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Ein Fest für die Sinne: Büdinger Kulturnacht lockt am Wochenende 7000 Besucher an

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Iryna Bilenka-Chaplin malt Geschichten aus Sand. © Georgia Lori

Die Büdinger Kulturnacht ist nach vier Jahren zurück. Unter dem Motto »Feuer, Erde, Wasser, Luft« sorgt sie am Wochenende für eine aufregende Sommernacht, die alle Sinne anspricht.

Die Eindrücke der Kulturnacht sind nicht alle sofort zu erfassen. Sie sind so vielfältig wie die Silhouette der historischen Stadt. Im Hirschgraben tummeln sich leuchtende blaue Fische, in der Erbsengasse glitzert eine Discokugel, auf dem Fachwerk funkeln blau-silberne Sternchen. Überall begleiten Licht-, Ton- und Videoanimationen die Festgäste durch die Altstadt, deren Kulisse in der Kulturnacht im wahrsten Sinne des Worten in einem ganz besonderen Licht erstrahlt.

Regenschirme in der Neustadt

Regenschirme in der Neustadt bilden ein buntes Dach und schützen die Besucher zunächst wenigstens auf ein paar Hundert Metern vor dem einsetzenden Regen. Der macht sich jedoch bald wieder aus dem Staub, sogar die Sonne lässt sich am Abend noch einm,al blicken. Keine Frage: Die Kulturnacht sorgt von Samstag auf Sonntag für Momente der Unbeschwertheit beim Streifzug durch die illuminierte Stadt.

Geschichten aus Sand

Und immer wieder trifft man auf besondere Menschen. Zum Beispiel auf die Sandmalerin Iryna Bilenka-Chaplin,. Wenn sie mit ihren bloßen Händen hochkonzentriert und musikalisch untermalt Geschichten aus Sand erschafft, sieht sie sich ausnahmslos staunenden Zuschauern gegenüber. Die Kulturnacht, sie lebt von Ideen, Performances, Ausstellungen, Konzerten, Installationen und jeder Menge Leidenschaft.

Berna Atalay (51) aus München ist mit dem Zug gekommen, um den befreundeten Sänger Matthias Weinberger zu unterstützen und Spaß zu haben, wie er sagt. Sabine Kraft-Marhenke bummelt mit ihrem Ehemann Reiner über den Marktplatz. »Die Vielfalt der vier Elemente wird optimal umgesetzt. Viele Künstler erhalten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Für Büdingen als Kulturstadt ist dies eine große Chance, auf sich aufmerksam zu machen«, sagt die Geschäftsfrau.

Einige Meter weiter im Heuson-Museum freut sich die wissenschaftliche Mitarbeiterin Petra Lehmann-Stoll ebenfalls über zahlreiche Besucher. Eineinhalb Jahre war das Museum aufgrund des Hochwasserschadens geschlossen. Jetzt präsentieren sich die Ausstellungsräume nach der Sanierung in neuem Glanz Die Schau »Die 70er-Jahre - ein Lebensgefühl in Orange«, die es bereits vor dem Hochwasser am 29. Januar 2021 zu sehen gab, lockt viele Gäste an. Sie thematisiert die Zeit vor gut 50 Jahren mit Objekten aus dem Haushalt, Spielzeug sowie der damals typischen Technik, wie das Telefon mit Wählscheibe. »Schon am Nachmittag strömten die Leute ins Museum. Sie sind alle ausgehungert von Kultur«, sagt Petra Lehmann-Stoll.

Erinnerungen an die 70er Jahre

Und tatsächlich herrscht immer wieder dichtes Gedränge vor den Vitrinen. Erinnerungen an Katzenzungen werden wach, an Brause, Maoam und Karamellpuffreis. Jörg Werner aus Altenstadt ist einer der Besucher. »Es sind einige Sachen dabei, die man von früher kennt, den Wackeldackel zum Beispiel, der in die Hutablage eines Mercedes gehört, oder das Eiskonfekt«, sagt er und lobt die Inszenierung der Kulturnacht. Eine Etage darüber im Sitzungssaal stellen fünf Brüder aus Finnland aus. Die Familien Paunu und Korkeila zeigen das Projekt »Ach, Brüder«. Ihre Werke sind noch bis 17. Juli zu sehen.

Brigitte Franz gönnt sich ein Glas Weißwein in der Cockpit-Lounge auf dem Damm. »Als ich in Büdingen noch Stadtführungen machte, war es immer wichtig, viele Touristen in die Stadt zu holen. Die Kulturnacht hat eine große Außenwirkung«, sagt sie. Dazu trägt in diesem Jahr auch die Musik bei, etwa die von Taka Kagitomi und Christian Stefanovici oder die von der vertrauten Büdinger Stimme Tine Lott.

Stadt verzeichnet 7000 Besucher

Wie Marktmeister René Rau erklärt, sind über 2000 Eintrittskarten bereits im Vorverkauf über den Tisch gegangen. »7000 Besucher verzeichnet die Kulturnacht in diesem Jahr«, bilanziert Rau. Zu den Höhepunkten zählt er die Multimedia-Show in der Marienkirche. Videoprojektionen, Lichtinstallationen sowie Feuer- und Wassereffekte wechseln sich im Gotteshaus ab. Vor sämtlichen Vorstellungen bilden sich lange Schlangen vor dem Kirchenportal, die zum Teil bis zum Marktplatz reichen. Für kollektives Staunen sorgt ein 3D-Videomapping am Steinern Haus.

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Der finnische Künstler Paavo Paunu zeigt mit seinen Brüdern Kunst im Sitzungssaal des Historischen Rathauses. © Georgia Lori

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