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EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Fans aus Bad Tölz nach Sonntagspiel verprügelt - Polizei sucht nach Zeugen

Gewalttätiger Vorfall nach dem Sonntagspiel des EC Bad Nauheim: Vier Fans aus Bad Tölz wurden verprügelt, es gab zwei Verletzte. Nun sucht die Polizei nach Zeugen des Vorfalls.

Ärger rund um das Heimspiel des EC Bad Nauheim: Im Anschluss an das Sonntagsspiel gegen die Tölzer Löwen (Endstand 1:2 nach Penaltyschießen) gab es eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Fans beider Lager. Die Polizei Friedberg rund um den sogenannten "Szenekundigen Beamten" (SKB) hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen. Die Partie in der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL2) hatte unter dem Motto "Family & Full House" 3134 Zuschauer ins Colonel-Knight-Stadion gelockt.

EC Bad Nauheim: Sechs bis acht Vermummte greifen vier Tölzer Fans an

Laut Polizeibericht vom Montagmorgen hätten sich viele Fans zum Parkplatz am Nördlichen Park begeben, um die Heimreise anzutreten - darunter auch vier Männer zwischen 17 und 27 Jahren, die als Fans der Tölzer Mannschaft unterwegs waren. Als sie gegen 18.55 Uhr den Parkplatz vor dem dortigen Hotel erreichten, seien sechs bis acht dunkel gekleidete und zum Teil vermummte Personen hinter einer Hecke hervorgekommen und unvermittelt auf sie losgegangen. Die vier Männer wurden mit Schlägen und Tritten bedacht, sodass zwei davon leicht verletzt wurden.

Nun werden Zeugen gesucht, die den Vorfall beobachten haben, zumal "bei den starken Abwanderungen vom Stadion" die Situation "nicht unbemerkt geblieben sein dürfte", wie die Polizei schreibt. Sie bittet darüber hinaus auch um weitere Hinweise auf die Angreifer. Zeugen werden gebeten sich unter Tel. 06031/601-0 bei den Beamten zu melden. 

EC Bad Nauheim: Geschäftsführer Andreas Ortwein ruft Zeugen zu Aussagen auf

Auf Nachfrage dieser Zeitung wollte Polizeipressesprecherin Sylvia Frech den Täterkreis nicht durch die Vermutung der Zugehörigkeit zu einer Ultra-Gruppierung vorschnell einengen. Sie sagte, dass es sich bei dem Vorfall um eine Ausnahme handelt, bliebe es doch rund um die Spiele des Wetterauer Zweitligisten doch in aller Regel ruhig. Allerdings hatte es bei einem Auswärtsspiel der Roten Teufel in Bad Tölz Anfang Dezember ebenfalls Ärger gegeben, als Schmierereien mit Bezug zum EC und der Ultra-Szene in der oberbayerischen Stadt aufgetaucht waren

Andreas Ortwein, der Geschäftsführer des ECN, verurteilte den Vorfall am Montagmorgen. Er sagte: "Solche Dinge gehören einfach nicht zum Eishockey - und solche Leute gehören auch nicht in unser Stadion. Klar ist aber auch: Was außerhalb des Stadions liegt, können wir nicht beeinflussen. Diese Leute sind aber in jedem Fall nicht repräsentativ für das Umfeld des EC Bad Nauheim." Ortwein rief Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden und kündigte an die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem SKB zu unterstützen, denn "so ein Sachverhalt gehört aufgeklärt und die Täter gehören bestraft". Er erinnerte im Zuge dessen auch daran, dass etwaige juristische Konsequenzen auch Sanktionen durch die Liga und den Klub nach sich ziehen können. 

EC Bad Nauheim: Ausschreitungen auch an zwei anderen DEL2-Standorten am Wochenende

Auch an zwei anderen Standorten hat es am Wochenende Ausschreitungen gegeben. Vor dem Spiel der Bietigheim Steelers (Endstand: 2:5) bei den Heilbronner Falken versuchten Gästefans, eine Kneipe zu stürmen, in denen sich ein Teil des Heilbronner Anhangs vor dem Spiel versammelt hatte. Durch geworfene Stühle gingen Scheiben zu Bruch, ein großes Polizeiaufgebot verhinderte Schlimmeres und hielt 47 Menschen fest – sie durften auch nicht ins Stadion. 

Ebenfalls dank massiver Präsenz von Sicherheitskräften blieb es auch beim Derby zwischen Ravensburg und Landshut (Endstand: 4:3 nach Verlängerung) einigermaßen friedlich. Als die Ravensburger Ultras im Schlussdrittel eine in Landshut gestohlene Fahne zerrissen, versuchten die Gästefans die Blockumzäunung zu durchbrechen, was die Beamten verhinderten. Bereits beim ersten Gastspiel des Aufsteigers in der Puzzle-Stadt war es in der Innenstadt zu Ausschreitungen gekommen. Dabei mischten nach Polizeiangaben auch Ultras von südwestdeutschen Fußball-Klubs mit. 

phk

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