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Die neue Glauburger Bürgermeisterin legt ordentlich Tempo vor

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Henrike Strauch plant gerne und nutzt dabei trotz aller Zukunftsvisionen gerne bewährte Methoden © Andrea Schinzel

Das Ohr am Volk haben, Transparenz schaffen, Tradition bewahren und dabei trotzdem nach vorne blicken und gehen - Henrike Strauch hat sich eine Menge vorgenommen.

Das Ohr am Volk haben, Transparenz schaffen, Tradition bewahren und dabei trotzdem nach vorne blicken und gehen: Wer Glauburgs Bürgermeisterin Henrike Strauch fragt, was ihr in ihrem Amt wichtig ist, erhält rasch diese Antworten. Dass sie nah an den Bürgerinnen und Bürgern sein will, hat sie schon im Wahlkampf bewiesen. Ihre »Gartentorgespräche«, wie sie es bezeichnet, hätten ihr viel Spaß gemacht, sagt sie. Strauch möchte wissen, was die Menschen wollen und auch, was sie von ihr erwarten. Seit 100 Tagen steht sie nun an der Verwaltungsspitze der rund 3200 Einwohner zählenden Gemeinde.

Optimistisch trotz leerer Kassen

Die knappen Kassen lassen keine riesigen Sprünge zu, trotzdem strahlt die 50-jährige Mutter einer erwachsenen Tochter Optimismus aus. Der Wechsel vom Amt der Ersten Stadträtin in Büdingen mit Schwerpunkt Soziales auf den Chefsessel im Glauburger Rathauses fiel ihr nicht schwer. »Gut, jetzt bin ich für alles verantwortlich. Aber in einer kleinen Kommune ist man auch rascher handlungsfähig. Entscheidungen fallen schneller«, findet sie.

In den ersten Tagen und Wochen hat sie sich einen Überblick verschafft, wie weit angefangene und geplante Maßnahmen fortgeschritten sind. »Ich habe viele Gespräche geführt, um mich auf den neuesten Stand zu bringen, mit Verwaltungsmitarbeitern, dem Bauhof, dem Kindergartenpersonal.« Sie traf sich mit Verantwortlichen der Bahn, des ZOV und des Regionalverbandes RheinMain Frankfurt. Mehrere Sitzungen absolvierte die Sozialdemokratin bereits mit dem Ältestenrat und traf sich mit den Vorsitzenden der vier Fraktionen der Gemeindevertretung. Zwei Rundgänge mit Bürgern durch beide Ortsteile fanden statt.

Priorität, so Strauch, hätten der Hochwasserschutz, die Gestaltung der Dorfmitte in Glauberg sowie barrierefreie Bushaltestellen. »Und es war mir wichtig, dass die neue Mehrzweckhalle in Glauberg nach der langen Sanierungsphase endlich wieder genutzt werden kann.« Daneben gelte es viele kleine Akzente zu setzen. »Wir brauchen Visionen und müssen wissen, wo wir in ein paar Jahren stehen wollen, dürfen uns nicht vor neuen Baugebieten und Glasfaser verschließen.«

Ebenso wenig will sie auf Traditionen verzichten. »Wir brauchen den Volkstrauertag. Die Botschaft muss rüberkommen. Denn wir wollen solche Ehrenmale nicht mehr errichten müssen«, nennt sie als Beispiel. Auf ihrem Weg will sie die politischen Vertreter und die Bürger mitnehmen, die Alten wie die Jungen. In den Schaukästen der Gemeinde, in denen amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht werden, hängen Bilder von Kindern aus der Kindertagesstätte »Regenbogen« zum Thema Wasser. Auf der Homepage und in Facebook wurde ein »Blitzlicht« eingerichtet. Hier kann man sich wöchentlich auf den neuesten Stand bringen und sich informieren über die Arbeit der Verwaltung, Aktionen von Interessensgruppen und Vereinen und über aktuelle Termine.

Nach der pandemiebedingten Zwangspause soll nun jährlich wieder eine Bürgerversammlung stattfinden, im Herbst bereits die erste. Unter anderem sollen die Glauburger und Glauburgerinnen über die Haushaltssituation der Gemeinde informiert werden. Strauch hat auf ihrer Wunschliste unter anderem eine Bürgerbeteiligungsstelle, was in der Satzung festgezurrt werden sollte. Darüber könnten die Einwohner Glauburgs zu bestimmten Vorhaben von Verwaltung oder Kommunalpolitik befragt werden und ihre Stellungnahmen dazu abgeben. »Dann haben wir ein Meinungsbild und können handeln.«

In der Kita sei Ähnliches kürzlich durchgeführt worden. Dabei sei es um die Gestaltung des Außengeländes gegangen. Die Kinder seien befragt worden, was sie sich wünschen. Das Kita-Personal habe deren Wünsche notiert. Außerdem hätten die Kinder ihre Wünsche gemalt. Dann sei der Elternbeirat mit ins Boot genommen worden, um die Gestaltung gemäß den Wünschen der Kinder voranzubringen.

Wie die Dorfmitte in Glauberg umgestaltet werden soll, soll nochmals bei einem Treffen mit den potenziellen Nutzern beraten werden. Und zum Thema Landesgartenschau 2027 hat Strauch in dieser Woche zu einer Bürgerwerksstatt eingeladen. Da möchte sie den bisherigen Planungsstand zur Landesgartenschau und die Ideen der Steuerungsgruppe vorstellen.

Bewährtes im Blick behalten

Danach werden die Teilnehmer mit der sogenannten World-Café-Methode eingebunden. Diese Methode stelle einen kreativen Ansatz zur Ideenfindung für große Gruppen in einer möglichst angenehmen Atmosphäre dar. In kleinen Untergruppen tausche man Wissen und Anregungen aus und verknüpfe diese miteinander.

Das Sammeln von Ideen mang Henrike Strauch. In ihrem Büro steht ein Flipchart, ein visuelles Hilfsmittel für Vorträge und Präsentationen oder um eben mal rasch Ideen zu notieren oder anzuheften für eine spätere Umsetzung. Das mag etwas aus der Zeit gefallen zu sein, nachdem in allen Bereichen von Digitalisierung geredet wird. Aber das ist Henrike Strauch: modern sein und trotzdem an manch Bewährtem festhalten.

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