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Dringender Appell Wasser zu sparen

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Im Haushalt gibt es viele Möglichkeiten Wasser zu sparen. FOTO: PM © pv

Die Stadt Nidda mahnt: Der Verbrauch muss verringert werden, um einen Trinkwassernotstand zu vermeiden.

Nidda (myl). Das Wasser wird knapp. Mit den sommerlichen Temperaturen steigt der Verbrauch an Trinkwasser aktuell stark an. Zum Beispiel werden Pools befüllt und die Gärten bewässert. Die Grundwasser-Neubildung kommt nicht hinterher.

Das bleibt nicht ohne Folgen. »Bei unverändertem Verbrauchsverhalten könnte Bürgermeister Thorsten Eberhard daher schon bald gezwungen sein, zur Sicherung der Grundversorgung den Trinkwassernotstand auszurufen«, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Die Stadt Nidda erhält etwa 60 Prozent des benötigten Wassers durch Zukauf bei der Ovag, den Oberhessischen Versorgungsbetrieben. Circa 40 Prozent kommt aus den eigenen Quellen.

Verfügbarkeit von Grundwasser

Die Ovag fördert aus 22 Brunnen, die in einem 450 Quadratkilometer großen Trinkwasserschutzgebiet liegen, Trinkwasser. Die Ovag-Wasserampel, die 2021 eingeführt wurde, signalisiert den Kommunen die aktuelle und in den nächsten drei Monaten zu erwartende Trinkwasserverfügbarkeit. Das hängt nicht nur vom Grundwasserstand ab, sondern von vielen Auflagen des Landes Hessen, um die Natur zu schützen. Für die Grundwasserneubildung sind die Niederschlagsmengen von November bis April der vergangenen drei Jahre und die aktuelle Wetterlage entscheidend.

Die Ampel steht aktuell und für die nächsten drei Monate auf Gelb (https://www.ovag.de/wasser/wasserampel.html). Das heißt, die Verfügbarkeit des Grundwassers ist mäßig. Rot stünde für eine kritische Situation. Die Ovag teilt den Kommunen regelmäßig die Liefermengen von Trinkwasser mit. Somit hätten die Kommunen die Möglichkeit, rechtzeitig und eigenverantwortlich auf einen effektiven und sparsamen Umgang mit Trinkwasser bei ihren Verbrauchern hinzuwirken, informiert die Ovag auf ihrer Internetseite.

Im vergangenen Herbst verabschiedete das Stadtparlament Nidda eine spezielle Gefahrenabwehrverordnung für einen Trinkwassernotstand. Sie bietet der Stadt den rechtlichen Rahmen, bei Notständen in der Wasserversorgung am Tag X - noch bevor das Regierungspräsidium für die Region den Trinkwassernot ausruft - dies im Stadtgebiet zu tun und das Wassersparen zur Pflicht zu machen. In der städtischen Verordnung werden zahlreiche Punkte aufgeführt, die dann einzuhalten sind. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Der Beschluss des Parlaments erfolgte, nachdem die Ovag ihre Wasserampel vorstellte. Der Wassernotstand ist in Nidda im Moment noch nicht akut. Die Liefermengen der Ovag wurden noch nicht reduziert.

»Die Stadtverwaltung möchte die Bürger für dieses wertvolle Gut sensibilisieren«, sagt Bürgermeister Thorsten Eberhard. Es ist ein Appell an die Bürger, freiwillig zu überprüfen, zu welchem Zweck sie den Wasserhahn aufdrehen.

Würde die Stadt diesen Notstand ausrufen, werden Fakten geschaffen. Das Rasensprengen oder die Befüllung von Swimming-Pools und vieles anderes sind dann definitiv verboten und können auch geahndet werden.

Um dies zu vermeiden, bittet Bürgermeister Thorsten Eberhard die Bevölkerung um einen besonnenen und sparsamen Umgang mit dem Trinkwasser und gibt Tipps zum Einsparen.

Für den Garten gibt es folgende Ratschläge: Regenwasser oder Brauchwasser verwenden; vor dem Gießen - dies sollte am besten in den Abendstunden und auf keinen Fall zur Mittagszeit geschehen - den Boden auflockern; Mulchen, um die Feuchtigkeit besser im Boden zu halten; die Bürger sollten die Rasenflächen nicht zu kurz beziehungsweise seltener mähen; Rasensprengen vermeiden; genau prüfen, ob ein Pool wirklich gefüllt werden muss, Verdunstung durch Abdeckung reduzieren; eine Regentonne installieren.

Spartipps für Bad und Haushalt

Für Bad und Haushalt rät die Verwaltung wassersparende Duschköpfe beziehungsweise Wasserhähne mit Mischdüsen beziehungsweise Strahlregler; duschen statt baden; tropfende Hähne abstellen; beim Händewaschen und Zähneputzen Wasser nicht laufen lassen; Zahnputzbecher verwenden; die Waschmaschine und den Geschirrspüler vollständig befüllen; die Toilettenspülung mit Spartaste ausstatten. Auch beim Waschen von Gemüse in einer Schüssel könne das Wasser aufgefangen und für den Garten verwendet werden.

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