Jakobskreuzkraut

Diese gelbe Pflanze kann für Tiere gefährlich werden

Immer öfter sieht man an Straßenrändern und auf Wiesen in der Region gelb blühende Pflanzen: das Jakobskreuzkraut. Die leuchtenden Farbtupfer sehen allerdings nicht alle gern. Vor allem Landwirte und Pferdehalter sind in Sorge.

Mit seinen sonnengelben, filigranen Blüten bietet das Jakobskreuzkraut einen hübschen Anblick. Trotzdem sind Landwirte und Pferdehalter alles andere als erfreut, wenn sie die Pflanze auf ihren Wiesen und Weiden erspähen. Denn das Jakobskreuzkraut enthält Giftstoffe, die die Leber schädigen. Vor allem diejenige von Pferden und Rindern. Im schlimmsten Fall kann das sogar zum Tod der Tiere führen.

Mit Sorge sehen Pferdebesitzer und Rinderhalter, dass sich das Gewächs immer weiter ausbreitet. „Ein virulentes Problem, das größer wird“, wie es Florian Dangel, Geschäftsführer des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt, formuliert. „Das ist schon eine Geschichte, die immer mehr Raum greift.“ Konrad Kuhlenkamp, stellvertretender Kreislandwirt im Main-Kinzig-Kreis, bestätigt das: „Es hat die letzten Jahre zugenommen.“

Woran das liegt, ist bisher unklar. Ein Grund könnte der Klimawandel sein, schließlich handelt es sich beim Jakobskreuzkraut um eine wärmeliebende Pflanze, die sonnige und trockene Standorte bevorzugt. Vor allem an Straßenrändern und Bahndämmen, aber auch auf Brachflächen leuchten die gelben Blüten hervor, aber auch auf großflächigen Wiesen, die seltener gemäht werden. „Auf intensiv genutzten Weiden hat man mit dem Jakobskreuzkraut weniger Probleme“, sagt Kuhlenkamp. „Bei frühem Schnitt gehen die Pflanzen kaputt.“

Der Zeitpunkt des Mähens müsse vor der Samenbildung liegen, erklärt Florian Dangel. Betrieben, die große Flächen bewirtschaften, bereitet die gelb blühende Pflanze deshalb größere Schwierigkeiten. Vor allem dann, wenn sie Flächen für das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) gemeldet haben, in dem beispielsweise vorgeschrieben ist, dass erst ab der zweiten Juli-Hälfte gemäht werden darf.

Ein solches Areal, das an die Reitsportanlage Loth in Friedberg angrenzt, sorgte vor einigen Jahren bei Jan-Peter Loth für einige Sorgenfalten. „Da war das Jakobskreuzkraut massiv drauf, und durch den Wind kamen die Samen auf unsere Koppel“, erinnert er sich. Doch Loth hatte Glück: Eigentümerin der Fläche ist nämlich die Stadt Friedberg – und dort zeigte man für seine Sorgen Verständnis. „Die haben die Pflanzen ausgerupft, und nach dem zweiten Jahr waren sie weg“, berichtet der Betreiber der Reitsportanlage, auf der 40 Pensionspferde untergebracht sind. „Das hat vorbildlich geklappt.“

Auf seinen eigenen Flächen – immerhin acht Hektar Pferdekoppeln und 16 Hektar Grünland – achtet er streng darauf, dass sich die Giftpflanze gar nicht erst einnistet. Einzelne Exemplare, die sich trotzdem hervorwagen, reißt er sofort aus. Zwar verschmähen Pferde und Rinder das Gewächs auf der Weide normalerweise – vermutlich wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe. „Aber im Heu oder in der Silage fressen sie es mit“, sagt Jan-Peter Loth. So könnten sich die Giftstoffe schleichend in ihrer Leber anreichern und sie schädigen.

„Wenn das Jakobskreuzkraut in größeren Ansammlungen vorkommt, wird das Futter nahezu unbrauchbar“, sagt auch Florian Dangel. Entsprechend penibel werde darauf geachtet, dass die Blütenpflanze nicht in den Heu- und Silageballen lande. „Unsere Landwirte haben da absolut ein Auge darauf, damit das Futter höchsten Standards entspricht“, versichert der Bauernverbands-Geschäftsführer.

Problematisch seien jedoch die Straßengräben und Bahndämme, wo das Jakobskreuzkraut oft ungestört wuchere und sich dann womöglich auf angrenzende Flächen ausbreite, sagt Jan-Peter Loth. Bei Hessen Mobil will man sich diesen Schuh nicht anziehen. Grundsätzlich sei Hessen Mobil als Straßenbetriebsdienst nicht für die Bekämpfung heimischer Wildkräuter und die Verhinderung von Samenflug verantwortlich, sagt Pressesprecherin Frauke Werner. Wenn der Bauernverband jedoch auf problematische Flächen hinweise, sei man durchaus kooperativ. In solchen Fällen versuche man, die Mäh-Routen entsprechend anzupassen, sagt Frauke Werner.

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