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Der Fußgängerüberweg neben der Bahnschranke in Stockheim bleibt gefährlich

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Der Fußgängerüberweg am Bahnübergang in Stockheim ist gefährlich. Bürgermeisterin Strauch begutachtet mit u. a. Vertretern des Elternbeirates der Keltenbergschule und Michael Pagel von der Polizeistation in Büdingen die Lage. © Judith Seipel

Sieben Sekunden dauert die Grünphase der Fußgängerampel in der Glauberger Straße. Eine Änderung der Schaltung auf zwölf Sekunden soll zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten.

Das Tückische am Fußgängerüberweg in der Glauberger Straße in Stockheim: Er liegt hinter einer Kurve (aus Richtung Ortsmitte) und direkt neben dem Bahnübergang. Der fließende Verkehr muss folglich zwei Signalanlagen beachten, eine für Fußgänger und eine für die Bahn. Für viele motorisierte Fahrer bedeute das rote Signal, dass sich gleich die Schranke schließen wird, »und dann geben sie Gas, um schnell noch durchzuhuschen«, sagt Michael Altvater, Vorsitzender des Elternbeirates der Keltenbergschule.

Wer von Stockheim in Richtung Glauberg fährt, sieht wegen der Kurvenführung unter Umständen gar nicht, dass gerade ein Fußgänger die Straße überquert und deshalb die Fahrzeugampel rot zeigt.

Für Kinder aus dem Bereich »Unter der Struth«, deren offizieller Schulweg über die Glauberger Straße führt, komme es immer wieder zu brenzligen Situationen, klagt Altvater. Vor zwei Jahren wurde eine Siebenjährige von einem Motorrad gestreift und zum Glück nur leicht verletzt. Der Fahrer hatte das für ihn geltende Rotlicht offenbar missachtet. Alte, gehbehinderte Menschen und die Mitarbeiter der Elektroaltgeräte-Entsorgungswerkstatt der Behindertenhilfe Wetteraukreis, die an dieser Kreuzung ihren Sitz hat, seien angesichts der Rücksichtslosigkeit von Auto- und Motorradfahrern genauso gefährdet.

20 000 Euro für

fünf Sekunden

»Wenn die Kinder grün haben, fühlen sie sich sicher«, sagt Altvater. »Wir Eltern sagen ihnen, sie sollen erst loslaufen, wenn die Autos tatsächlich stehen.« Dafür sei die Grünphase der Ampel mit sieben Sekunden aber zu kurz. In den vergangenen Wochen hat er den Verkehr hier ein paarmal beobachtet und allein vom 24. Juni bis zum 13. Juli sieben Verstöße dokumentiert und zur Anzeige gebracht. »Da muss sich auch die Schule überlegen, ob das noch ein sicherer Schulweg ist«, sagt der Vater dreier Schulkinder.

Die Eltern schlagen deshalb vor, die Grünphase für Fußgänger um fünf Sekunden zu verlängern. Das aber würde 15 000 bis 20 000 Euro kosten, weil die beiden Signalanlagen miteinander gekoppelt sind, sagt Bürgermeisterin Henrike Strauch, die sich bei diesen Zahlen auf Aussagen der Deutschen Bahn beruft.

»Der DB Netz AG wurde der Auftrag erteilt, die Vereinbarkeit einer möglichen Änderung der Signalisierung für die Fußgänger mit der Anlage der Bahn zu überprüfen. Hierfür würden in der Tat Kosten in Höhe von 15 000 bis 20 000 Euro anfallen«, bestätigt Deliah Eckhardt, Pressesprecherin des Wetteraukreises. Der Wetteraukreis als Straßenverkehrsbehörde ist zuständig für »straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen«, wie es im Behördendeutsch heißt.

Der Elternbeirat, so Eckhardt, sei von Hessen Mobil informiert worden, »dass für die Querung ausreichend Zeit vorhanden ist. Die Zeit, um die Straße zu überqueren, liegt bei sieben Sekunden plus der sogenannten Räumzeit. Laut der geltenden Richtlinien wären hier sogar fünf Sekunden ausreichend«. Die Räumzeit werde für jeden Überweg individuell anhand der Fahrbahnbreite berechnet. Auch wenn man in der letzten Sekunde der Grünphase die Fahrbahn betrete, komme man sicher am gegenüberliegenden Bordstein an.

Keine schnelle

Lösung in Sicht

Die DB stehe in dieser Sache »in direktem Austausch mit der Gemeinde Glauburg«, sagt eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage, ohne Kosten zu nennen. Eine Veränderung der Schaltzeiten ziehe automatisch eine Änderung an der Bahnübergangssicherung nach sich, da beide Anlagen in den Schaltfolgen aufeinander abgestimmt seien. Dafür sei eine »aufwendige technische Planung« erforderlich. Eine neue Schaltfolge müsse zudem vom Eisenbahnbundesamt zugelassen werden, so die Bahn-Sprecherin.

Der Ärger und die Sorgen wegen dieses Überweges sind nicht neu. »Damit war ich schon befasst, als ich noch Hauptamtsleiterin war«, sagt Henrike Strauch. Eine schnell umsetzbare Lösung, um die unübersichtliche Lage in diesem Bereich, in den auch die Straße aus Richtung Bleichenbach mündet, zu entschärfen, wurde auch bei einer Verkehrsschau im Mai nicht gefunden.

Laut Deliah Eckhardt prüft die DB Netz AK aktuell zudem, ob ein Blitzer in die Ampelanlage integriert werden könne. »Für die Errichtung des Blitzers wäre die Gemeinde Glauburg zuständig.«

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