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Ein Ferientag auf dem Hoherodskopf

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Nur eine kurze Anreise haben die Großeltern Brigitte und Hans Friedrich aus Rudingshain mit ihren Enkeln Pauline und Anton sowie Nachbar Felix. © Stefan Weil

Der Hoherodskopf kann gerade für Familien ein lohnendes Ziel sein, um einen Ferientag zu verbringen. Der Erlebnisberg hat einiges zu bieten an Freizeitvergnügen, Spaß und Unterhaltung.

Die Familien Hübner aus Heidenrod und Ott aus Ingelheim trinken gerade bei ihren Autos auf dem geschotterten Parkplatz einen erfrischenden Schluck. Die Kinder haben eine ausgiebige Tour im Kletterwald auf dem Hoherodskopf hinter sich. »Wir haben jede Bahn gemacht. Die zweieinhalb Stunden sind so schnell vergangen«, bedauern sie. Zuvor waren sie auf der Adventure-Minigolfanlage. Zum Abschluss ihres Ausflugstages steht noch die Sommerrodelbahn auf dem Programm, der Klassiker schlechthin auf dem Hoherodskopf.

Die beiden Familien sind zum ersten Mal dort oben in rund 760 Metern Höhe. »Wir haben uns den Hoherodskopf gezielt ausgesucht«, sagen die Familienväter. Und sie sind sehr zufrieden mit den Angeboten. »Es gibt ein schönes Rundum-Paket, alles ist kompakt an einer Stelle. Es ist alles für die Kinder da, um einen schönen Tag zu erleben, einschließlich Essen und Trinken.«

Die Familien finden es gut, dass der Betrieb an diesem Tag überschaubar ist. »Man muss nirgendwo länger anstehen«, berichten sie. Etwas Kritik formulieren sie allerdings auch: »Die Parkgebühren sind relativ hoch, und für ganz kleine Kinder gibt es nur wenige Angebote.«

Minigolf und Rodelbahn

Keine weite Anreise hatte die Familie Friedrich aus Rudingshain. Die Großeltern Brigitte und Hans Friedrich haben ihre Enkel Pauline und Anton aus Bayern zu Gast und ihren jungen Nachbarn Felix mit auf den Hoherodskopf genommen. »Wenn die Kinder bei uns sind, sind wir immer hier oben«, erzählt Brigitte Friedrich. »Uns gefällt es hier sehr gut«, sagt Pauline beim Minigolf.

Das Schwimmbad in Schotten steht allerdings in der Gunst der Kinder noch eine Stufe höher. Sommerrodelbahn und Würstchenessen sind noch geplant, bevor die Ausflügler die kurze Heimfahrt antreten wollen.

Am Eingang zur Sommerrodelbahn wartet entspannt die Familie Krönung. Sie wohnt in Hosenfeld und kommt öfters auf den Erlebnisberg. »Der Hoherodskopf ist für uns schneller erreichbar als die Wasserkuppe«, erklärt die Mutter. »Uns gefällt es hier oben gut. Besonders die Rodelbahn ist einfach top. Und der Spielplatz ist schön, genau das Richtige für unsere beiden Kinder.« Für den Kletterwald seien die Kinder noch zu jung, und auf dem Baumkronenpfad waren sie noch nicht. Knapp fünf Stunden bleiben sie auf dem Hoherodskopf. Zu bemängeln haben die Krönungs nichts. »Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch«, sagt die Familie.

An diesem sonnigen, aber nicht zu heißen Tag lässt es sich gut aushalten auf den gemütlichen Ruhebänken am Kiosk »Zur schönen Aussicht«. Fernblick bis weit ins Tal, in die Wetterau, bei klarem Wetter bis in den Taunus und zum Dünsberg im Gießener Land.

Fragen beantworten möchte ein Paar im schon gesetzteren Alter nicht. »Im Moment bitte nicht«, sagt es nach kurzem Überlegen. Es will nicht gestört werden. »Es ist gerade so gemütlich hier. Wir genießen die schöne Atmosphäre.«

Familie will wiederkommen

Von einem Gang über den Baumkronenpfad kommt die Familie Rückert aus Braunfels zurück. »Wir sind das erste Mal hier oben auf dem Hoherodskopf«, sagen die Eltern Sabrina und Sebastian Rückert. »Wir waren schon einmal an der Taufsteinhütte. Daher kennen wir den Hoherodskopf schon etwas, zumindest von Weitem.«

Es gefalle ihnen auf dem Erlebnisberg sehr gut. »Wir hatten einen ausgefüllten Tag.« Rodeln, Klettern und Baumkronenpfad sind bereits absolviert. »Wir haben uns zu Hause die Angebote angesehen. Die Kinder durften drei Kreuze machen, was sie unternehmen möchten«, erklären die Eltern. »Es ist gut, dass hier alles auf einem Fleck ist. Da kann man alles an einem Tag bewältigen.« Minigolf steht noch auf dem Programm, worauf sich die beiden Kinder Emilia und Tristan bereits freuen. Auch die Rückerts freuen sich, dass nicht so viel los ist. »Es ist alles etwas entspannter.« Sie werden wiederkommen, versichern sie.

An diesem Tag in den Sommerferien wird allerdings auch deutlich, dass der Ausflugsverkehr auf dem Erlebnisberg gegenüber den Vorjahren weniger geworden ist. Eine Tendenz, die sich bereits zum Saisonstart am 1. Mai abzeichnete. Insbesondere außerhalb der Ferienzeiten sei das so, bestätigt Martina Bock von der Tourist-Information. »Jetzt in den Sommerferien ist der Betrieb im Großen und Ganzen aber gut«, sagt sie.

In den beiden vergangenen Jahren war der Hoherodskopf wegen der Corona-Pandemie als Ausflugsziel sehr beliebt. Da herrschte zum Teil volksfestartiger Betrieb auf dem Berg. »Die Leute waren alle hier. Sie konnten ja nicht weg«, merkt Johann Kreismann von der Firma Wiegand an, die seit einigen Jahrzehnten die Sommerrodelbahn betreibt. »In diesem Sommer sind viele Menschen wieder zum Urlaub ins Ausland geflogen«, konstatiert Kreismann. Trotzdem sei man mit dem Betrieb auf der Sommerrodelbahn zufrieden, auch wenn noch mehr Gäste kommen könnten. Christoph Hainz, Geschäftsführer von Kletterwald, Baumkronenpfad und Galileo-Erlebniswald, spricht sogar von einem schwachen Betrieb speziell im Kletterwald. »Außerhalb der Ferien haben wir unter der Woche nur noch für angemeldete Gruppen geöffnet. Nur für Spontanbesucher wäre eine Öffnung unwirtschaftlich«, erklärt er. In den Ferien herrsche zumindest an Wochenenden normaler Betrieb. Insgesamt erfreulich sei dagegen die Resonanz von Schulen und Firmen. »Nach zwei Jahren Corona, in denen gar nichts ging, haben die Buchungen von Schulklassen und Firmenevents wieder stark zugenommen«, freut sich der Geschäftsführer. VON STEFAN WEIL

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