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Echzells älteste Wehr

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Von: Rebecca Fulle

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Diese Saug- und Druckspritze stammt aus dem Jahr 1893. Das 700 Kilogramm schwere Löschgerät wird beim Fest der Gettenauer Feuerwehr zu sehen sein. © pv

Echzell-Gettenau (ful). Das Vatertagsfest hat bei der Freiwilligen Feuerwehr Gettenau eine lange Tradition. In diesem Jahr gibt es etwas Besonderes zu feiern: das 125-jährige Bestehen der Feuerwehr. Am Himmelfahrts-Donnerstag, 18. Mai, soll das Jubiläum gebührend am Feuerwehrhaus in Gettenau ab 10.30 Uhr begangen werden. Mit dem Fest möchte die Einsatzabteilung auch mehr Menschen für die Feuerwehr begeistern.

Ausstellung und Kinderspiele

Bereits 2021 hatte der Verein die 125-Jahr-Marke geknackt. Da das Fest in den vergangenen zwei Jahren coronabedingt nicht stattfinden konnte, wird es nun nachgeholt. Die Vorbereitungen dafür laufen schon, denn es wird eine Ausstellung historischer Löschgeräte geben. »Dafür restaurieren wir gerade unseren eigenen Bestand«, sagt Sebastian Tinz, der stellvertretende Wehrführer. Als älteste Ortsteilfeuerwehr Echzells haben die Gettenauer in ihrem alten Gerätehaus einige Feuerwehr-Oldtimer stehen. »Damals gab es noch handbetriebene Pumpen«, sagt Tinz und schmunzelt. Mit dabei ist eine Saug- und Druckspritze aus dem Jahr 1893. Sie sei nach wie vor zuverlässig einsatzbereit. Auch weist der Bestand der Feuerwehr u. a. eine Druckspritze aus 1904 und einen Hydrantenwagen auf. Außerdem soll ein leichtes Löschgruppenfahrzeug aus dem Feuerwehrmuseum in Nidda für die Veranstaltung nach Gettenau kommen. Auf der Website der Feuerwehr Nidda wird das Fahrzeug als »Prunkstück des Museums« bezeichnet.

Die Feuerwehr Gettenau hat sich gegen einen Festkommers und gegen Ehrungen und Ähnliches entschieden. »Es muss auch stemmbar sein für uns«, sagt Wehrführer Jörg Wetzstein. Die Römerstraße, an der das Feuerwehrhaus liegt, soll für den Himmelfahrts-Donnerstag im Mai gesperrt werden. Dort werden Bierzeltgarnituren für die Besucher aufgestellt. Die Feuerwehr hat sich ein Ziel von 250 Leuten gesetzt: »Es wäre toll, wenn wir so viele für unser Fest begeistern können«, sagt Tinz.

Um sowohl Jung als auch Alt zu begeistern, gibt es neben der historischen Ausstellung auch verschiedene Spiele für Kinder und Jugendliche. Diese werden organisiert von der Jugendpflege 4.0, die sich in Florstadt, Reichelsheim, Echzell und Wölfersheim einsetzt. Für das Essen wird Ralf Lindt sorgen, der regelmäßig am Echzeller Rewe steht und dort seinen Essensstand »Wild Husky BBQ« betreibt. Getränke werden die Feuerwehrleute und weitere Helfer ausschenken.

»Wir werden alle Feuerwehren im Wetteraukreis einladen zu unserem Vatertagsfest und Jubiläum«, kündigt Wetzstein an. Wie in den meisten Feuerwehren betrifft auch die Gettenauer das Nachwuchsproblem. »Aktuell sind wir 14 Aktive«, sagt Tinz. »Natürlich möchten wir bei dem Fest auch mehr Leute dafür begeistern. Wer Interesse hat, kann sich gern bei uns melden.«

Alarmierung durch Hornisten

1896 wurde die Freiwillige Feuerwehr Gettenau gegründet. Da die ersten Protokollbücher vermutlich in einem der beiden Weltkriege verloren gingen, sei man auf die Erinnerungen der ältesten Mitbürger angewiesen gewesen. Weiter heißt es in der Chronik auf der Website der Wehr, anhand von Geräteanschaffungen habe belegt werden können, dass 1896 das Gründungsjahr war. »Es waren elf Männer, die die Freiwillige Feuerwehr ins Leben riefen. Diese waren mit Uniformen und Lederhelmen versehen«, schreibt Thomas Wettig in der Chronik. Der erste Kommandant bis 1919 war Georg Kriegk. »Die Alarmierung erfolgte durch einen Hornisten, dieses Amt übte Philipp Sargk aus.«

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