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Einstimmigkeit zur neuen Amtszeit

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Von: Cathrin Lutz

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Coronakonform mit Maske gratuliert der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jan Rösch, der alten und neuen Rathauschefin Cäcilia Reichert-Dietzel zur Amtseinführung. © Cathrin Lutz

Ranstadt (luc) Mit der Amtseinführung von Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel und dem einstimmigen Beschluss des Haushaltsplans für 2022 hatte die letzten Parlamentssitzung des Jahres im Ranstädter Bürgerhaus neben einer ganzen Reihe von einstimmigen Beschlüssen zwei absolute Highlights.

Die feierliche Amtseinführung war ganz ans Ende der Tagesordnung gerückt worden; die Rathauschefin musste ihre Aufregung entsprechend länger im Zaum halten. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jan Rösch, sprach von einer Freude und Ehre, der alten und neuen Bürgermeisterin für die dritte Amtszeit ab 1. Januar dem Amtseid abzunehmen. Reichert-Dietzel wiederholte diesen und schloss mit den Worten »So wahr mir Gott helfe«. Danach verlas Rösch die Ernennungsurkunde, die Reichert-Dietzel für die Jahre 2022 bis 2027 zur hauptamtlichen Bürgermeisterin der Gemeinde bestellt. Da war es 21.02 Uhr im Bürgerhaus.

Reichert-Dietzel selbst dankte in einer fast 20-minütigen Ansprache ihrer Familie, ihrer Verwaltung, ihrer Partei und ihren Wählern. Aber auch denen, die sich nicht gewählt hatten, denn schließlich sei das ein demokratischer Prozess. Sie beschrieb ihre Gefühlswelt und besonders die Aufregung, die ihren ganzen Tag in der Regionalkonferenz in Flörsheim bestimmt hatte. Sie zitierte den indischen Philosophen Tragore und schloss daraus: »Eine Aufgabe, die man sich selbst zur Pflicht gemacht hat, kann, wenn man sich drauf einlässt, sehr viel Freude bringen«. Eine Einstellung zum Beruf, die sie bereits seit zwölf Jahren vertritt und auch in den kommenden sechs so fortführen will: »Es ist eine Freude, dieser Gemeinde ›dienen‹ zu dürfen, es gibt kaum etwas, das mich mehr erfüllt«, so Reichert-Dietzel. Und in Anlehnung an die frühere Kanzlerin Angela Merkel: »Eine treffende Beschreibung für das Bürgermeisteramt: Ich bin die erste Mitarbeiterin der Gemeinde«. Dieses Amt sei eines mit Hochachtung, mit Ehre, mit großer Verantwortung, aber auch mit der Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Deutschland stehe vor großen Veränderungen. Klimaschutz, Digitalisierung und soziale Fragen machten nicht halt vor Ranstadts Toren. Deshalb forderte sie auf: »Leute, lasst es uns angehen, lasst es uns wagen. Die Zukunft zu gestalten ist keine Pflicht, sondern eine Aufgabe, die es mit Freude, Mut, Kraft, Energie und Willen anzugehen gilt.«

Die Gemeinde weiterentwickeln

Die großen Themen der Zukunft könne man nur gemeinsam bewältigen, so die Rathauschefin, die für eine Zusammenarbeit mit großem Vertrauen warb und auch die Ehrenamtlichen mit ins Boot holte, denen sie für ihren selbstlosen Einsatz dankte. »Nicht alles wird gelingen, aber ich habe die ungebrochene Motivation, wieder viel für die Gemeinde bewegen zu können in den kommenden sechs Jahren. Unser Handeln bestimmt, wer wir sind und wo wir hingehen. Zusammen wird es auf jeden Fall besser gelingen«, schloss Reichert-Dietzel.

Mit großer Freude reagierte die Bürgermeisterin bereits zuvor auf ihren einstimmig angenommenen Haushaltsplan für 2022. CDU-Fraktionschef Christian Loh dankte allen Beteiligten, dass man dieses Jahr nur eine Lesung des Haushaltsplans im Haupt- und Finanzausschuss benötigt hatte. Es gelte, die Gemeinde gemeinsam weiterzuentwickeln, »große Probleme und große Projekte beschäftigen uns auch die nächsten Jahre«, so Loh, der auch anmerkte, dass das Ende der interkommunalen Zusammenarbeit mit Glauburg neue Personalentscheidungen erforderlich mache. Und der nächste Tiefschlag folge mit dem Ende der zentralen Vergabestelle in Büdingen. Trotz Corona-Pandemie könne man Schulden reduzieren. Das verdanke man der Gewerbesteuer, deshalb sei es wichtig, weiter kleine Gewerbegebiete zu entwickeln.

Solide und ohne Steuererhöhung

Thomas Knaus (SPD) lobte den Entwurf, der ohne Erhöhung und neue Kredite auskomme. Als Problemfelder machte er die Finanzierung der Kinderbetreuung und die Umlagenzahlungen an den Wetteraukreis aus. Für Christian Gugler von den Grünen, die sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben haben, sei dies das entscheidende Thema der Zukunft. Dazu stehe auch viel im Haushaltsentwurf; nun gelte es, diese Maßnahmen zu konkretisieren und umzusetzen. Und Uwe Kaufmann (Freie Wähler) ergänzte, dass der Haushaltsplan im Investitionsprogramm immerhin 35 Projekte aufliste, in die die Gemeinde investieren könne.

Sprecher aller Fraktionen machten deutlich, dass man ohne Erhöhungen bei den Grundsteuern auskomme, der Haushaltsentwurf solide und ausgeglichen sei und man im Quervergleich zu Nachbarkommunen sehr gut dastehe. Dementsprechend üppig fielen Lob und Dank an die Verwaltung aus. Es gelte, weiter kollegial zusammenzuarbeiten und den Verstand zu bündeln.

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