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Ein Mann des Ausgleichs: Bodo Winter ist seit 25 Jahren Schiedsmann in Büdingen

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Von: Georgia Lori

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Bodo Winter (2.v.l.) ist seit 25 Jahren Schiedsmann. Anerkennung und Dank sprechen ihm Reiner Marhenke, Stefan Knoche und Monika Hilkert-Hübner (v.l.) aus. © Georgia Lori

Bodo Winter ist Schiedsmann aus Leidenschaft. In 25 Jahren hat er fast 2000 Fälle betreut. Jetzt ist er am Büdinger Amtsgericht für seine ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet worden.

Büdingen (gia). Er ist Schiedsmann aus Leidenschaft. In einem Vierteljahrhundert hat der Büdinger fast jede Woche einen Fall bearbeitet. Aus Anlass seiner 25-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit hat Stefan Knoche, Leiter des Amtsgerichts, Bodo Winter nun den Dank und die Anerkennung der hessischen Justizverwaltung ausgesprochen.

Überregional engagiert

Bodo Winter ist am 10. Januar 1997 von der Stadtverordnetenversammlung zum Schiedsmann gewählt und drei Wochen später vom damaligen Amtsgerichtsdirektor Udo Lichtenegger vereidigt worden. In 25 Jahren hatte der Büdinger, der heute 70 Jahre alt ist, sieben Stellvertreter. Die Stadtverordneten wählten ihn vier Mal für je fünf Jahre wieder. Winter, geboren am 11. Oktober 1951, ist Mitglied im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS) und seit über 20 Jahren Vorsitzender der Bezirksvereinigung Gießen, der etwa 150 Schiedspersonen aus allen Kommunen des Landgerichtsbezirks Gießen angehören. Seit fünf Jahren ist er Landesvorsitzender der BDS-Landesvereinigung Hessen und seit neun Jahren Vorstandssprecher und Pressesprecher im BDS-Bundesvorstand. Winter setzt sich nicht nur für die Stadt Büdingen ein, sondern für das Schiedsamtswesen insgesamt.

»Schiedspersonen sind für die Justiz sehr wichtig, besonders bei Nachbarschaftsstreitigkeiten in den Gemeinden. Bodo Winter hat sehr viel dazu beigetragen, dass Menschen friedlich zusammenleben«, sagte Amtsgerichtsdirektor Stefan Knoche. In 25 Jahren habe es keine einzige Beschwerde über ihn gegeben. Seit 2011 sei Winter zudem zertifizierter Mediator.

Vor 25 Jahren habe ihm der damalige Bürgermeister Eberhard Bauner wegen seiner ausgleichenden Art empfohlen, das Amt des Schiedsmannes auszuüben, erinnerte sich Winter an die Anfänge seines unpolitischen Amtes. »Alles, was vor dem Schiedsamt geschieht, hat die gleiche Bedeutung wie eine Gerichtsentscheidung und ist vollstreckbar. In 25 Jahren habe ich 2000 Fälle in Büdingen bearbeitet«, bilanzierte Winter. Nach einer Erhebung für das Land Nordrhein-Westfalen spare die Vorhaltung von Schiedspersonen und Schiedsämtern in diesem Bundesland jedes Jahr die Kosten für ein komplettes Amtsgericht. Allein in Hessen seien im vergangenen Jahr 1200 Zivilverfahren von Schiedsleuten bearbeitet worden. »Jede Kommune hat eine Schiedsperson und einen Stellvertreter. Wir mischen uns nicht in das Amt des Schiedsmannes ein, sondern unterstützen, auch als Vermittler«, sagte Geschäftsleiter Thomas Nickolai. Die Einigung vor einem Schiedsmann sei gegenüber eines Zivilprozesses die kostengünstigere Lösung, die auch tragfähig sei.

Anerkannt und akzeptiert

Reiner Marhenke gratulierte im Namen des Magistrates der Stadt Büdingen und der politischen Gremien für die ehrenamtliche Arbeit Winters in einem sehr sensiblen Bereich, bei dem es immer um irgendeinen Streit gehe. Er beschrieb Winter als eine Person mit Sachverstand, Ausgeglichenheit und der Fähigkeit zum Zuhören und Abwägen. Alle diese Fähigkeiten habe Winter in einer Person vereint. »Er wird anerkannt und ist akzeptiert«, sagte Marhenke. Zu den Gratulanten zählte auch Monika Hilkert-Hübner, die stellvertretende Landesvorsitzende im BDS.

Bodo Winter betonte im Zuge der Auszeichnung, dass die Stadt ihn als Schiedsperson mit Respekt und sehr zuvorkommend behandelt und er das Amt gerne noch einige Jahre ausüben würde.

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