Nidderau Feuerwehr

Drehleiter ist kaputt – seit einem Jahr!

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Seit rund einem Jahr ist das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr in Windecken außer Dienst gestellt. Grund waren verschiedene Mängel, die behoben werden mussten. Vergangene Woche kam nun die Nachricht, dass das Fahrzeug in Kürze wieder an seinem Bestimmungsort eingesetzt werden kann.

Wo ist das Nidderauer Drehleiterfahzeug? Diese Frage kam beim schweren Erbstädter Brand in der vergangene Woche auf. Der Einsatzleiter Thomas Hild hatte neben dem Hanauer Einsatzfahrzeug auch noch die Büdinger Drehleiter zusätzlich alarmiert. Auf Nachfrage erklärt Kreisbrandinspektor Markus Busanni: „Bei der jährlichen Prüfung zur Unfallverhütung vor etwa einem Jahr fiel auf, dass Sprossen der Drehleiter angerostet waren.“ Unter dem Sprossenbelag aus Gummi hatte sich Wasser gesammelt. Die Folge: Rost.

Das Fahrzeug mit Baujahr 1993, das bis 2012 in den Niederlanden im Einsatz war, wurde aus Sicherheitsgründen daher aus dem Dienst gestellt. „Wir mussten bundesweit nach einer Firma suchen, die solche Reparaturen vornimmt. Davon gibt es in Deutschland nur drei oder vier“, erklärt der Kreisbrandinspektor.

Für die Reparatur musste die 30 Meter lange Leiter, die aus fünf Teilen besteht, heruntergenommen werden. „Mit der ganzen Hydraulik und der Stromversorgung ist das recht aufwendig“, weiß Busanni. Da das Fahrzeug ohnehin in der Werkstatt stand, wurde es aufgebockt, um den generellen Zustand begutachten zu können. „Dabei kam heraus, dass auch die

Stützen erneuert

werden müssen“, sagt der Kreisbrandinspektor.

Kreis und Stadt war es wichtig, dass anstehende Arbeiten gleich erledigt werden, damit es in den kommenden Jahren keine Probleme gibt. „Das ganze Fahrzeug wurde auf Rost überprüft und aufpoliert, die Leiter sandgestrahlt und pulverbeschichtet lackiert, der Leiterkorb verfügt jetzt über LED-Lichter. Und statt der bisherigen Gummis ist auf den Sprossen nun ein spezieller, sandpapierähnlicher Belag aufgebracht“, zählt Busanni auf. Zudem sollen noch zwei Rollläden ersetzt werden, die leichtgängiger zu öffnen sein sollen. Da die Leiter nun anthrazitfarben ist, werden die Rollläden farblich entsprechend angepasst.

Die Überholung des Fahrzeuges kostet rund 80 000 Euro, was von Stadt und Kreis jeweils zur Hälfte finanziert wird. „Das war ein weiterer Grund, warum es so lange gedauert hat. Das Geld musste erst eingestellt und genehmigt werden“, erklärt Busanni.

Fördermittel fließen nur bei einem Neufahrzeug, das aber zwischen 650 000 und 700 000 Euro gekostet hätte. Stadtbrandinspektor Volker Reis und er hatten im vergangenen Jahr die Kosten im Magistrat entsprechend vorgestellt.

2014 wurde das Fahrzeug in Nidderau stationiert. Stadt und Kreis hatten sich darauf verständigt, nachdem in der Stadtmitte unter anderem das Nidder-Forum geplant wurde. „Die Gebäudevoraussetzungen haben sich geändert, so dass es Sinn ergab, dort eine Drehleiter zu stationieren“, berichtet Busanni. Ziel sei es, dass im Einsatzfall ein Drehleiterfahrzeug innerhalb von zehn bis 20 Minuten vor Ort sein kann. Das große Gefährt dient in erster Linie dazu, Menschen aus großer Höhe zu retten. In zweiter Funktion ist es zur Brandbekämpfung vorgesehen.

In den Einsatzplänen ist der Umstand natürlich berücksichtigt worden, dass das Fahrzeug in Nidderau weggefallen ist. „Vor 2014 rückte die Drehleiter aus Hanau aus, die ist auch derzeit eingeplant“, erläutert Busanni. Im ganzen Main-Kinzig-Kreis sind zwölf dieser Fahrzeuge verteilt, um eine optimale Abdeckung zu gewährleisten. Auch die Karbener und die Bad Vilbeler Wehren haben Drehleitern.

Dass die Büdinger Feuerwehr vergangene Woche hinzugerufen wurde, hing mit der Erreichbarkeit zusammen: „Es war sinnvoller die Büdinger Kollegen zu alarmieren als beispielsweise die benachbarten Karbener, die durch die Sperrung der K 246 einen zu langen Anfahrtsweg gehabt hätten“, sagt der Kreisbrandinspektor.

Stadtbrandinspektor Volker Reis und sein Vize Thorsten Hild sind jedenfalls froh, wenn das Fahrzeug wieder in Nidderau steht. „Natürlich fehlt etwas. In jedem Fall sind wir erleichtert, wenn der Fuhrpark wieder vollständig ist“, sagt Hild.

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