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Dudenroder Straße in Wolf: Anwohner fordert mehr und effektivere Kontrollen

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In der Dudenroder Straße in Wolf gilt fast überall Tempo 30. Anwohner Bernd Gerlach fordert mehr und effektivere Geschwindigkeitskontrollen vor allem vor der Grundschule und im Bereich der Bushaltestellen. © Monika Eichenauer

In der Dudenroder Straße in Wolf gilt fast überall Tempo 30. im Bereich der Grundschule wird dennoch zu schnell gefahren, so Anwohner Bernd Gerlach. Er fordert mehr und effektivere Kontrollen.

In Wolf gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde fast im gesamten Dorf. Aus Richtung Dudenrod kommend sind es vom Ortsschild nur noch etwa 20 Meter bis zum ersten Schild, das auf Tempolimit hinweist. Es gilt bis zur Wolfsbachbrücke. Doch längst nicht alle Autofahrer halten sich daran. Auch nicht im Bereich der Grundschule unweit des Ortsausganges in Richtung Dudenrod. Diesen Zustand bemängelt Bernd Gerlach, der in der Dudenroder Straße in enger Nachbarschaft zur Schule wohnt und sich in dieser Angelegenheit schon mehrfach ans Ordnungsamt der Stadt Büdingen gewandt hat.

Begründete Ausnahmen

Gerlach befürwortet zur Verkehrsberuhigung in diesem sensiblen Bereich häufigere Verkehrskontrollen mit mobilen Blitzern und hat eingehend dazu recherchiert. Unter anderem hat er sich im Erlass des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport zur »Verkehrsüberwachung durch örtliche Ordnungsbehörden und Polizeibehörden« vom 4. Februar 2015 informiert. Zwar weiß der Wölfer, dass die Messstellen normalerweise 100 Meter vom Beginn beziehungsweise Ende einer Geschwindigkeitsbeschränkung oder Ortstafel entfernt sein sollen, wie der Erlass in Punkt 4 besagt, doch kann diese Entfernung »aus besonderem Grund unterschritten werden«. Zu diesen besonderen Gründen zählen, wie dort beschrieben, »zum Beispiel Unfallhäufungspunkte und besonders schutzwürdige Örtlichkeiten«. Unter den »besonders schutzwürdigen Örtlichkeiten« sind in Punkt 4.1.2. des Erlasses Bushaltestellen genannt, in Punkt 4.1.3 sind »unter besonders schutzwürdigen Zonen zum Beispiel Nahbereiche von Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Seniorenwohnheimen« aufgeführt. Dort können also die 100 Meter Entfernung vom Ortsschild für eine Geschwindigkeitsmessanlage, in Wolf ist das eine mobile, unterschritten werden, sagt er.

Die Grundschule liegt etwas über 100 Meter vom Ortsschild entfernt, der Eingang erfolgt über den Wasserweg, an dem an der Kreuzung zur Dudenroder Straße in der Regel die Blitzgeräte stehen. Doch da sei die Geschwindigkeit ohnehin schon oder noch gedrosselt, hat Bernd Gerlach beobachtet, und befürwortet zum Schutz der Kinder und Einwohner eine nähere Aufstellung der Messgeräte in Richtung Ortsschild, »da dort auf gerader Strecke schon wieder mehr Gas gegeben wird«. Der Erlass gebe das her, ist der Wölfer überzeugt. Er würde sogar seinen Hof, der gut 90 Meter vom Ortsschild entfernt liegt, für das Aufstellen eines Blitzers zur Verfügung stellen, die Nachbarn von gegenüber den ihrigen. Brisant ist die Situation in diesem Bereich zusätzlich durch das Fehlen eines Bürgersteigs, zudem befinden sich dort die Bushaltestellen.

Nicht jeder Standort geeignet

Das Ordnungsamt der Stadt Büdingen teilt zur Sachlage mit, dass man sicher die 100 Meter Entfernung der mobilen Geschwindigkeitsmessanlage bis zum Ortsschild unterschreiten könnte, wenn sie gut begründet wäre, in Anlehnung an den Erlass des Minisiterums. Das wäre zum Beispiel bei der direkten Schulnähe und den Bushaltestellen gegeben. Allerdings, so ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der sich jetzt erneut einen Eindruck von der Situation vor Ort verschafft hat, sei nicht jede Stelle und nicht jeder Straßenzug für ein mobiles Blitzgerät geeignet, da diese sehr sensibel seien und vom Gelände her bestimmte Gegebenheiten erfüllt sein müssten.

Ebenso berichtet das Ordnungsamt, dass in Wolf an der Schule auf Höhe des Wasserwegs in größeren zeitlichen Abständen mit dem mobilen Messgerät Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt würden, wobei eine Fehlertoleranz von plus 6 kmh laut Erlass eingeräumt werde. »Die letzten beiden Messungen konnten noch nachvollzogen werden, es wurden jeweils zwei Stunden gemessen und jeweils zwei Verstöße festgestellt. Das heißt, dass jeweils zwei Leute geblitzt wurden mit 42 und 43 km/h, also eindeutig über der Fehlertoleranz.« Die längeren Abstände bei den Geschwindigkeitskontrollen entstünden dadurch, dass mit der Anlage alle 16 Büdinger Stadtteile sowie die Stadt Gedern und die Gemeinde Kefenrod (gemeinsamer Ordnungsbehördenbezirk) bedient werden müssten.

Auch die ordnungsgemäße Funktion des Verkehrsdisplays hat das Ordnungsamt abermals überprüft. Das Display, das direkt an der Grundstücksgrenze Dudenroder Straße 45/47 steht, zeigt bei Einhaltung der 30 km/h einen grünen Smiley, bei allem darüber ein rotes bekümmertes Gesicht. Das Gerät erfasst jedoch alle ankommenden Fahrzeuge bereits vor dem Ortsschild und dem Beginn der 30er-Zone, wo jeweils noch über 30 km/h erlaubt sind. Eingestellt ist das Display aber auf 30 km/h, sodass dieses auch bereits vor Einfahren in den Ort schon reagiert und Rot anzeigt. Das sei standort- und gerätebedingt aber nicht anders einstellbar.

Display mit großer Wirkung

Das Display zeige bei den meisten Fahrern enorme Wirkung und veranlasse eine Temporeduzierung. Die geringe Anzahl an Geschwindigkeitsverstößen belege das, so das städtische Ordnungsamt.

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