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»Die große Koalition ist gefordert«

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Von: red Redaktion

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Wetteraukreis (red). Die Freien Wähler fordern die große Koalition im Wetteraukreis dazu auf, die Bemühungen gegen den Ärztemangel im Landkreis zu intensivieren. Die Kreistagsfraktion möchte unter anderem wissen, welche Maßnahmen die CDU/SPD-Kreiskoalition plant oder bereits umgesetzt hat. Deshalb habe man eine aktuelle Anfrage an den Kreisausschuss gestellt, teilen die Freien Wähler in einer Pressemitteilung mit.

Da immer weniger Medizinstudierende nach der Ausbildung eine Hausarztpraxis eröffnen wollten, leide die Versorgung besonders außerhalb der Städte, erklären die Freien Wähler in ihrer Mitteilung. Quer durch die Republik gebe es im ländlichen Raum mittlerweile einen Ärztemangel. Altgediente Hausärzte gingen in den Ruhestand, junge Mediziner ziehe es oftmals in die großen Städte.

Cenk Gönül (Reichelsheim), stellvertretender Fraktionsvorsitzender, betont für die Kreistagsfraktion der Freien Wähler: »Im Februar 2020 hat die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) die Dringlichkeit dieses Themas in einer öffentlichen Stellungnahme bekräftigt. Nach ihren Worten lag das Durchschnittsalter der Hausärzte im Kreis bei 55 Jahren. Knapp 20 Sitze waren damals laut ihrer Darstellung unbesetzt.«

Lücken im Ostkreis

Stipendien und andere Förderversuche seien erfolglos gewesen. Becker-Bösch habe darüber hinaus betont, dass es speziell im schlecht angebundenen Ostkreis wichtig sei, dass die Lücken im Versorgungsnetz nicht noch größer würden. Seit dieser Darstellung seien zwei Jahre vergangen - daher sei es nun Zeit für ein Update.

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen und Veröffentlichungen zeige, dass der Sicherstellungsauftrag zur Ärzteversorgung in der nahen Zukunft reine Theorie sein könnte. »Das Thema muss durch die Kreiskoalition intensiver und koordinierter bearbeitet werden. Und es muss ganz nach oben auf die Tagesordnung«, findet Cenk Gönül.

Ein weiterer Punkt der Anfrage beschäftige sich mit den aktuellen regionalen Erhebungen beziehungsweise Planungen sowie den Lösungsansätzen der Kassenärztlichen Vereinigung. »In unseren Augen wäre es ratsam, die Unterschiede der ärztlichen Versorgung in den ehemaligen Landkreisen Friedberg und Büdingen differenzierter zu beurteilen. Bad Nauheim, Friedberg oder Bad Vilbel dürften im Gegensatz zu Kefenrod oder Hirzenhain sicher besser aufgestellt sein«, vermutet Gönül.

Neue Konzepte ins Auge fassen

Für die Freien Wähler stehe fest, dass die Bemühungen zur Beseitigung des Ärztemangels im Wetteraukreis intensiviert werden müssten. Die bislang erfolglosen Stipendien-Programme oder Förderungen sollten öffentlich vorgestellt sowie neue Konzepte für den Wetteraukreis ins Auge gefasst werden.

»Die große Koalition ist gefordert. Möglichkeiten wären beispielsweise die Förderung von Genossenschafts- oder Filialpraxen und eine engere Zusammenarbeit mit den Wetterauer Kommunen«, erklärt Cenk Gönül abschließend.

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