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Ein europäisches Netzwerk

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Miroslaw Wieszolek (Bürgermeister Ozimek), Pavel Kolár (früherer Bürgermeister Rýmarov), Ludek Simko (Bürgermeister Rýmarov), Iveta Rusinová (Bürgermeisterin Krompachy), Petr Klouda und Miroslav Slovacek (ebenfalls frühere Bürgermeister von Rýmarov) sowie Schottens Ehrenbürgermeister Hans Otto Zimmermann bei der Jubiläumsfeier. © Red

Schotten (gs). Die tschechische Stadt Rýmarov (früher Römerstadt) hat jetzt gleich drei Jubiläen gefeiert: jeweils 25 Jahre Verschwisterung mit Schotten und Ozimek (Polen) sowie 20 Jahre mit Krompachy (Slowakei). Aus dem Vogelsberg waren Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget mit seiner Ehefrau Inge, der Ehrenbürgermeister und Ehrenvorsitzende des Verschwisterungsvereins, Hans Otto Zimmermann, und der stellvertretende Vorsitzende Gernot Schobert in die 800 Kilometer entfernte Stadt in der historischen Region Mähren gereist.

Während der Jubiläumsfeier im Freizeitzentrum erinnerte Zimmermann daran, dass in seiner Zeit als Bürgermeister zwei Mitarbeiter der Stadt Rýmarov in Schotten drei Monate lang Einblicke in den Ablauf einer Verwaltung erhalten hatten. Es sei wichtig, enge Kontakte zu den Menschen aus den Partnerstädten zu knüpfen, um zu erkennen, »dass nur das gemeinsame Streben nach einem Leben in Frieden und Freiheit langfristig die Gewähr dafür bietet, dass dieses Ziel in Europa auch erreicht werden kann. Unsere Beiträge können nur klein sein, hoffen wir, dass wie beim Regen jeder Tropfen die Welle größer werden lässt«. Herget betonte: »Europa ist ein Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit und Solidarität gelingen können.« Das erfordere viel Engagement auf zahlreichen Ebenen. Er glaube, dass die Partnerschaften ein starker Beitrag zu einem dauerhaft friedlichen Europa seien, sagte der Stadtverordnetenvorsteher.

Weg geebnet zu Freundschaften

Rýmarovs Bürgermeister Ludek Simko dankte der Stadt und dem Verschwisterungsverein dafür, dass sie seinen Bürgern auch den Weg zu den Freundschaften mit Arco (Italien), Crosne (Frankreich), Beloeil (Belgien) und Maybole (Schottland) gezeigt hätten. Dank Rýmarov habe Schotten eine Zusammenarbeit mit Ozimek aufgebaut. So sei ein europäisches Netzwerk entstanden, »das auf gegenseitige Freundschaft, Toleranz und Respekt« bauen könne.

Der frühere Bürgermeister von Rýmarov, Petr Klauda, sagte, dass Hans Otto Zimmermann für ihn als Kommunalpolitiker und Mensch ein großes Vorbild geworden sei. Miroslaw Wieszolek, Rathauschef von Ozimek, stellte die grundlegenden Ziele einer Partnerschaft heraus: gegenseitiges Kennenlernen, kultureller Austausch und zwischenmenschliche Kontakte. Miroslav Slovacek, Vorsitzender des Vereins für internationale Partnerschaftsbeziehungen in Rýmarov, regte an, durch den Aufbau persönlicher Beziehungen und die internationale Zusammenarbeit zwischen den Interessenverbänden und Bürgergruppen neue Freunde zu finden.

Am zweiten Tag des Besuches in Tschechien besichtigten die Schottener zwei Fabriken der Familie von Miroslav Slovacek, in denen Küchen und Fertighäuser aus Holz hergestellt werden. Über die Bedeutung der Textilindustrie erfuhren die Gäste vieles in der Außenstelle des Museums. Fotos und Produkte der Weberzunft gaben einen Einblick in eine Fabrikation, die 1989 noch 1075 Menschen Arbeit gab. Heute werden in der Nähwerkstatt Krawatten, Fliegen, Taschentücher, Frackbänder, Regatten, Krawattenschals und Hosenträger hergestellt. Einen Einblick in die Geschichte der Stadt vermittelte der Besuch der »Lindenkirche«.

Besichtigungen und Besuche

Beeindruckend waren die Holzbearbeitungs-, Forstwirtschafts- und Jagdtage in »Flemmichs Garten«. Dort herrschte auf einem großen Parkgelände Volksfeststimmung.

Den Abend verbrachte die Schottener Gruppe bei dem früheren Bürgermeister von Rýmarov, Pavel Kolar, und seiner Frau Vera. Mit dabei waren auch Anna Kolar, die einige Zeit in Schotten gelebt und dem Vorstand des Verschwisterungsvereins angehört hat, sowie Marek Musil (Ozimek). In den Gesprächen drehte sich alles um die Partnerschaften und deren Zukunft. Auch der 89-jährige Otto Spitzer, der die Freundschaft mit Schotten unterstützte, wurde besucht.

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