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Der frühe Wanderer hört den Vogel

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Von: red Redaktion

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Die Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung sind mit der Nabu im und um das Bingenheimer Ried unterwegs. FOTO: PV © pv

Echzell (pm). Nach dreijähriger Pause hat die NABU-Gruppe Bingenheim dieses Jahr wieder die »Vogelstimmenwanderung für Frühaufsteher« angeboten. Kürzlich traf sich eine Gruppe interessierter und aufmerksamer Naturliebhaber um 6 Uhr am Bürgerhaus. Der Vorsitzende, Norbert Fleischer, begrüßte die Teilnehmer und gab das Wort an Udo Seum, den Gebietsbetreuer des Bingenheimer Rieds, der die Gruppe durch die Gemarkung führte.

Noch vor dem Start erlebte die Gruppe das erste Highlight, heißt es in einer Pressemitteilung: Zum 6-Uhr-Läuten der Glocken sei ein Rotmilan über ihren Köpfen geschwebt. Auch Mauersegler und Mehlschwalben konnten gleich in der Schloßstraße gesehen werden. Zudem sei das Schilpen von Haussperlingen zu hören gewesen. Auf einer Antenne habe ein Hausrotschwänzchen gesessen, bald sei wieder ein Rotmilan in der Luft gewesen.

Auf einem dürren Busch hätten zwei Stieglitze geturnt, auch Distelfinke genannt, erkennbar an ihrem auffallenden schwarz-weißen Kopf mit roter Gesichtsmaske. »Es sind immer ein Männchen und ein Weibchen zusammen unterwegs, das Männchen bewacht das Weibchen«, erklärte Seum. Beim Grünfink sei das Männchen gelbgrün, das Weibchen graugrün.

Auf dem Weg zum Ried habe die Gruppe eine Rabenkrähe gesehen, die ein weißes Ei in ihrem Schnabel durch die Luft transportiert habe. Ein Kuckuck mit schmalen Flügeln und langem Schwanz habe seinen unverkennbaren Ruf hören lassen. Am Aussichtsturm erklärte Seum die Vogelwelt des Naturschutzgebietes und den Aufbau des neuen Prädatorenschutzzauns, der eine Fläche von 100 Hektar umgibt. Waschbär und Fuchs könnten so nicht mehr in das Naturschutzgebiet eindringen und die Bodenbrüter stören.

Seum freue sich, dass bereits 50 Kiebitzpaare hier brüteten, man könne im Gebiet verschiedene Entwicklungsstufen von Kiebitzjungen sehen, wobei 22 schon fast flügge seien. Im Bingenheimer Ried kommen viele seltene Entenarten vor, heißt es weiter: Stockenten, Löffelenten, Schnatterenten, Spießenten, Knäkenten, Krickenten, Tafelenten und Reiherenten.

Seum erklärte die anderen Vogelarten, die dort zu sehen seien. Es gebe auch eine große Zahl Gänsebrutpaare im Ried. Das Ried alleine sei immer eine Exkursion wert, hier könne man einen ganzen Tag verbringen und die Natur genießen.

Auf dem Rückweg habe die Gruppe im Gebüsch einen Zilpzalp gehört. Mit seinem Gesang »zilp zalp zelp zilp zalp« verrate er seinen Namen. Auf einem Zaunpfosten habe die Gruppe ein Blaukehlchen entdeckt - ebenfalls ein Bodenbrüter. Hoch oben auf einer Lampe habe ein prächtiger Turmfalke gehockt, ein Grünling-Männchen habe seine wunderschönen Farben im Sonnenlicht gezeigt.

Insgesamt habe die Gruppe 53 verschiedene Vogelarten gesehen bzw. gehört. »Ein großartiges Ergebnis und ein tolles Erlebnis«, heißt es von der NABU. Wieder am Haus der Vereine angekommen, sei die Gruppe mit einem Frühstück verwöhnt worden, das von der NABU-Gruppe gesponsert worden sei.

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