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Eine fast magische Schule

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Die Kinder der Wintersteinschule lieben die Buchreihe »Die Schule der magischen Tiere«, Die Jungen und Mädchen des Leseclubs wollen die Bücher buchstäblich gar nicht mehr aus der Hand legen. Das hat auch mit dem Namen ihrer Schule zu tun. © Petra Ihm-Fahle

Ein geheimer Gefährte, der einen versteht, begleitet und beschützt. Das wäre traumhaft und magisch. In der Buchreihe »Die Schule der magischen Tiere« von Margit Auer, die kürzlich fürs Kino verfilmt wurde, wird dieser Traum für Kinder der Wintersteinschule wahr. Die Ober-Mörlener Kinder lieben diese Bücher. Und das auch, weil ihre Schule genauso heißt, wie in den Büchern.

Am frühen Donnerstagnachmittag ist in der Wintersteinschule in Ober-Mörlen stets Schmökern angesagt - dann trifft sich der Leseclub (LC). »In diesem Halbjahr dreht sich dort alles um Margit Auer und ihre Bücher«, erzählt Konrektorin Charlotte Blecher, die den Club leitet. Auer ist preisgekrönte Autorin der Kinderbuchreihe »Die Schule der magischen Tiere«, in der nach und nach jedes Kind ein Tier erhält. Ob Fledermaus Eugenia, Krokodil Rick, Ratte Cooper oder Tingo, der Schimpanse - die Tiere passen zu den Kindern, die sie besitzen. Sie werden ihre besten Freunde, sie sprechen und erleben Abenteuer mit ihnen. Das Besondere für die Ober-Mörler Grundschülerinnen und -schüler ist die Namensgleichheit, weil auch die Schule im Buch Wintersteinschule heißt. Im Schulalltag in Ober-Mörlen spielt die Buchreihe eine Rolle, wird etwa in den Frühstückspausen der ersten zwei Jahrgänge daraus vorgelesen.

Zudem gibt es zwei Klassen, die Plüschtiere als Maskottchen haben: Rabbat, den Fuchs und Juri, den Pinguin. Den Film, der letzten Herbst ins Kino kam, haben einige Klassen besucht. »Das Kino in Butzbach war verblüfft zu hören, dass wir die Wintersteinschule sind und überraschte uns kurz nach unserem Besuch mit einem tollen Paket voller Fanartikel zu dem Film«, erzählt Lehrerin Blecher.

Überraschung aus Butzbach

Manche AGs sind stärker besucht als der LC, den die Stiftung Lesen mit Buchpaketen und Materialien fördert. »Es gibt Kinder, die gar keine Bücher mehr zu Hause haben, sondern nur auf dem Tablet oder dem PC lesen«, erzählt Blecher. In diesem Halbjahr haben sich wegen des Themas aber neun Kinder angemeldet.

»Ich finde es cool, auf die Wintersteinschule zu gehen«, erzählt die achtjährige Lilia.

Die Buchreihe mag sie gern. Evelin wurde auf die Namensgleichheit aufmerksam, als sie die Schule wechselte. Die Achtjährige und die meisten ihrer Clubkameradinnen und -kameraden kennen alle Titel der Reihe. Was ihnen an den Büchern so gut gefällt, beschreiben Finja und Luisa (beide 8). »Ich finde es gut, dass die Tiere den Menschen so gut helfen können, es sind besondere Tiere«, sagt Finja. Auch Luisa mag, dass die Tiere sprechen können - aber nur mit dem Kind, zu dem sie gehören. »Das Kind und das Tier sind Gefährten«, sagt sie.

Ein Tier zu Hause hat Lilly (8) und zwar einen Hund namens Pepper. »Ich liebe Hunde über alles«, sagt sie. Leo hätte auch gern ein echtes Tier - einen Hund, wie der Achtjährige erzählt. Anna-Luise (8) hat zu Hause viele Fische im Teich und damit auch schon etwas Trauriges erlebt. »Auf einmal waren alle weg, vom Fischreiher gefangen. Das war richtig blöd.«

Anna-Luise ist schon schriftstellerisch aktiv, beispielsweise als sie letztes Jahr eine eigene Zeitung gestaltete und die WZ sie als »Nachwuchsreporterin« erwähnte. Evelin und Lilia gestalten ebenfalls Bücher für ihre Familie. »Ich will sie spannend machen. Meiner Mutter habe ich mal zwei Krimis zum Geburtstag geschenkt«, sagt Lilia.

Coronabedingt fielen Aktionen rund ums Tier während der Pandemie aus, beispielsweise ein Zoobesuch. »Aber in Kürze machen die zweiten Klassen ein Schmetterlingsprojekt, wo wir schauen, wie eine Raupe sich verpuppt und zum Schmetterling wird«, erzählt Leseclub-Leiterin Blecher.

Zusammen durch dick und dünn

Bei der Reihe »Die Schule der magischen Tiere« gibt es auch Lieblingsbücher. Joyal, dessen großes Hobby der Fußball ist, fand Band 1 um Rabbat, den Fuchs, am besten.

Bella, die am Tag des WZ-Besuchs acht Jahre alt wurde, mag Band 10 »Hin und weg« am liebsten. »Ein Junge bekommt ein Meerschweinchen. Erst wollte er sein magisches Tier austauschen, aber dann wurden sie doch noch Freunde«, erzählt sie. Tierliebe, ein flotter Erzählstil und zusammen durch dick und dünn gehen.

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Zum Anfassen im Regal: Wie Konrektorin Charlotte Blecher erzählt, lesen viele Kinder nur auf Tablet oder E-Book-Reader. Daher ist das Leseclub-Angebot wichtig. © Petra Ihm-Fahle

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