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Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

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Manuel Kraus (Mitte) aus Gelnhaar ist der neue Ortenberger Apfelweinkönig. Wie der Zweitplatzierte Andreas Alt (2.v.r.) gehört er dem »Apfelweinkartell Bergheim« an. Dritter wurde Gerhard Guthmann aus Selters (2.v.l.). Es gratulierten der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Ortenberg, Johannes Naumann (r.), und Ronald Alt (l.) vom Orga-Team. FOTO: BAUMANN © Manuela Baumann

Ortenberg (mba). Die dreijährige Regentschaft von Daniel Dehn (Wippenbach) als Ortenberger Apfelweinkönig ist beendet. Am Freitagabend wurde Manuel Kraus aus Gelnhaar in der Burghalle Lißberg zum Mann mit dem besten Apfelwein der Stadt gekrönt.

Hauchdünn siegte Kraus mit einem Punkt Vorsprung (27 von 30 möglichen Punkten) vor Andreas Alt, der wie Kraus dem »Apfelweinkartell Bergheim« angehört. Mit einem weiteren Punkt Rückstand (25 Punkte) folgte Gerhard Guthmann aus Selters auf Rang drei. Die beiden Viertplatzierten, nämlich der Vorsitzende des ausrichtenden Obst- und Gartenbauvereins Ortenberg, Johannes Naumann, und sein Stellvertreter Timo Berk, lagen ebenfalls wiederum nur einen Punkt zurück (24 Punkte).

Allesamt auf sehr hohem Niveau

Dieses enge Kopf-an-Kopf-Rennen zeigte, dass sich die elf Kandidaten, die ihren Selbstgekelterten zur Prämierung eingereicht hatten, mit ihren Apfelweinen allesamt auf sehr hohem Niveau bewegten. Und wenn die Juroren auch durchaus ihren eigenen Geschmack ins Urteil einfließen ließen, blieben sie in ihrem Votum insgesamt doch immer fair und objektiv (»Mir persönlich ist er ein bisschen zu sauer, aber absolut trinkbar«; »Der hat einen leichten Beigeschmack, aber ich würde mir ohne Weiteres das Glas nochmal voll machen lassen«).

Kein Wunder, saßen mit Harald Bieger vom Obst- und Gartenbauverein Gedern, Achim Traumüller vom Obst- und Gartenbauverein Vonhausen und dem Ortenberger Daniel Dehn erfahrene Apfelweinkenner im Wertungsgremium, die selbst schon Apfelwein oder Apfelsaftkönig waren, teilweise sogar mehrfach. Edina Limpert vom OGV Gedern und Timo Berk von den Ortenberger Gastgebern machen die Expertenrunde komplett.

Auch die Besucher hatten die Möglichkeit, sich an der Blindverkostung zu beteiligen und aus den elf Proben ihren persönlichen Favoriten herauszufinden oder zu versuchen, ihr eigenes »Stöffche« unter den Mitbewerbern herauszuschmecken. Ronald Alt war mit dem Bembel stets zur Stelle, wenn Moderator Johannes Naumann eine neue Nummer aufrief, und verköstigte nicht nur die Juroren. Um eine absolut unbeeinflusste Benotung zu gewährleisten, waren die zu probierenden Apfelweine vorab in nummerierte Bembel gefüllt worden, deren namentliche Zuordnung vor den Juroren geheim blieb.

So wurde auf beiden Seiten des Wertungstisches ordentlich gefachsimpelt, man ließ sich die Apfelweine schmecken und auch die eine oder andere Portion Handkäse, die die Ortenberger Obst- und Gartenbauer für ihre Gäste vorbereitet hatten.

Mit seiner humorvollen Gestaltung des Ablaufs sorgte Johannes Naumann überdies für viel Kurzweil, so dass für einen schönen Abend eigentlich bestens gesorgt war. Leider blieben in der Burghalle aber viele Plätze leer - die brütende Hitze, Sorge vor dem angekündigten schweren Unwetter und vermutlich auch Corona-Angst hatten offenbar viele Besucher abgeschreckt.

Ab Herbst geht’s in die nächste Runde

Für die, die dabei waren, und insbesondere für die Wettbewerbsteilnehmer stieg die Spannung, als Johannes Naumann und Ronald Alt sich an zurückzogen und per Laptop die Auswertung der Wertungsbögen vornahmen. Bei der Preisverleihung gab es für alle Teilnehmer viel Applaus. Der Zweit- und der Drittplatzierte durften sich aus selbst gemachten Edelobstbränden des OGV-Ehrenvorsitzenden Eckhard Ewinger je eine Flasche aussuchen, und für Manuel Kraus gab es den großen Wanderpokal und einen »Apfelweinkönig«-Bembel, den er behalten darf.

Im Herbst beginnt mit der Apfelernte bereits die Vorbereitung fürs nächste Königs-Jahr, denn ein guter Apfelwein entsteht nicht erst im Fass!

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