaltung. An der Wetterau mag sie besonders das Spannungsfeld zwischen urbanem und ländlichem Raum. © Nicole Merz

Ihre Stellenbezeichnung klingt sperrig: Fachdienstleitung Kommunikation. Ihre Texte sollten frei von Behördendeutsch sein: Deliah Eckhardt ist als Kreispressesprecherin dafür verantwortlich, dass der Wetteraukreis nach außen gut dargestellt wird.

Die Leitungsfunktion sei gar nicht ausschlaggebend für ihre Bewerbung gewesen, sagt Deliah Eckhardt. Der Wetteraukreis sei »eine wahnsinnig spannende Gegend«, die Reichweite von urbanem bis ländlichem Raum eine große Herausforderung - »auch im kommunikativen Bereich«. Seit Anfang des Monats ist es Eckhardts Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Wetteraukreis gut dasteht: in den Zeitungen, im Radio, im Internet und natürlich auch in den Sozialen Medien.

Bis zum 20. Mai teilt sie sich die Leitung der Pressestelle im Friedberger Kreishaus noch mit Michael Elsaß, der über 30 Jahre das Sprachrohr der Kreisverwaltung war. »Er hinterlässt große Fußstapfen«, sagt die 29-Jährige aus Bad Vilbel. »Einige werde ich hoffentlich füllen, aber auch neue dazusetzen.« Ihr zur Seite stehen Petra Schnelzer als Stellvertreterin sowie drei weitere Team-Mitglieder. Die Kreisverwaltung sei zwar groß, die Atmosphäre aber sehr persönlich und freundlich, sagt Eckhardt über die ersten Tag im neuen Job. Sie fühle sich sehr willkommen, es gebe viel Neugier auf beiden Seiten.

Sieben Jahre bei der Zeitung

Nicht ganz so glücklich zeigt sich die Opposition im Kreistag. Ihr Vorwurf: Eckhardt sei womöglich nur eingestellt worden, weil sie sich in der CDU engagiere. Sie verweisen auf ihre berufliche Stationen, z.B. beim CDU-Landesverband, ebenso auf ihren Sitz im Bad Vilbeler Parlament und den Vorsitz der dortigen Jungen Union. Grüne, FW und FDP fordern einen Akteneinsichtssausschuss; die AfD zieht nach.

Beim Verweis auf ihren Werdegang sei ihre allererste und für sie wichtigste Station nicht genannt worden, kontert Eckhardt. »Ich habe sieben Jahre bei der Frankfurter Neuen Presse als Journalistin gearbeitet - und so sehe ich mich immer noch.« Und ja, ihre Mutter und ihr Stiefvater - Irene und Tobias Utter - seien sehr aktive CDU’ler. »Doch es gibt noch einen anderen Teil meiner Familie, der nichts mit Politik zu tun hat und auf den ich sehr stolz bin: Ich komme aus einer alteingesessenen Vilbeler Handwerksfamilie.« Ihr Vater führt einen 1899 gegründeten Dachdeckerbetrieb, in dem auch ihr Bruder mitarbeitet.

Ihre politischen Ehrenämter - vor allem Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglied - werde sie beibehalten, betont Eckhardt. »Ich habe immer sehr genau darauf geachtet, das politische Ehrenamt vom Beruflichen scharf zu trennen, und das werde ich auch weiterhin tun - schon allein, um mich nicht angreifbar zu machen.«

Anfragen beantworten, selber Themen setzen

Sie ist selbstbewusst genug, um den Beigeschmack, den die Opposition ausgemacht hat, von bitter in süß umzuwürzen: »Ich sehe das ehrenamtliche Engagement als Vorteil: Man hat ein großes Verständnis für politische Prozesse, verfügt über eine gewisse Diplomatie und Verhandlungssicherheit und weiß, was ein Ratsinformationssystem ist.«

Neutral zu sein und professionell zu arbeiten werde ihr nicht schwerfallen: »Den Wetteraukreis nach außen hin gut zu vertreten, hat erst einmal nichts Politisches.« Zu den Aufgaben einer Pressesprecherin gehöre ganz klassisch, Presseanfragen zu beantworten. »Manche brauchen Zahlen, weil sie zu einem Thema recherchieren, manchen geht es um akute Themen wie den Lebensmittelskandal.«

Hinzu komme die aktive Pressearbeit, auf Themen aufmerksam machen, etwa den Radwegeausbau. Auch Kultur und Veranstaltungen fallen in ihr Ressort. Doch in der Anfangszeit gelte es erst einmal, die Kollegen der verschiedenen Fachbereiche und deren Themen kennenzulernen. Dies falle ihr umso leichter, als der scheidende Pressesprecher Elsaß sie überall und ganz selbstverständlich einbeziehe.

Social Media breiter aufstellen

So, wie Elsaß sein Steckenpferd (Rad-)Wandern mit Serien und sogar Büchern in die Arbeit einbringen konnte, so werde auch sie Schwerpunkte setzen können, sagt Eckhardt. »Der Raum dafür ist da. Und als kreativer Kopf, der ich bin, brauche ich das auch.«

Eine konkrete Aufgabe, die Eckhardt demnächst angehen will, ist die Stärkung des Social-Media-Auftritts. »Das sollten wir strategisch breiter aufstellen und intensiver betreiben.«

Was indes weniger intensiv betrieben werden könnte, zumindest lautet so ein regelmäßig geäußerter Wunsch unserer Leser, ist die Abbildung der hauptamtlichen Kreisspitze in Presseberichten. Doch Eckhardt wirbt um Verständnis: »Wir wollen zeigen, was in der Verwaltung geleistet wird, und dazu gehört auch, die Verantwortlichen abzubilden.«

Info: Wenn nicht Wetterau...

...dann Italien«, sagt Deliah Eckhardt. »Das ist mein Sehnsuchtsort.« Besonders mag sie die Toskana, aber auch den Lago di Como - da hat ihr Freund Fabian ihr im vergangenen Sommer einen Heiratsantrag gemacht. Im September 2023 wollen die beiden Ja sagen. Bis dahin geht es bestimmt noch mal nach »Bella Italia«, aber auch Wochenendausflüge innerhalb Deutschlands sind angesagt, um Freunde zu besuchen. Ebenso Touren mit ihrem Verlobten, der gerne Motorrad fährt. Aber auch »nur« mit Bad Vilbel ist Eckhardt mehr als zufrieden. »Das ist mein Lebensmittelpunkt, ich bin sehr gerne dort.« Auch wenn aktuell nicht sehr viel Freizeit bleibt. »Wenn ich nach der Arbeit mit meinem Hund Chubby rausgegangen bin, eingekauft und gekocht habe, bin ich froh, wenn ich einfach auf dem Sofa sitzen kann.«

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