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Ein Büdinger macht sich stark für Handgriffe, die Leben retten

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Manuel Specht ist neuer Leiter der Breitenausbildung beim DRK-Kreisverband Büdingen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, noch mehr Menschen sicher im Umgang mit Erster Hilfe zu machen. © Elke Kaltenschnee

Möglichst vielen Menschen das Thema Erste Hilfe leisten nachzubringen, dafür will sich der neue Leiter der Breitenausbildung im Büdinger DRK-Kreisverband, Manuel Specht, besonders einsetzen.

Manuel Specht ist kein Rettungsdienstneuling. Vor einigen Jahren kam der 42-Jährige als Quereinsteiger zum Roten Kreuz. Nun ist er neuer Leiter der Breitenausbildung beim DRK-Kreisverband.

Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann und einem BWL-Studium arbeitete Specht lange im Personalwesen. »Das ist ein weites, interessantes Feld«, sagt er im Rückblick. Doch er fragte sich, was er tun würde, wenn man ihm die Chance eröffnet, neu anzufangen, etwas ganz Anderes zu machen. In genau diese Zeit fällt der Beginn seines ehrenamtlichen Engagements in der DRK-Ortsvereinigung Büdingen und seine Ausbildung zum Sanitätsdiensthelfer. Durch Zufall erfuhr er, dass im Kreisverband des Büdinger Roten Kreuzes ein Quereinstieg als Rettungssanitäter möglich sei. Specht entschloss sich, diesen Schritt zu gehen. Vier Jahre lang war er als Rettungssanitäter tätig. »Das hätte ich noch lange machen können, wäre der vorherige Leiter der Breitenausbildung, Ulrich Schäfer, nicht in Ruhestand getreten.« So aber warf der 42-Jährige seinen Hut in den Ring, wie er es ausdrückt, und bekam die Stelle.

In dieser Position begreift sich Manuel Specht als ein Aushängeschild des DRK: »Wenn wir tausend Führerschein-Neulinge in Erster Hilfe schulen und machen das gut, tragen sie dieses gute Erlebnis weiter.« Er will seinen Beitrag leisten, damit Menschen als Ersthelfende im Notfall das Richtige tun. Das Rüstzeug vermitteln er und die anderen Lehrkräfte in den Erste-Hilfe-Kursen.

Praxiswissen einfließen lassen

Doch nicht nur Führerschein-Neulinge müssen verpflichtend einen solchen Kurs absolvieren. Ersthelfer in Betrieben etwa müssen alle zwei Jahre ihr Wissen auffrischen. »Das ist sinnvoll«, betont Specht. Die Lehrinhalte änderten sich schließlich. So hätten sich beispielsweise die Erste-Hilfe-Leitlinien bei der Reanimation in den zurückliegenden Jahren mehrfach geändert. »Die Basics der Schulungen bleiben, aber es gibt immer wieder neue medizinische Erkenntnisse, die in die Kurse einfließen.« Deshalb sollte jeder und jede alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Damit bleibe man auf der Höhe der Zeit und trainiere die Handgriffe, die zur Erstversorgung notwendig seien: »Erlerntes, das man nicht anwendet, gerät in Vergessenheit. Das kann in einer Notsituation fatal sein«, so Manuel Specht.

An den Erfahrungen, die er als Rettungssanitäter gemacht hat, lässt er die Teilnehmenden der Erste-Hilfe-Kurse teilhaben. Das macht den Unterricht lebendig. »Hat ein Mensch einen Herzinfarkt, kann er oder sie das nicht unbedingt benennen«, verdeutlicht er: »Dieser Mensch sagt: ›Ich habe Brustschmerzen‹, ›Es fühlt sich an, als würde jemand auf meiner Brust stehen‹ oder ›Das ist, als sei ein Gürtel fest um meine Brust gelegt.‹« Specht weiß, wie ein Mensch aussieht, der Atemnot und Angst um sein Leben hat, und hat erlebt, wie es ist, wenn Schaulustige einen Rettungseinsatz behindern. Für die Kursteilnehmenden ist dieses Praxiswissen eine Bereicherung.

In den Kursen interaktiv agieren

Zu seinen Aufgaben zählen viele Arbeiten im Hintergrund. Er packt Lehrgangs-Kisten und transportiert sie an Ort und Stelle, wenn zum Beispiel ein Kursleiter aus Sichenhausen die Freiwillige Feuerwehr Breungeshain in Erster Hilfe schulen will. Er vereinbart Termine für betriebliche Erste-Hilfe-Lehrgänge und leitet sie. »Wir veranstalten zudem Notfalltrainings in Pflegeeinrichtungen und Zahnarztpraxen. Sie dauern etwa drei bis vier Stunden und sind auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten.«

Ganz gleich, ob Erste-Hilfe-Kurs für Führerscheinneulinge, betriebliche Ersthelfer, Vereine oder andere Einrichtungen, Manuel Specht behält den Wissensstand der Teilnehmenden im Blick: »Ich stelle zu Beginn Fragen und bitte darum, Fragen zu stellen, aus eigener Erfahrung zu berichten oder eigene Themen einzubringen.« Ihm ist es wichtig, interaktiv zu agieren. »Manchmal sind alle neu und wir müssen vor allem Basics vermitteln. Oder es ist eine gemischte Gruppe und einige der Teilnehmenden sind zum wiederholten Mal dabei. Dann versuche ich, das Wissen der alten Hasen zu vertiefen und zu erweitern.«

In den kommenden Monaten will sich Manuel Specht nun erst einmal einen Überblick verschaffen. »Erst dann werde ich entscheiden, wo ich eigene Akzente setze«, erklärt er.

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