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Einen eigenen Baum pflanzen und beobachten

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Die 16 jungen Waldarbeiter von der Keltenbergschule sind stolz und zufrieden: Nach gelungener Pflanzaktion erhält jedes Bäumchen noch einen Verbissschutz, dazu ein Holzschild mit Namen des Kindes, das hier einen Baumhasel oder einen Spitzahorn gesetzt hat. © Ingeborg Schneider

Stolz und Freude bei der gemeinsame Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Keltenbergschule Stockheim.

Effolderbach (mü). Stolz, Freude und dazu ein paar Spuren von der Erdarbeit zeichnen sich in den Gesichtern der jungen Waldarbeiter ab: 16 Mädchen und Jungen aus der Klasse 3b der Stockheimer Keltenbergschule haben soeben oberhalb von Effolderbach eine vom Borkenkäfer kahlgefressene Waldlichtung mit jungen Baumhasel- und Spitzahornsetzlingen aufgeforstet.

Verbissschutz und ein Namensschild

Anschließend versahen die Kinder die jungen Bäume mit einem Verbissschutz und brachten schließlich noch ein Holzschild mit ihrem Namen an, um »ihr« Bäumchen bei späteren Spaziergängen wiederfinden zu können.

»Dank des leichten Schneeregens haben wir heute ideales Pflanzwetter - viel besser als in den letzten trockenen Tagen«, freut sich Sven Hoffmann, Initiator der Aktion, Vorsitzender der Isenburger Waldgesellschaft und Geschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bezirksverband Büdingen. Sein Sohn Luca besucht die Klasse 3b der Keltenbergschule und ist natürlich mit von der Partie, ebenso wie die Lehrer Kevin Fischer, Regine Lohr und Serena Morgenstern sowie Clemens Fischer und Martin Walter vom Forstamt Nidda.

»Für die Kinder ist dies nach zwei Jahren der Pandemie der erste Klassenausflug - entsprechend groß ist die Freude und auch der Eifer beim Pflanzen«, erläutert Sven Hoffmann.

Zu Fuß ist die Gruppe am Morgen von der Schule aus zur Bonifatiushütte am Waldrand von Effolderbach aufgebrochen. Dort, direkt an der Bonifatiusroute, haben sich die Kinder erst einmal mit Kuchen, Apfelsaftschorle und heißem Tee gestärkt, denn tatsächlich ist es an diesem 1. April nasskalt und eher unfreundlich, dazu wirbeln Schneeflocken durch die Luft.

»Clemens Fischer hat der Klasse dann eine kleine Einführung in Baumkunde gegeben und verdeutlicht, wie die Wurzel in der Erde Wasser und Nährstoffe aufnimmt, die durch die Baumkapillaren bis in die Blattspitzen transportiert werden«, erklärt Sven Hoffmann. Einige Kenntnisse seien bei den Kindern bereits vorhanden gewesen - tatsächlich seien aber viele während der Pandemie eher selten in den Wald gekommen.

Setzen, Schützen und Kennzeichnen

Nach der Theorie folgte die Praxis: Das Graben von Pflanzlöchern auf der Waldlichtung, deren ursprünglicher Fichtenbewuchs der Trockenheit und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen war, das Setzen, Schützen und Kennzeichnen der jungen Baumhasel- und Spitzahornsetzlinge, die als besonders klimarobust gelten und den umgebenden Buchenwald durchmischen sollen. Seit über 60 Jahren gehöre die Waldpädagogik zu den wichtigsten Aufgaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die mit der Waldjugend einen eigenen Jugendverband ins Leben gerufen hat, Pädagogen und Eltern sowie Kinder und Jugendliche berät, begleitet, zum Naturschutz und zu Freizeitaktivitäten im Wald einlädt, erläutert Sven Hoffmann.

Das Konzept, Kinder aktiv in Schutz und Erhaltung des Waldes einzubinden, geht auch an diesem Vormittag auf, die jungen »Waldarbeiter« sind begeistert: »Das ist toll, jetzt habe ich hier oben einen eigenen Baum im Wald, kann vorbeikommen, wann ich will und mir ansehen, wie schnell er wächst und mich überholt«, stellen die Mädchen und Jungen zufrieden fest.

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