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Die Anklagebank lieber vermeiden

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Von: red Redaktion

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Welche Konsequenzen es haben kann, wenn man mit dem Gesetz in Konflikt gerät, erfahren die Jugendlichen unter anderem beim Besuch von Strafverfahren am Amtsgericht. © pv

Büdingen (red). Nach zweijähriger Pause öffnete das Amtsgericht jetzt wieder die Türen für interessierte Jugendliche, um ihnen einen Einblick in die Tätigkeit verschiedener Berufsgruppen in der Justiz zu gewähren.

Beeindruckend für die Jungs und Mädchen von der fünften bis zur neunten Klasse verschiedener Schulen aus dem Bezirk des Amtsgerichts waren zwei Strafverfahren unter dem Vorsitz der Richterin Barbara Lachmann. Schnell wurde den Jugendlichen klar, welche ernsthaften Konsequenzen es haben kann, Betrügereien bei Internetgeschäften zu begehen oder sich nach einer Party betrunken hinters Steuer zu setzen. Obwohl die Richterin und der Staatsanwalt den Jugendlichen zugewandt waren und sie in der Sitzungspause im ausführlichen Gespräch ihnen halfen, das Erlebte einzuordnen und zu erklären, war man sich doch einig, dem Strafgericht besser nicht auf der Anklagebank gegenüber sitzen zu wollen.

Auch wurde deutlich, dass »das Gericht« nicht nur aus Richtern besteht, sondern dass dort Teamwork vieler Mitarbeiter gefragt ist. Neben der Protokollführerin in der Strafverhandlung machten die Jugendlichen Bekanntschaft mit dem Leiter der Wachtmeisterei, der seinen Tätigkeitsbereich von der Aufrechterhaltung der Sicherheit im Gericht bis hin zur Vorführung von Häftlingen zur Strafverhandlung erklärte. Besonders Mutige durften sogar Handschellen ausprobieren und in der Zelle »probesitzen«.

Einen weiteren Programmpunkt bildete der Erfahrungsbericht eines Gerichtsvollziehers, mit dem die Jugendlichen zusammen überlegten, wie man als Gläubiger sein Geld vom Schuldner zurückbekommt und was der Gerichtsvollzieher so alles pfänden und verwerten kann.

Zu guter Letzt lernten die Jungs und Mädchen auch noch die weiteren Abteilungen des Amtsgerichts im Zuge einer Rallye durch das Haus kennen, bei der Fragen rund um das Amtsgericht beantwortet werden mussten. Dabei kamen sie mit verschiedenen Mitarbeiterinnen der Serviceabteilungen ins Gespräch, um die Antwort auf spannende Fragen zu erhalten: Welches Rechtsmittel kann man gegen ein Urteil des Zivilgerichts einlegen und wer entscheidet darüber? Was kann man beantragen, wenn man einen Rechtsanwalt braucht, ihn aber nicht bezahlen kann? Welche Gemarkungen gehören zum Bezirk des Amtsgerichts Büdingen?

Natürlich erhielten die Jugendlichen auch Informationen über die Ausbildungsberufe in der Justiz, im mittleren Justizdienst und das duale Rechtspflegerstudium.

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