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Horloff darf machen, was sie will

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Von: Marc Stephan

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In vielen Stellen ist die Horloff schon in ihren natürlichen Zustand zurückversetzt worden. Nun soll noch das letzte Stück vom Gewerbegebiet bis zur Riedbrücke folgen. © pv

Echzell (arc). Die Horloff soll sich in Zukunft wieder fast so wie vor gut 70 Jahren durch die Gemarkung schlängeln dürfen. Das haben die Echzeller Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Die Renaturierung der Horloff stand schon lange auf der To-do-Liste der Kommune und wurde auch bereits von Grund-Schwalheim bis zur Ortsgrenze der Kerngemeinde begonnen. Nun soll auch noch das letzte Stück vom Gewerbegebiet (Höhe Hundeplatz) bis zur Riedbrücke (Höhe Vogelbeobachtungswarte) wieder in einen natürlicheren Zustand versetzt werden.

Stiftung wird verhandeln

Der Fluss solle kein einfacher, gerader Kanal mehr sein, erklärte Wasserökologe Dipl.-Ing. Gottfried Lehr den Gemeindevertretern. Die Horloff solle sich wieder schlängeln und durch einen vorbestimmten Korridor mäandern dürfen. Innerhalb der Bebauung bis ans Ufer, etwa im Gewerbegebiet, sei das natürlich nicht möglich, aber außerhalb schon.

Von der Renaturierung sind etwa 40 Grundstückseigentümer betroffen, die dafür mehr oder weniger viel von ihren Grundstücken abgeben müssen. Bei einer ersten Vorstellung des Vorhabens sei die Akzeptanz der Eigentümer eher »gemischt« gewesen, wussten die Gemeindevertreter. Mit ihnen soll jedoch nicht die Kommune verhandeln, sondern die Gerty-Strohm-Stiftung, die auch die Kosten übernimmt, die sie durch Ökopunkte finanziert.

Bürgermeister Wilfried Mogk (parteilos) sprach sich für das Projekt aus, denn die Gerty-Strohm-Stiftung kümmere sich auch um die bereits geplante Renaturierung der Horloff vom Gettenauer Ortsrand bis zur Riedbrücke.

Diese Planungen kämen nur schleppend voran, die Zuschüsse des Landes würden auch immer kleiner, berichtete Mogk. Umso erfreulicher sei es, dass die Gerty-Strohm-Stiftung auch diesen Abschnitt in ihre Planungen einbezogen habe.

Die Horloff soll also wieder machen, was sie will. Sie soll kleine Kiesbänke bilden, Uferflora und -fauna sollen sich wieder stärker entwickeln. Außerdem soll durch die verringerte Fließgeschwindigkeit des Gewässers zum einen mehr Wasser versickern, was gut für das Grundwasser ist. Und zum anderen soll eine stärkere Verdunstung im Sommer die Hitze ein bisschen erträglicher machen.

Wasserökologe Lehr berichtete, dass der Horloff-Flutbach, der dicht an Bingenheim vorbeifließt, in diesem Zuge wieder besser an seine eigentliche Aufgabe angepasst werden solle: nämlich bei Starkregenfällen die Wassermassen wieder schneller aus der Senke herausbekommen.

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